Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen
Faltig, glatt und hufeisenförmig: Fledermäuse haben die Nase vorn
Innsbruck, Wien, am 13. Dezember 2013 – Derzeit und noch bis in den nächsten März hinein, befinden sich die heimischen Fledermäuse im Winterschlaf. In Höhlen und Stollen von der Decke hängend oder auch verborgen in Holzstößen, überwintern sie in kühlen, aber frostfreien Quartieren. Nicht geschlafen haben die engagierten Fledermausfreunde, die sich auch 2013 im Rahmen der Artenschutz-Kampagne vielfaltleben wieder tatkräftig für die kleinen Jäger der Nacht einsetzten. Denn trotz der vielfältigen heimischen Arten, werden die Lebensräume für Fledermäuse immer knapper. Im Fokus der heurigen Initiative stand die systematische Untersuchung und Förderung Fels bewohnender Fledermausarten in Tirol. 24 von 28 heimischen Fledermausarten leben in Tirol, davon elf an Felswänden und in Steinbrüchen.
Höhlen in Fels und Stein sind als sommerlicher Unterschlupf besonders geeignet, weil sie von der Sonne aufgeheizt werden und weitgehend störungsfrei sind. Um mehr über die bedrohten Fledermäuse herauszufinden, arbeitete ein Team von Biologen rund um vielfaltleben-Fledermausprojektleiter Michael Dobner mit den menschlichen Nutzern der Felswände, wie Bergsportlern und Steinbruchbetreibern zusammen. „Mit Unterstützung des Alpenvereins und der Naturfreunde konnten wir etliche unzugängliche Fledermausquartiere in Felsspalten finden und dadurch neue Erkenntnisse über die Lebensweise der Kleinsäuger gewinnen“, dankt Anton Vorauer, Fledermausschutzbeauftragter der Tiroler Landesregierung und WWF-Mitarbeiter, den Alpinvereinen.
Unter den 2013 im Fels nachgewiesenen Arten sind die Glattnasen am zahlreichsten vertreten. Der prominenteste Findling des heurigen Jahres ist die auffallend häufig festgestellte Zweifarbfledermaus, eine besonders attraktive Fledermaus mit silbernen Haarspitzen. Auch die – vor drei Jahren erstmals für Österreich nachgewiesene – Bulldoggfledermaus war wieder vertreten. Besonders im August und September suchten die Fledermäuse vermehrt die Felswände auf, um dort ihre Paarungsflüge zu absolvieren. Während dieser Zeit können die Rufe der Fledermäuse, die dem Gezirpe von Heuschrecken ähneln, auch vom menschlichen Gehör wahrgenommen werden.
Hilfreich für die Untersuchungen der Fledermausforscher war das Entgegenkommen von Abbau- und Rohstoffbetrieben, die den Biologen nächtlichen Einlass in die Betriebsgelände gewährten. Dadurch konnten mittels Ultraschallaufzeichnungen wertvolle Daten über Fledermäuse gesammelt, aber auch sogenannte „Beifunde“, darunter Alpensegler, Uhu, Wiesel und Haselmaus gemacht werden.
Vielfaltleben, die Kampagne des Lebensministeriums, zielt Österreich weit auf den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten ab. „Während der kalten Jahreszeit können alle Besitzer von Holzheizungen zum Fledermausschutz beitragen“, regt Vorauer an. Bevor Scheiter ins Haus getragen werden, sollte sorgfältig darauf geachtet werden, ob sich Fledermäuse im Holzstoß aufhalten. Falls ein Tier gefunden wird, kann es mit einem Gartenhandschuh vorsichtig und mit dem Hinterteil voran in einen Bereich des Holzstoßes befördert werden, der im heurigen Winter nicht mehr verwendet wird.
In Tirol wird auch 2014 weiter nach Fledermäusen geforscht werden, um den Kenntnisstand über diese Nützlinge zu erweitern. Meldungen von Fledermäusen können gerne unter Tel. 0676/4446610 an den Fledermausschutzbeauftragten gerichtet werden.
Weitere Informationen zur Artenschutz-Kampagne vielfaltleben auf www.vielfaltleben.at
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, claudia.mohl@wwf.at
Anton Vorauer, Fledermausschutzbeauftragter der Tiroler Landesregierung,
Tel. 0676/444 66 10, anton.vorauer@utanet.at
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