Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
Hunderte Biber auf der Abschussliste – WWF fordert sofortigen Tötungs-Stopp

Bis zu 713 Biber stehen in Österreich derzeit auf der Abschussliste, obwohl sie EU-rechtlich streng geschützt sind. Das zeigt eine aktuelle WWF-Auswertung der möglichen Abschuss-Kontingente in mehreren Bundesländern. Konkret dürfen jährlich in Niederösterreich bis zu 392 Tiere geschossen werden, in Oberösterreich künftig bis zu 158, in Kärnten bis zu 148 und in Salzburg bis zu 15. Die Naturschutzorganisation WWF Österreich zeigt sich angesichts dieser Zahlen alarmiert und fordert einen sofortigen Stopp der Tötungs-Politik. „Immer mehr Bundesländer setzen auf Tötungen, wenn es Konflikte mit dem Biber gibt. Das löst keine Probleme – es verschärft sie. Denn wo der Biber verschwindet, leidet die Natur.“, kritisiert WWF-Expertin Sarah Layendecker. Der WWF fordert daher die Schaffung von mehr Lebensraum für den Biber, beispielsweise durch ausgewiesene Uferrandstreifen. „Rund 90 Prozent der Konflikte mit dem Biber treten innerhalb von zehn Metern ab dem Gewässerrand auf. Überlässt man den Tieren zumindest diesen Bereich, können sie einen langfristigen Mehrwert für unsere Gesellschaft bringen”, sagt Sarah Layendecker vom WWF.
WWF startet Petition gegen Biber-Tötungen
Als Ökosystem-Ingenieur gestaltet der Biber seine Umgebung nachhaltig mit. Die von ihm geschaffenen Feuchtgebiete bieten nicht nur Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sondern fördern darüber hinaus den Wasserrückhalt in der Landschaft. „Das ist gerade in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse ein großer Vorteil, da sowohl Überschwemmungen als auch Dürren dadurch abgefedert werden“, sagt WWF-Expertin Sarah Layendecker. Trotzdem werden in immer mehr Bundesländern Abschüsse der streng geschützten Tiere erlaubt – zuletzt in Salzburg. Darüber hinaus haben Oberösterreich und die Steiermark entsprechende Abschussverordnungen angekündigt.
Der WWF startet daher die Petition “Stoppt die Biber-Tötungen”. “Die Bundesländer müssen erkennen, dass sie mit ihren Abschüssen auf dem Holzweg sind und gegen geltendes EU-Recht verstoßen”, sagt dazu Sarah Layendecker vom WWF. Die Petition gegen Biber-Tötungen kann ab sofort unterschrieben werden.
Bilder und weitere Informationen zum Biber gibt es hier.
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