7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
EU-Rüffel für Österreich beim Kraftwerk Ferschnitz: WWF warnt vor weiterem EU-Verfahren in der Causa Kraftwerk Rosenburg am Kamp
Presseaussendung
Wien am 29. April 2016 – Angesichts der gestrigen EU-Rüge für Österreich wegen Nichtbeachtung von EU-Naturschutz-Vorschriften (Natura 2000) beim Bau des Ybbs-Kraftwerks bei Ferschnitz in Niederösterreich warnt der WWF vor ähnlichen Konflikten im Fall des Kraftwerks Rosenburg am Kamp.
Christoph Litschauer, Flussexperte beim WWF Österreich, kommentiert die Situation wie folgt: „Der von der EVN beabsichtigte Neubau des Klein-Kraftwerks Rosenburg hätte schwere Beeinträchtigungen von natürlichen Lebensräumen zur Folge, die als Europaschutzgebiet gewidmet sind. Die geplante Anhebung des Wasserspiegels durch eine neue Staumauer würde eine sehr seltene Hartholzau und natürliche Ufer von prioritär geschützen Schlucht- und Hangmischwäldern beeinträchtigen. Dies widerspricht dem Erhaltungsziel des Natura 2000-Gebietes und kann, ähnlich wie beim Kraftwerk Ferschnitz an der Ybbs, zu einem EU-Vertragsverletzungsverfahren führen. Außerdem drohen schwere Schäden für den natürlichen Fluss durch Ausbaggerungen im Unterwasser.
Wir appellieren dringend an die EVN und ihre Eigentümer, allen voran das Land NÖ, weitere Konflikte zu vermeiden und von jeglichen neuen Eingriffen in das Europaschutzgebiet Abstand zu nehmen!“
Weitere Informationen:
Christoph Litschauer, WWF Flussexperte, Tel.: 0676 83488213 oder Email: christoph.litschauer@wwf.at
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