Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
EU-Donaustrategie: Mehr Schaden als Nutzen?
Wien, am 7. 12. 2010 – Am 8. Dezember verabschiedet der EU-Rat in Brüssel die Donauraum-Strategie, eine Vision für die nachhaltige Entwicklung der Naturräume des Donaubeckens. Ein Kernstück darin ist die bessere Schiffbarmachung der gesamten Donau durch die Beseitigung so genannter „Flaschenhälse“. Diese Flachstellen decken sich jedoch mit den ökologisch besonders sensiblen Strecken des Flusses – wie in Österreich dem Nationalpark Donau-Auen. „Statt die Schifffahrt nachhaltig an die Donau anzupassen, soll die Donau an die Schiffe angepasst werden – ein veralteter, absurder und teurer Ansatz mit dramatischen Folgen auf den Flusslebensraum“, ist Irene Lucius vom WWF empört.
Die Gesundheit des Ökosystems Donau ist nicht nur für bedrohte Arten, sondern auch für die 80 Millionen Bewohner des Donaubeckens von zentraler Bedeutung. So erwirtschaftet etwa die Bevölkerung auf naturnahen Auenflächen der unteren Donau pro Hektar und Jahr 500 Euro aus Fischerei, Schilfverarbeitung, Ökotourismus und Weidewirtschaft. Auch das Speichern, Filtern und Reinigen des Trinkwassers für 20 Millionen Menschen entlang der Donau ist eine elementare Aufgabe des Flussökosystems.

Wird die Widerstandskraft der Donau und ihrer Zubringer wie zum Beispiel Drau und Mur erhalten, können zudem die Folgen des Klimawandels besser abgepuffert werden: Der Schutz vor Katastrophenhochwassern, Dürren und Bodenerosionen steigt.
Österreich hat bereits 2002 das Vorhaben, die derzeitige Fahrwassertiefe der Donau von 2,2 Metern auf bis zu 2,7 Meter zu erweitern, als „Schlüsselprojekt“ zur Förderung der Binnenschifffahrt im Rahmen des EU-Programms TEN-T (Transeuropäisches Netzwerk für Transport) bezeichnet.
Die angebliche Naturverträglichkeit der Schifffahrt wird dadurch jedoch auf eine harte Probe gestellt. Denn die Schaffung einheitlicher Bedingungen für die Schifffahrt durch die Vertiefung und Vereinheitlichung der Donausohle, zerstört die natürliche Dynamik des Flusssystems und gefährdet somit dessen vielfältige, für Mensch und Natur elementar wichtige Funktionen.

Die Maßnahmen der nun verabschiedeten EU-Strategie für den Donauraum sind in einem umfangreichen Aktionsplan aufgelistet. Der WWF sieht auch positive Ansätze, wie beispielsweise die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zum Schutz der March-Thaya-Auen, Österreichs bedeutendster Flusslandschaft. Auch Verbesserungen für den weltweit größten Süßwasserfisch – den Donaustör – sind Teil des Aktionsplans und werden vom WWF begrüßt und im Rahmen konkreter Projekte unterstützt.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin
Tel. 01/488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Irene Lucius, WWF-Donauexpertin
Tel. +43 676 84 27 28215, E-Mail: ilucius@wwfdcp.org
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
20 Jahre WWF Earth Hour: Weltweit gehen am 28. März die Lichter aus
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten













