22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
Erhöhte Hochwassergefahr an der Donau
Wien, 5. März 2012 – Nach dem extrem schneereichen und ungewöhnlich kalten heurigen Winter, herrscht in den Donauanrainerstaaten Mittel- und Osteuropas erhöhte Hochwassergefahr. Im Unterlauf der Donau in Rumänien und Bulgarien, wird die Schneeschmelze zu massiven Überschwemmungen und somit zu Millionenschäden führen, befürchtet der WWF. „Hochwasser hätten überhaupt keine gefährlichen Konsequenzen, wenn Flussauen ihre natürlichen Funktionen erfüllen könnten – nämlich die Wassermassen aufzusaugen wie ein Schwamm, und danach langsam und sicher wieder an die Flüsse abzugeben“, erklärt Fließgewässerexpertin Orieta Hulea von WWF Donau-Karpaten-Programm. Der WWF setzt sich deshalb für großflächige Auenwiederherstellung durch Rückbaumaßnahmen an der gesamten Donau ein.
„Wenn wir die Auen von den Flüssen abtrennen, wie es im Zuge der Regulierungen im Großteil Europas im 20. Jahrhundert üblich war, verlieren sie ihr Rückhaltevermögen und die Hochwassergefahr steigt“, ergänzt Arno Mohl, internationaler Flussexperte des WWF Österreich. „Die einfachste und günstigste Versicherung gegen schlimme Hochwasserfolgen besteht darin, natürliche Flussufer zu erhalten, wo immer dies möglich ist“, unterstreicht Mohl.
Dennoch sollen weiterhin wertvolle natürlich erhaltene Flussbereiche und Auen begradigt und kanalisiert werden, wie etwa an der kroatisch-serbischen Donau im Naturpark Kopački Rit. „Wenn man Flüsse in ein Korsett sperrt, schießt das Wasser im Hochwasserfall wie in einer Wasserautobahn unaufhaltsam flussabwärts; mit oft katastrophalen Folgen für die Anrainer,“ warnt Mohl. Die Naturschutzorganisation hat gegen diese massiven Ausbaupläne an der Donau eine Petition aufgelegt, die unter www.amazon-of-europe.com/petition-de unterstützt werden kann.
Darüber hinaus herrscht an den Flüssen im Donaueinzugsgebiet ein Wasserkraftboom. Fast überall, wo derzeit noch natürliche Flussstrecken zu finden sind, befinden sich große und kleine Kraftwerke in Planung oder Bau. Gehen diese hunderte Kraftwerke in Betrieb, sorgen sie jeweils für eine Beschleunigung und Erhöhung der Wellen im Hochwasserfall. Dies kann katastrophale Folgen für Mensch und Natur haben.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz













