WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
GLOBAL2000 und WWF begrüßen zusätzliche Mittel für Photovoltaik, vermissen aber großen Wurf
Wien, am 20. September 2019. Die beiden Umweltorganisationen GLOBAL 2000 und WWF Österreich begrüßen die zusätzlichen Mittel für den Ausbau der Photovoltaik, sehen aber auch kritische Punkte an der aktuellen politischen Ökostrom-Einigung: „Es ist positiv, dass zusätzliche Mittel für Photovoltaik bereitgestellt werden. Gemeinsam mit 254 Unternehmen haben wir im Rahmen unserer Solarinitiative genau darauf hingewirkt. Ein großer Wurf ist das Paket aber trotzdem nicht. So wird etwa beim Windausbau die Förderung nur zeitlich verschoben. Was jetzt ausgegeben wird, fehlt dann in späteren Jahren. Statt Probleme zu lösen, werden Probleme somit nur auf später verschoben. Auch auf die Naturverträglichkeit wird viel zu wenig geachtet. Diese Not-Reparatur kann daher nur ein erster Schritt sein. Wir brauchen ein Gesamtpaket, das einen naturverträglichen Ausbau von Ökostrom in Österreich sicherstellt", sagen Karl Schellmann vom WWF Österreich und Johannes Wahlmüller von GLOBAL 2000.
Pro Jahr werden für 2020, 2021 und 2022 jeweils 36 Millionen Euro für Photovoltaik bereitgestellt. Die Umweltorganisationen sehen diesen Schritt positiv, weil er einen drohenden Einbruch des Photovoltaik-Ausbaus abwendet. In einem kommenden Energiegesetz, sollte die Förderdeckelung aber gänzlich aufgehoben werden, damit eine Verzehnfachung der Sonnenstromerzeugung in den nächsten zehn Jahren erreicht werden kann. Das ist notwendig, um das Ziel zu erreichen, den Stromverbrauch in Österreich bis 2030 zu 100 Prozent auf erneuerbare und naturverträglich erzeugte Energie umzustellen. Die beiden Umweltorganisationen GLOBAL 2000 und WWF Österreich, die die Solarinitiative im Rahmen des Appells der Wirtschaft für Energiewende und Klimaschutz ins Leben gerufen haben, werden daher weiterhin auf die Umsetzung von Verbesserungen drängen. Denn österreichweit werden derzeit erst zwei Prozent des Potenzials von Sonnenenergie genutzt.
Ökostrom-Ausbau muss naturverträglich und effizient erfolgen
Kritisch zu bewerten ist, dass die Aufstockung der Subventionen für die Österreich bereits extrem stark ausgebaute Wasserkraft nicht an Naturschutzkriterien geknüpft wird. „Die Politik muss endlich garantieren, dass mit diesen Förderungen keine zusätzlichen Projekte in ökologisch sehr guten Flussstrecken oder Schutzgebieten subventioniert werden. Denn für die Anpassung an den Klimawandel brauchen wir auch intakte Flüsse“, sagt WWF-Flussexperte Gerhard Egger. „Gerade in Österreich, wo schon 60 Prozent aller Gewässer keinen guten ökologischen Zustand aufweisen, muss der Ökostrom-Ausbau entlang klarer Naturschutzkriterien erfolgen. Davon würden letztlich Mensch, Natur und Klima profitieren“, betont Egger. Damit der Ökostromausbau naturverträglich erfolgt, braucht es zudem einen starken Schwerpunkt auf Energieeinsparungen und Energieeffizienz.
"Alle Parteien haben im Wahlkampf angegeben, dass bis 2030 Ökostrom zu 100 Prozent auf erneuerbare Energie umgestellt werden soll. Dafür braucht es geeignete Rahmenbedingungen. Mindestens genauso viel Energie sollte jetzt in Initiativen zur Einsparung von Energie gesteckt werden. Seit Jahren bauen wir Ökostrom aus, aber der Anteil von Ökostrom steigt nicht, weil der Stromverbrauch davongaloppiert. Auf diesem Auge darf die Politik nicht länger blind agieren", fordern GLOBAL 2000 und WWF auch entscheidende Maßnahmen in diesem Bereich.
Rückfragehinweis:
Mag. Volker Hollenstein
Politischer Leiter WWF Österreich
E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
Mobil: +43664 5013158
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
Aschermittwoch: WWF empfiehlt heimischen Bio-Fisch als Alternative zu Hering und Co
Weltmeere drastisch überfischt – Nordatlantische Heringsbestände in kritische Bereiche gesunken – 92 Prozent des konsumierten Fischs in Österreich importiert
Schutz der Mur: Slowenische Regierung stoppt endgültig alle Kraftwerkspläne
WWF begrüßt Konzessionsentzug für acht geplante Wasserkraftwerke an der Mur an der Grenze zur Steiermark – Weg frei für Renaturierung im UNESCO-Biosphärenpark













