Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen
Expertendiskussion: Glawischnig fordert mehr Tempo in Österreichs Klimapolitik
Wien, 12. April 2011 – Klimaschutzchancen, -risiken und Zukunftsperspektiven für Österreichs Unternehmen waren das Thema der gestrigen Podiumsdiskussion der Unternehmensplattform WWF CLIMATE GROUP und der KPMG in Wien. Grünen Bundessprecherin und Klubobfrau Eva Glawischnig, KPMG Berater und ehemaliger Leiter des UN-Klimasekretariats Yvo de Boer, Telekom Austria Group Generaldirektor Hannes Ametsreiter, Wienerberger Vorstandsvorsitzender Heimo Scheuch und Fronius International Geschäftsführer Klaus Fronius diskutierten gemeinsam mit Entscheidungsträgern heimischer Unternehmen die Qualität politischer Rahmenbedingungen, die Klimafitness der österreichischen Wirtschaft und Wettbewerbspotentiale für den Wirtschaftsstandort Österreich.
Österreichs Unternehmen müssen die zwangsläufig zunehmenden internationalen und nationalen Klimaschutzregulierungen stärker als Chance sehen und nutzen. Darüber waren sich die Impulsreferenten der gestrigen Podiumsdiskussion einig. Für Thomas Kaissl, Leiter der Abteilung Unternehmenskooperationen des WWF Österreich, ist eine klimafreundliche Zukunft durch Maßnahmen im Bereich erneuerbarer Energiequellen und Energieeffizienz sowie durch Veränderung des Konsumverhaltens bereits vor 2050 möglich und finanzierbar. Dem WWF-Experten fehlt es allerdings an raschen und konkreten Handlungen seitens Politik und Wirtschaft. „Bis dato gab es zwar zahlreiche Lippenbekenntnisse. Konkrete Klimaschutzmaßnahmen sind allerdings immer noch Mangelware“, so Kaissl.
Für den Wirtschaftsstandort Österreich sieht der internationale Klimaexperte Yvo de Boer ein enormes Potential. „In der internationalen Klimadiskussion nimmt Österreich eine intelligente und ruhige Mittelposition ein. Österreichs Politik und Wirtschaft kann mit innovativen, grünen Wachstumsideen eine aktive Rolle spielen.“

Für KPMG Geschäftsführer Gert Weidinger sind ein Langfristdenken und die Auseinandersetzung mit der gesamten Wertschöpfungskette die Schlüsselfaktoren für die heimische Wirtschaft. „Unternehmen die sich diesen Themen eher früher als später stellen, werden neben den positiven Auswirkungen für den Klimaschutz auch klare Kostenvorteile und somit Wettbewerbsvorteile generieren können.“
In der anschließend von KPMG Geschäftsführer Peter Ertl moderierten Diskussion, war vor allem die behäbige internationale und nationale Klimapolitik ein Thema. „In der internationalen Politik gibt es zwar Bewegung, aber es geht viel zu langsam voran. Unternehmen sind bei weitem schneller unterwegs“ meint Yvo de Boer. „Denn für sie bedeuten Nachhaltigkeitsmaßnahmen Kostenvorteile, Markenstärkung und Wettbewerbsvorteile durch neue Produkte und Dienstleistungen.“
Auch für Eva Glawischnig macht die österreichische Klimapolitik nicht schnell genug Fortschritte. „Wir bewegen uns im Schneckentempo. Seit über 20 Jahren diskutieren wir das Thema Klimaschutz aber die Umsetzung dauert viel zu lange.“ Auf Unternehmensseite sieht Glawischnig ein zentrales Problem im massiven Konflikt zwischen „old and new economy“.
Heimo Scheuch sieht die Verantwortung nicht allein bei Politik und Wirtschaft. „Wir können noch so viele Energiesparhäuser bauen und andere grüne Produkte anbieten, letztendlich liegt es an jedem Einzelnen seine Lebensweise zu ändern und die Angebote auch anzunehmen.“
Diese Ansicht teilt auch Klaus Fronius. Für ihn sind beim Thema Klimaschutz Politik, Wirtschaft als auch Konsumenten angehalten mehr Mut zu zeigen. „Grüne Technologien bieten eine große Chance. Die von Fronius in einem Jahr erzeugten Wechselrichter liefern beispielsweise so viel Energie wie zwei Atomkraftwerke. Es braucht allerdings auch eine Politik die dieses Potential erkennt und fördert.“

