Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Neue Zahlen: Möglicher Stromverbrauch entspricht fast einem Drittel des Stromverbrauchs von ganz Oberösterreich – Gesamter Ausbau muss Umweltprüfung durchlaufen – Stromhunger darf nicht auf Natur abgewälzt werden
Fischotter-Tötungen in Niederösterreich bis auf weiteres offiziell gestoppt
Wien, St. Pölten, am 30. November 2018 – Dem WWF Österreich wurde dieser Tage ein Schriftstück mit brisantem Inhalt zugestellt: Nun ist es amtlich, dass die vom Abschuss bedrohten Fischotter in Niederösterreich derzeit eine Atempause genießen. Bis zur Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts ist der Bescheid außer Kraft gesetzt, der Tötungen der streng geschützten Art ermöglicht hatte. „Jeder Fischotter-Abschuss ohne Ausnahmegenehmigung widerspricht sowohl österreichischem als auch EU-Recht und ist somit ein strafrechtlicher Tatbestand“, bekräftigt Biologin Christina Wolf-Petre vom WWF.
Die Naturschutzorganisation appelliert weiterhin an das Land Niederösterreich, nicht wiederholt vorschnell Bescheide zu erstellen, die dann rechtlich auf tönernen Füßen stehen und in weiterer Folge ohnehin durchfallen. Die Kritikpunkte in der Beschwerde sind großteils die gleichen wie in dem vorhergehenden Bescheid, den das Landesverwaltungsgericht als „krass mangelhaft“ an die Behörde zurückverwiesen hatte. „Rechtliche Vorgaben sollten nicht zuletzt auch von Behörden ernst genommen werden. Recht sollte immer Recht bleiben, egal um wen es sich handelt, “ sagt Wolf-Petre im Zusammenhang mit dem neu ausgestellten Bescheid der Behörde.
„Wir verstehen die Sorgen der Teichwirte und Fischereiverbände“, unterstreicht Wolf-Petre. Gerade deshalb brauche es endlich einen rechtskonformen Managementplan, der den Betroffenen tatsächlich weiterhilft: „Aufklärung, Beratung und vorbeugende Maßnahmen wie Zäunungen wären ebenso wichtig wie Entschädigungen, wenn trotzdem etwas passiert.“ Schlecht geplante, rein politisch motivierte Tötungen von Fischottern verursachen nur unnötiges Tierleid, aber den Betroffenen bringen sie gar nichts.
Zum Hintergrund: Am 18. Oktober brachte der WWF Österreich aufgrund zahlreicher rechtlicher und inhaltlicher Mängel eine gerichtliche Beschwerde gegen die Tötung von 40 Fischottern in Niederösterreich ein. Zuvor hatte die Naturschutzorganisation noch versucht, die Kritikpunkte im Rahmen einer Stellungnahme im Verfahren einzubringen. Diese wurden jedoch nicht berücksichtigt. Der neue Bescheid entspricht in vielerlei Hinsicht dem – in einem vorherigen Verfahren vom Landesverwaltungsgericht als „krass mangelhaft“ beurteilten und aufgehobenen – Bescheid.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Huchensterben in der Ybbs: WWF warnt vor tödlichen Wanderhindernissen
Fotos zeigen stark gefährdete Fische vor Kraftwerksbarrieren – WWF fordert funktionsfähige Fischaufstiege und durchgängige Flüsse als Schutz vor zunehmender Hitze
WWF-Erfolg: Tiwag muss Gefahrenanalysen herausgeben
Das Tiroler Landesverwaltungsgericht gibt dem WWF recht: Die Tiwag muss wichtige Dokumente rund um den geplanten Ausbau des Kraftwerks Kaunertal herausgeben. Dazu zählen auch Flutwellenberechnungen und Gefahrenszenarien.
WWF-Untersuchung: Wildfluss-Heuschrecken am Tiroler Inn verschwunden
Drei stark gefährdete Arten nur noch am Zubringer Ötztaler Ache nachweisbar – Flussverbauungen und Wasserableitungen setzen letzte Lebensräume unter Druck – WWF fordert großflächige Renaturierungen
WWF: Gericht verpflichtet Tiwag zur Herausgabe von Gefahrenanalysen
Landesverwaltungsgericht gibt WWF recht: Landesenergiekonzern muss Untersuchungen zu klimabedingten Naturgefahren, Flutwellenberechnungen, Alarmpläne und Gefahrenszenarien zum Gepatsch-Speicher herausgeben
Google-Rechenzentrum ohne UVP: WWF fordert rasche Gesetzesreform
Rechenzentren als eigenen Tatbestand im UVP-Gesetz verankern – Umweltorganisation verlangt Gesamtprüfung und strenge Umweltauflagen für Google-Ausbau in Kronstorf
Good News: Mehr Luchse in den Südostalpen
Im Dreiländereck Italien-Slowenien-Österreich beobachten wir einen Anstieg der Luchspopulation. Eine schöne Bestätigung für den grenzüberschreitenden Artenschutz!
WWF-Studie: Massiv gefährdete Donaustöre beinahe täglich Opfer von Wildtierkriminalität
In zehn Jahren über 3.300 Störe in der Unteren Donau illegal getötet – WWF warnt vor Kollaps dieser wichtigen Vorkommen in Europa und fordert konsequentere Strafverfolgung
Google-Rechenzentrum wird größer: WWF fordert strenge Umweltauflagen
Geplante Erweiterung in Kronstorf verschärft Druck auf Böden und Wasser der Region – WWF verlangt volle Transparenz und verbindliche Auflagen von Landesregierung













