Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
GLOBAL2000 und WWF begrüßen zusätzliche Mittel für Photovoltaik, vermissen aber großen Wurf
Wien, am 20. September 2019. Die beiden Umweltorganisationen GLOBAL 2000 und WWF Österreich begrüßen die zusätzlichen Mittel für den Ausbau der Photovoltaik, sehen aber auch kritische Punkte an der aktuellen politischen Ökostrom-Einigung: „Es ist positiv, dass zusätzliche Mittel für Photovoltaik bereitgestellt werden. Gemeinsam mit 254 Unternehmen haben wir im Rahmen unserer Solarinitiative genau darauf hingewirkt. Ein großer Wurf ist das Paket aber trotzdem nicht. So wird etwa beim Windausbau die Förderung nur zeitlich verschoben. Was jetzt ausgegeben wird, fehlt dann in späteren Jahren. Statt Probleme zu lösen, werden Probleme somit nur auf später verschoben. Auch auf die Naturverträglichkeit wird viel zu wenig geachtet. Diese Not-Reparatur kann daher nur ein erster Schritt sein. Wir brauchen ein Gesamtpaket, das einen naturverträglichen Ausbau von Ökostrom in Österreich sicherstellt", sagen Karl Schellmann vom WWF Österreich und Johannes Wahlmüller von GLOBAL 2000.
Pro Jahr werden für 2020, 2021 und 2022 jeweils 36 Millionen Euro für Photovoltaik bereitgestellt. Die Umweltorganisationen sehen diesen Schritt positiv, weil er einen drohenden Einbruch des Photovoltaik-Ausbaus abwendet. In einem kommenden Energiegesetz, sollte die Förderdeckelung aber gänzlich aufgehoben werden, damit eine Verzehnfachung der Sonnenstromerzeugung in den nächsten zehn Jahren erreicht werden kann. Das ist notwendig, um das Ziel zu erreichen, den Stromverbrauch in Österreich bis 2030 zu 100 Prozent auf erneuerbare und naturverträglich erzeugte Energie umzustellen. Die beiden Umweltorganisationen GLOBAL 2000 und WWF Österreich, die die Solarinitiative im Rahmen des Appells der Wirtschaft für Energiewende und Klimaschutz ins Leben gerufen haben, werden daher weiterhin auf die Umsetzung von Verbesserungen drängen. Denn österreichweit werden derzeit erst zwei Prozent des Potenzials von Sonnenenergie genutzt.
Ökostrom-Ausbau muss naturverträglich und effizient erfolgen
Kritisch zu bewerten ist, dass die Aufstockung der Subventionen für die Österreich bereits extrem stark ausgebaute Wasserkraft nicht an Naturschutzkriterien geknüpft wird. „Die Politik muss endlich garantieren, dass mit diesen Förderungen keine zusätzlichen Projekte in ökologisch sehr guten Flussstrecken oder Schutzgebieten subventioniert werden. Denn für die Anpassung an den Klimawandel brauchen wir auch intakte Flüsse“, sagt WWF-Flussexperte Gerhard Egger. „Gerade in Österreich, wo schon 60 Prozent aller Gewässer keinen guten ökologischen Zustand aufweisen, muss der Ökostrom-Ausbau entlang klarer Naturschutzkriterien erfolgen. Davon würden letztlich Mensch, Natur und Klima profitieren“, betont Egger. Damit der Ökostromausbau naturverträglich erfolgt, braucht es zudem einen starken Schwerpunkt auf Energieeinsparungen und Energieeffizienz.
"Alle Parteien haben im Wahlkampf angegeben, dass bis 2030 Ökostrom zu 100 Prozent auf erneuerbare Energie umgestellt werden soll. Dafür braucht es geeignete Rahmenbedingungen. Mindestens genauso viel Energie sollte jetzt in Initiativen zur Einsparung von Energie gesteckt werden. Seit Jahren bauen wir Ökostrom aus, aber der Anteil von Ökostrom steigt nicht, weil der Stromverbrauch davongaloppiert. Auf diesem Auge darf die Politik nicht länger blind agieren", fordern GLOBAL 2000 und WWF auch entscheidende Maßnahmen in diesem Bereich.
Rückfragehinweis:
Mag. Volker Hollenstein
Politischer Leiter WWF Österreich
E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
Mobil: +43664 5013158
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel
September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Good News: Kakapos kehren nach Neuseeland zurück
Die vom Aussterben bedrohte Vogelart erholt sich: 2026 ist der Bestand in Neuseeland so hoch, wie seit bereits 75 Jahren nicht mehr.
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung











