Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
H&M reduziert Wasserverbrauch in Kooperation mit WWF
Stockholm, 24. Jänner 2013 – Die Modekette H&M hat in Kooperation mit der Umweltorganisation WWF eine neue Strategie zur Reduktion ihres Wasserverbrauchs angekündigt. Die Maßnahmen erstrecken sich auf die gesamte Produktionskette und sollen sich besonders auf Flusseinzugsgebiete in Produktionsschwerpunktländern der Modekette positiv auswirken. Der WWF wird an der weltweiten Umsetzung dieser Strategie in den nächsten drei Jahren mitwirken.
Im Jahr 2012 haben der WWF und H&M eine umfassende Evaluation der Wasserstrategie des Konzerns unternommen. Dabei wurden besonders die landwirtschaftliche Produktion der Fasern, das Färben und die Waschprozesse untersucht. Wie der WWF betont, hat bisher keine andere Modekette eine so umfassende globale Wasserverbrauchsstrategie.
„Wasser ist ein wertvoller Rohstoff für H&M und wir werden dafür sorgen, dass Wasser in unserer Wertschöpfungskette verantwortlich eingesetzt wird. Wir werden den Wasserverbrauch in unseren Prozessen minimieren, die Umwelt schützen und die Wasserversorgung für die jetzige und kommende Generation sichern. Wir freuen uns über die Partnerschaft mit dem WWF und hoffen, dass andere diesem Beispiel folgen werden“, sagte Karl-Johan Persson, Vorstandsvorsitzender von H&M.
„Die Partnerschaft mit H&M ist ein Meilenstein in unserer Arbeit mit internationalen Unternehmen zur Senkung des Wasserverbrauchs. H&M versteht, dass der langfristige Konzernerfolg vom Zugang zu Wasserressourcen abhängt. Der Konzern versteht ebenso seine soziale Verpflichtung, als guter Nachbar in den beteiligten Ländern auch auf die Ressourcen zu schauen. Die Wasserstrategie von H&M ist ein integraler Bestandteil ihres Business-Plans. Wir hoffen, dass andere Unternehmen diesem Beispiel folgen werden“, sagte der Generaldirektor des WWF-International, Jim Leape.
Um die Prinzipien der Wasserstrategie zu verankern, erhalten Designer, Händler und Mitarbeiter Schulungen zur nachhaltigen Wassernutzung in den Bereichen Rohstoffproduktion sowie Textilbearbeitungsverfahren. H&M wird auch die interne Effizienz des Wasserverbrauchs und den ihrer Lieferanten steigern. Weiters werden der WWF und der Konzern mit Politikern, NGOs, Wasserbehörden und anderen Unternehmen zusammenarbeiten, um das Management der Flussgebiete in China und Bangladesch, Produktionsschwerpunktländern von H&M, zu verbessern. H&M wird außerdem den Wasserschutz am Yangtse-Fluss in China unterstützen.
Heute leben 2,7 Milliarden Menschen, das sind 40 Prozent der Weltbevölkerung, in Flusseinzugsgebieten, die unter einer ernsthaften Wasserknappheit mindestens einmal im Jahr leiden. Das hat der WWF Living Planet Report 2012 ergeben. Ein Drittel der Fabriken, die in Nassprozessen Kleidung für H&M produzieren, befinden sich in solchen Gebieten oder werden bis 2025 dort angesiedelt sein.
Die neue Wasserstrategie von H&M wird in 48 Ländern und 2.700 Geschäften weltweit umgesetzt, wobei 750 Lieferanten und Produzenten erreicht werden. 94.000 Angestellte des Konzerns werden über die neue Strategie informiert. Mehr als 1.000 Mitarbeiter in den Verkaufsgeschäften und der Produktion sind direkt in die Umsetzung involviert.
Rückfragehinweis:
Mag.(FH) Lisa Simon, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel.: +43-1-48817-215, E-Mail: lisa.simon@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima
Durchbruch an der Grenzmur: WWF zeigt, wie Renaturierung gelingt
WWF Österreich und slowenische Projektpartner stellen natürlichen Fluss der Mur wieder her – Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Flusslebensräume
Hitzetod bedroht Amazonas-Delfine: Studien zeigen gefährliche neue Normalität
Anhaltende Überhitzung von Flüssen gefährdet seltene rosa Flussdelfine – Klimakrise als Ursache für “thermische Fallen” von bis zu 41 Grad Celsius – WWF fordert besseren Schutz von Flüssen
Hunde-Spaziergang am Inn: Wie man Vogel-Nachwuchs schützen kann
An den Kiesbänken des Inns brüten derzeit wieder seltene Vogelarten. Doch Spaziergänger:innen und freilaufende Hunde können den Nachwuchs unwissentlich gefährden.
Statusbericht Wolf: 121 Wölfe in Österreich nachgewiesen, weniger Rudel, kaum Nachwuchs
Neuer Bericht des Österreichzentrums: Rückgang auf acht Wolfsrudel im Vorjahr, nur wenige Welpen, Rekordzahl an Abschüssen – WWF fordert mehr Herdenschutz
Brutsaison am Inn: WWF und BirdLife appellieren für mehr Rücksicht auf seltene Kiesbrüter
Gefährdete Vogelarten brüten am Inn – Steigende Bestände bei Flussuferläufern geben Hoffnung – Naturschutzorganisationen warnen vor Störungen durch Menschen