Für Hannes Ametsreiter braucht es primär politische Steuerungsmaßnahmen um Österreich grüner zu machen. „In Zukunft werden Unternehmen, die nicht nachhaltig agieren, nicht mehr existieren können. Aber es braucht eine gesunde Mischung aus politischen Anreizen und Reglements um die gesetzten Klimaschutzziele rascher zu erreichen.“
Unter den rund 80 Gästen befanden sich unter anderem Patrick Prügger (B & C Industrieholding), Dirk Jäger (Bundesimmobiliengesellschaft), Markus Liebl (BRAU UNION), Sonja Bydlinski (Bundesministerium f. Justiz), Franz Koppensteiner (OeNB), Ernst Petri (OMV AG), Anna Niederhofer (Österreichische Post), sowie Bernhard Kohl (voestalpine), Bernd Wehling (Welser Profile) und Stephan Seyfried (Zielpunkt).
Fotos und Hintergrundinformationen zur Podiumsdiskussion unter www.wwf.at/podiumsdiskussion-klimaschutz und www.kpmg.at

WWF CLIMATE GROUP:Grüne Lösungen aus der Wirtschaft
Die WWF CLIMATE GROUP ist eine der bedeutendsten privaten Klimaschutzinitiativen Österreichs. Die Plattform klimafreundlicher Unternehmen wurde 2007 vom WWF gegründet. Zu den aktuell sechs Mitgliedern in Österreich zählen das Einrichtungsunternehmen IKEA, der Finanzdienstleistungskonzern Allianz, das Telekommunikationsunternehmen A1 Telekom Austria, der Getränkehersteller Pfanner, der internationale Technologiekonzern Fronius und der Drogeriefachhändler dm drogerie markt. Die Unternehmen verbindet das Ziel, ihre CO2-Emissionen innerhalb von drei Jahren um 15 Prozent zu reduzieren, Bewusstseinsbildung bei Kunden und Mitarbeitern sowie klimafreundliche Angebote und Aktivitäten zu fördern. Gemeinsam erreichen die Mitglieder der WWF CLIMATE GROUP derzeit rund 23.000 Mitarbeiter und 11 Millionen Stammkunden in Österreich. Weitere Informationen unter www.climategroup.at.

KPMG
Als Verbund rechtlich selbstständiger, nationaler Mitgliedsfirmen ist KPMG International Cooperative („KPMG International“) mit ca. 140.000 Mitarbeitern in 146 Ländern eines der größten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen weltweit. In Österreich ist KPMG eine der führenden Gruppen in diesem Geschäftsfeld und mit rund 1.100 Mitarbeitern an acht Standorten präsent. Die Unternehmensleistungen sind in die Geschäftsbereiche Prüfung (Audit) und Beratung (Advisory & Tax) getrennt. Im Mittelpunkt von Audit steht die Prüfung von Konzern- und Jahresabschlüssen. Tax steht für die steuerberatende Tätigkeit von KPMG. Der Bereich Advisory bündelt hohes fachliches Know-how zu betriebswirtschaftlichen, regulatorischen und transaktionsorientierten Themen. Weitere Informationen unter www.kpmg.at
Rückfragehinweis:
Mag.(FH) Lisa Simon, Pressesprecherin WWF Österreich
Tel. 01-48817-215, E-Mail: lisa.simon@wwf.at.
Mag. Mariana Herrloss, Unternehmenskommunikation KPMG
Tel. 01-31332-730, E-Mail: mherrloss@kpmg.at
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