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Der umweltfreundlichste Handy-Lautsprecher der Welt
Presseaussendung
Phnom Penh/Kambodscha, 7. Juli 2016 – In Zusammenarbeit mit dem WWF präsentierte kürzlich das Bambusverarbeitungsunternehmen Bambusa in Kambodscha den wohl umweltfreundlichsten Lautsprecher für Handys in der Welt. „Er braucht kein Technikwissen, keine Batterien, keine Kabel und ist fast unzerstörbar“, sagte Mao Daravuthy von dem Unternehmen Bambusa. Das Unternehmen arbeitet zusammen mit dem WWF und seinen Partnern an einer nachhaltigen Bambusproduktion, die die Trockenwälder in den Eastern Plains schützt. „Der Öko-Lautsprecher ist ein Symbol für den Erfolg eines Naturschutzprojekt, weil es gleichzeitig auch ein Sozialprojekt ist“, so WWF-Sprecher Franko Petri vor Ort in Kambodscha.
Der Öko-Lautsprecher wird aus einem Stück qualitativ hochwertigen Bambus produziert. Seitlich hat er zwei Schlitze für die Verbesserung der Akustik und oben einen Schlitz um das Handy zu platzieren. Es gibt ihn in allen Handygrößen. Der Bambus stammt aus einem Gemeinschaftswald, in dem die Dorfbewohner zweier Bambus-Gruppen im Srepok Naturschutzgebiet in der kambodschanischen Provinz Mondulkiri die Stäbe auf nachhaltige Weise abbauen. Die Arbeit mit den lokalen Gemeinden verschafft der dortigen Bevölkerung ein Zusatzeinkommen und bindet die Menschen aktiv in die Naturschutzarbeit ein. Die Dorfbewohner werden vom WWF geschult, wie Bambus nachhaltig geerntet werden kann. Das Pilotprojekt des WWF wird von USAID und der EU unterstützt.
Bambus wächst immer wieder nach, wenn er nachhaltig geerntet wird. Es dauert drei Jahre bis die Bambusrohre die beste Qualität haben. Manche Bambusarten wachsen fast einen Meter am Tag in der Regenzeit und werden nicht geerntet, denn die Bauern bauen in dieser Zeit den Reis an. In der Trockenzeit bis Mai werden sie geschnitten und zu Gerüststangen, Möbeln und Souvenirs wie den Öko-Lautsprecher verarbeitet, die auch den Touristen in Angkor Wat angeboten werden. „Wir erwarten uns 50 Prozent Mehreinkommen in der Trockenzeit durch diese WWF-Initiative“, sagte einer der Mitglieder der Bambusgruppe, die 60 Familien umfasst.
Das neuseeländisch-kambodschanische Unternehmen Bambusa Global Venture kauft den Bambus-Gruppen die Stäbe für einen fairen Preis ab und verarbeitet sie in der nahegelegenen Fabrik. Da es sich um Schutzgebiete handelt, darf Bambusa den Bambus nicht selber ernten. Es dauert einen Tag bis Stäbe über offenem Feuer zu meterlangen Gerüststangen verarbeitet werden. Kleinere Stücke werden gehäckselt und zu Holzkohle verarbeitet, was, mit Kuhmist vermischt, eine nährstoffreiche Bio-Erde ergibt. Auch Bio-Seife aus Bambus-Holzkohle und Kokosnussöl soll ab nächstem Jahr angeboten werden. Vom Gewinn, den die Dorfbewohner davon haben, werden zukünftig Gemeinschafts-Patrouillen mit Rangern finanziert, die Wilderer und illegale Holzfäller fernhalten sollen und die Wildtiere und ihren Lebensraum schützen. So gehen Sozialprojekte und Umweltschutz Hand in Hand.
Der WWF ist nicht am Gewinn beteiligt sondern unterstützt die Bambus-Gruppen in der Verwaltung, den Ausbildungen und hilft beim Marketing. Das Ziel ist es für die Produkte aus dem nachhaltigen Bambus die Zertifizierung nach dem Forest Stewardship Council (FSC) zu bekommen. Das Projekt soll bei Erfolg auf weitere Gemeinden in den Naturschutzgebieten im östlichen Kambodscha, die der WWF betreut, ausgedehnt werden.
Die Eastern Plains in der kambodschanische Provinz Mondulkiri umfassen 30.000 Quadratkilometer. Sie sind die Heimat zahlreicher geschützter und hoch gefährdeter Arten wie dem Riesenibis, dem Siamesischen Krokodil, Banteng, Gaur und mehrere Großkatzenarten. Illegaler Holzeinschlag, Wilderei, Straßenbau und Bergbauaktivitäten gefährden die Wildtiere. Der WWF arbeitet seit 1995 in Kambodscha in zahlreichen Projekten um die Artenvielfalt in dem naturreichen Land zu schützen und vor dem Raubbau zu schützen.
Weitere Informationen:
Franko Petri, Pressesprecher WWF (vor Ort in Kambodscha), E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Theresa Gral, Pressesprecherin WWF, Tel. 01-48817-216 oder 0676-83488-216; E-Mail: theresa.gral@wwf.at, www.wwf.at/presse.
Fotos des Ökolautsprecher zum Download
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