September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
Flussgipfel: Berlakovich will sofortigen Baustopp an der Sulm
Wien, 19. Juli 2013 – Bundesminister Nikolaus Berlakovich will sich beim Kraftwerksbau an der Schwarzen Sulm für einen sofortigen Baustopp einsetzen und das Thema am kommenden Montag in den Ministerrat bringen. Doch der Umweltminister zögert noch mit seiner Weisung an Landeshauptmann Franz Voves das Projekt ganz zu stoppen. Das ist das Ergebnis des gestrigen Treffens mit Berlakovich und den wichtigsten Vertretern der Umweltschutzszene Österreichs. Die Delegation der Umweltschützer überreichte dem Minister 5.000 Unterschriften zur Rettung der Schwarzen Sulm. „Wir begrüßen die Absicht des Umweltministers. Aber die Weisung an den steirischen Landeshauptmann durch Berlakovich ist längst überfällig. Nur so kann die Schwarze Sulm gerettet werden“, appelliert WWF-Flussexperte Christoph Walder an den Minister.
Eine große Allianz für einen kleinen Fluss: Fast die gesamte Umweltszene Österreichs war beim gestrigen Flussgipfel mit Bundesminister Berlakovich im Lebensministerium vertreten. Freda Meissner-Blau, Bernd Lötsch, Ulrich Eichelmann von Riverwatch, WWF, GLOBAL 2000, Naturschutzbund, Umweltdachverband, Arbeitskreis zum Schutz der Koralpe, die Initiative zur Rettung der Sulm und die Grünen Steiermark.
Die Umweltschützer informierten den Minister dabei über die Situation vor Ort und forderten ihn auf, das Projekt per Weisung endlich zu stoppen. Derzeit wird an der Sulm gebaggert und das Kraftwerk ist bereits im Bau. Erst vor wenigen Tagen war es vor Ort zu einer Eskalation zwischen dem Kraftwerksbetreiber und Aktivisten gekommen.
Gleichzeitig prüfen die Behörden der Steiermark im Rahmen des Wasserrechtsverfahrens, ob der ökologische Wert der Natur höher zu bewerten ist als die zu erwartende Stromgewinnung. Die Umweltexperten befürchten, dass das Kraftwerk erneut genehmigt wird, denn die Prüfung des Projekts erfolgt durch dieselben Beamten, die es vor Jahren schon einmal genehmigt und den wasserrechtlichen Bescheid ausgestellt hatten.
Berlakovich versicherte der Umweltexpertendelegation gestern sich für einen sofortigen Baustopp einzusetzen und das Thema am kommenden Montag im Ministerrat mit dem Bundeskanzler und den Regierungsmitgliedern zu besprechen. Eine Weisung an Landeshauptmann Voves sei für ihn erst das letzte Mittel. „Ohne Weisung aber droht eine Eskalation an der Schwarzen Sulm, hohe Strafzahlungen an die EU und die Zerstörung einer der letzten unberührten Flüsse Österreichs“, warnt Walder.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, WWF-Pressesprecher, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Foto-Credit: Grüne Steiermark
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung
WWF: Österreich verschwendet täglich rund 140 Lkw-Ladungen Lebensmittel
Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
WWF warnt vor Ausweitung von Kärntens rechtswidriger Abschusspolitik
Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen










