Rahmenbedingungen für Klimaneutralität 2040 längst überfällig – Industriellenvereinigung verhindert zahlreiche Energiegesetze und schadet sich selbst
Erfolg für Naturschutz und Grundbesitzer: Kraftwerk Spullersee vorerst vom Tisch
Bregenz, Wien, 13. April 2010 – Im Zuge des heutigen Gespräches zwischen den ÖBB und den Grundbesitzern der Lech-Quellbäche haben die betroffenen Bauern ihre Ablehnung der Beileitung Ost nochmals bekräftigt. ÖBB, Grundbesitzer und Landesrat Erich Schwärzler haben sich darauf geeinigt, dass es keine Enteignungen geben wird. Die ausstehenden Verfahren (Wasserrechtsverfahren sowie Naturschutzverfahren in Vorarlberg), die zur Genehmigung des Kraftwerks nötig sind, werden indes ruhend gestellt, bis es eine Einigung zwischen ÖBB und Grundbesitzern gibt. "Wir werden diese Nachdenkpause nützen, um das endgültige Aus für dieses katastrophale Kraftwerksvorhaben zu erreichen", erklärt Christoph Walder vom WWF.
Der WWF ließ heute Vormittag vor dem Landhaus symbolisch mannshohe Silhouetten der betroffenen Bauern aufmarschieren. "Enteignung nie!" oder "Unser Wasser gehört uns" stand darauf zu lesen. Mit der Installation sollte verdeutlicht werden, dass 100 Grundbesitzern ihre Wasserrechte zwangsweise entzogen werden und wertvolle Natur zerstört wird, wenn die Bundesbahnen am Projekt festhalten. "Die heutige Entscheidung ist ein wichtiger Meilenstein im Kampf um die Erhaltung des Wildflusssystems Lech", sagt Walder vom WWF.
In Wien besetzte die Umweltschutzorganisation Greenpeace indes seit Montag Vormittag die ÖBB-Zentrale.
Die ÖBB haben im heutigen Gespräch in Bregenz erklärt, ein neues Angebot an die Alpgemeinschaften zu stellen, um die Wasserrechte doch noch zu erlangen. "Jedes Angebot wird selbstverständlich geprüft", erklärt Bauernvertreter Josef Nessler von der Alpgemeinschaft Pazüel-Tritt. "Da wir das Kraftwerksprojekt der ÖBB aber grundsätzlich ablehnen, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Vollversammlung der Grundbesitzer diesem neuen Angebot zustimmen wird", so Nessler. Vielmehr zeigte man sich sehr überrascht, dass die ÖBB ein eindeutiges Nein nicht akzeptieren könne.
"Solange die ÖBB-Konzernleitung den Spullersee-Plänen nicht endgültig einen Riegel vorschiebt, geht unser Widerstand weiter!", sind sich WWF und Greenpeace einig.
Aktionsfotos der Installation vor dem Landhaus unter Tel. 0676/83 488 203 (Claudia Mohl, WWF)
Aktionsfotos der ÖBB-Besetzung unter Tel. 0664/612 67 26 (Ingrid Fankhauser, Greenpeace)
Weitere Informationen:
Christoph Walder, WWF Flussexperte, Tel. 0676/92 55 430
Claudia Mohl, Pressesprecherin WWF, Tel. 488 17 250
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, Tel. 0664/612 67 18
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