Naturschutzorganisation analysiert Bodenpolitik der Bundesländer – Salzburg an der Spitze, aber nur „lückenhaft“ – Kärnten und Oberösterreich Schlusslichter – Mehr als die Hälfte der 99 Teilbewertungen im neuen WWF-Bodenreport kritisch oder ungenügend
Forschungseinsatz beflügelt: Seeadler mit Satelliten-Sendern ausgestattet
Presseaussendung WWF und Nationalpark Donau-Auen
Orth an der Donau/Wien am 25. Mai 2016 – Fünf junge Seeadler wurden Anfang Mai im Zuge des Schutzprogramms für unseren Wappenvogel mit GPS-GSM-Dataloggern ausgestattet. Neben vier Jungvögeln in den Donauauen – erstmalig auch im Wiener Anteil des Nationalpark Donau-Auen – wurde auch in den Marchauen ein Jungvogel besendert. Bepackt mit dem kleinen Telemetrie-„Rucksack“, werden die – beinahe ausgewachsenen, aber noch flugunfähigen – Vögel in den nächsten Wochen ihre Horste verlassen. Sie sollen dann Daten für die erste heimische Telemetrie-Studie bereitstellen.
„Mit Hilfe der Funksignale können wir feststellen, wo die Adler umherstreifen, rasten und überwintern und somit passende Maßnahmen für ihren Schutz entwickeln“, erklärt WWF-Projektleiter Christian Pichler. So können die Daten etwa bei der Planung von Windkraftanlagen helfen, um zu vermeiden, dass Seeadler zu Schaden kommen.
Das Land Niederösterreich setzt wichtige Maßnahmen für die Erhaltung gefährdeter Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräume. „Dass so majestätische Tiere wie der Seeadler wieder in unsere Landschaft Einzug halten und Platz finden, ist eine Auszeichnung für unser einzigartiges Naturland Niederösterreich. Durch die Besenderung erhalten wir wertvolle Daten um die Tiere besser kennen zu lernen und effektiver schützen zu können“, erklärt Naturschutz-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf.
Zur Besenderung heben Kletterer die Nestlinge vorsichtig aus dem mächtigen Horst in luftiger Höhe und seilen sie ab. Am Boden wird ihnen dann der 30 Gramm leichte Sender auf den Rücken geschnallt. Anschließend werden sie vermessen und gewogen und danach wieder in den Horst gesetzt. Die Sender sind mit einer Sollbruchstelle versehen und lösen sich in etwa zwei bis drei Jahren wieder ab.
Wichtiger Partner im Forschungsprojekt ist der Nationalpark Donau-Auen. Hier brüten jährlich fünf Seeadler-Paare, eines davon in der Lobau. Stefan Schneeweihs, zuständig für dieses Artenschutzprojekt im Nationalpark, erklärt: „Durch diese Maßnahme gewinnen wir wichtige weitere Erkenntnisse über die Bedürfnisse und das Verhalten der Jungtiere. Diese helfen uns, Maßnahmen zu Gebietsberuhigung und Horstschutz noch besser abzustimmen. So wurde unter anderem festgestellt, dass sich die Jungadler oft noch einige Zeit in Horstnähe aufhalten, bevor sie ausgedehnte Flüge starten und sich neue Reviere suchen.“
Erwachsene Seeadler gehören zu den größten Greifvögeln Europas und beeindrucken mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,30 Metern. Die imposanten Adler stehen europaweit unter Artenschutz und sind in Österreich nach wie vor bedroht. „Die größte Hürde für die langfristige Rückkehr des Seeadlers an unsere Flüsse und Auen ist illegale Verfolgung“, erklärt Pichler vom WWF. „Leider vergeht kein Jahr, in dem nicht erschossene oder vergiftete Seeadler gefunden werden.“ Die Besenderung liefert neben wissenschaftlichen Daten auch wichtige Erkenntnisse gegen die illegale Verfolgung des geschützten Tiers. Die GPS-Sender leisten bei der Aufklärung dieser Fälle wichtige Dienste, denn sie bestimmen die Position der Seeadler per Satellit und funken ihre Koordinaten in kurzen Abständen über das GSM-Handynetz an den WWF. Außerdem sind die Sender mit einem Temperatursensor ausgestattet. „Dadurch können wir rasch feststellen, wenn ein Tier nicht mehr am Leben ist. Besonders bei den Jungtieren ist die Sterblichkeit hoch“, so Pichler.
Der Seeadler ist Österreichs Wappenvogel und war ab den 1950er Jahren aus unseren Breiten verschwunden, bis er 2001 erstmals wieder in den March-Thaya-Auen in Niederösterreich erfolgreich Junge aufzog. Seither ist er in einige seiner angestammten Lebensräume zurückgekehrt. Insgesamt sind heute wieder um die 30 Brutpaare bei uns anzutreffen.
Seeadler können auf ihren Streifzügen Strecken von mehreren hundert Kilometern überwinden. Deshalb müssen ihre Lebensräume nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa geschützt und miteinander vernetzt sein. Die strenge EU-Naturschutzgesetzgebung stellt beispielsweise sicher, dass die Mitgliedsstaaten der Union Schutzgebiete ausweisen, in denen die Seeadler ihre mächtigen Horste bauen und ungestört die Jungen aufziehen können.
Eben diese EU-Naturschutz-Richtlinien sollen nun im Zuge einer "Entbürokratisierung" aufgeweicht werden. Unter www.wwf.at/natura2000 können Interessierte einen eigenen Naturklang komponieren, diesen per Mausklick an die neun für Naturschutz zuständigen Landesräte in den Bundesländern schicken und so ein klares Zeichen für den Erhalt der einzigartigen Natur setzen.
Rückfragehinweis und Fotos:
Theresa Gral, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-216, theresa.gral@wwf.at
Erika Dorn, Nationalpark Donau-Auen GmbH, Tel.: 02212/3450-26, e.dorn@donauauen.at
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