In Namibia wurden 2025 so wenige Nashörner gewildert wie seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Der Rückgang um 53% zeigt, dass konsequenter Artenschutz wirkt.
Illegales Holz landet noch immer in Büchern und Spielzeug
WWF Presseaussendung
Brüssel/Wien, 23. 9. 2015 – Eine neue Umfrage des WWF in neun EU-Ländern hat ergeben, dass sich 85 Prozent der Konsumenten für strengere Gesetze aussprechen, die die legale Herkunft von Holzprodukten garantieren. Auch die Holzunternehmen – von Produzenten bis zu Händlern – sprechen sich nun in einer öffentlichen Erklärung an die EU-Kommission dafür aus, dass die gegenwärtigen Regelungen gegen illegales Holz schärfer werden sollen. „Illegal geschlägertes Holz landet immer noch in vielen Artikeln unseres Alltags und damit werden unsere Wälder und die darin lebende Artenvielfalt zerstört“, warnt WWF-Waldexperte Johannes Zahnen.
Die WWF-Umfrage wurde in neun Ländern durchgeführt (UK, Deutschland, Italien, Frankreich, Schweden, Niederlande, Portugal, Belgien und Rumänien). Drei Viertel der Befragten wussten gar nicht, dass in der EU noch immer illegales Holz erhältlich ist. 85 Prozent sprachen sich dafür aus, dass strengere Regeln den Kauf von solchem Holz verhindern. Fast ebenso viele der Befragten (82 Prozent) wollen, dass die EU diese Regeln in allen EU-Ländern einführt. Und mehr als drei Viertel (78 Prozent) dachten, dass die derzeitigen EU-Regeln für alle Holzprodukte gelten würden.
Die EU führte die Holzhandelsverordnung (EUTR) ein um illegales Holz vom Markt fernzuhalten. Sie wird derzeit von der Europäischen Kommission geprüft und, wenn nötig, überarbeitet. Nur wenige wissen, dass die Verordnung nicht für alle Holzprodukte gilt. So sind z. B. Stühle, Spielzeug, Bücher, Musikinstrumente, Holzkohle, Weinständer, Wäscheklammern und viele andere Produkte von den Regelungen ausgenommen.
Doch nicht nur die Konsumenten, auch die Unternehmer wollen endlich Rechtssicherheit. 63 Unternehmen und sieben Verbände der Holzindustrie sprachen sich in einer Erklärung an die EU-Kommission aus, dass ausreichende Mittel zur Durchsetzung der Richtlinie in der gesamten EU zur Verfügung gestellt werden und dass eine einheitliche Auslegung in allen EU-Staaten gewährleistet wird. Die zeichnenden Unternehmen warnen davor, dass illegaler Holzeinschlag nicht nur die weltweiten Waldreserven sondern auch die Artenvielfalt gefährdet und die Rechtssicherheit untergräbt.
Der WWF setzt sich ebenso für Maßnahmen ein, um die EUTR wirksam umzusetzen und begrüßt die Initiative der Holzwirtschaft für eine Verbesserung der Gesetzeslage. „Wir freuen uns über das Ergebnis der Umfrage und den Vorstoß der Industrie für strengere Regelungen. Zukünftig sollten alle Holzprodukte von der EU-Richtlinie gedeckt sein“, fordert WWF-Experte Zahnen. Bezogen auf den Wert wird derzeit nur die Hälfte der in die EU importierten Holzprodukte von der EUTR erfasst. „Die EUTR ist der erste wichtige Schritt um die Abholzung der Wälder und die Zerstörung der Ökosysteme zu stoppen. Damit aus einer gut gemeinten EU-Verordnung eine wirksame und sinnvolle Regelung wird, müssen die bekannt gewordenen Schlupflöcher jetzt gestopft werden. Illegal importiertes Holz darf nicht mehr in unseren Möbeln und Büchern landen“, so Zahnen abschließend.
Illegaler Holzhandel ist aber nicht nur für Waldverluste in tropischen Ländern verantwortlich sondern auch in waldreichen Ländern innerhalb der EU, wie z. B. in Rumänien. Dort ist die Forstwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftszweig, für Klein- und Großbetriebe. Durch illegale Schlägerungen sind einige der letzten großen Urwaldreste Europas bedroht und damit auch die lokale Wirtschaft und die Bevölkerung, die von und mit den Wäldern lebt. Viele Produkte am österreichischen Markt – wie Pellets, Papier oder Möbel – werden ebenfalls aus Rumänien importiert. Stärkere Kontrollen der Behörden sollen dem Konsumenten, dem Handel und der weiterverarbeitenden Produktion die Rechtssicherheit geben, dass mit den Produkten Mensch und Natur gleichermaßen profitieren und keine illegalen Rodungen im Spiel waren.
Weitere Informationen:
Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 0676-83488231, E-Mail: franko.petri@wwf.at. Weitere Informationen zur EU-Holzverordnung: wwf.eu/forest. Gemeinsame Erklärung der Holzindustrie: www.wwf.eu/forest/industrystatement.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Tag des Tigers: WWF ortet Licht und Schatten beim Schutz der bedrohten Großkatzen
Nur mehr 5.500 wilde Tiger weltweit – Wilderei und illegaler Handel weitgehend ungestraft – Verlagerung von Handel mit Tiger-Präparaten ins Internet – Neue Schätzungen aus Nepal und China geben Hoffnung
WWF: Europas Meere in dramatischem Zustand – EU muss endlich handeln
Bericht zeigt alarmierende Entwicklung: Artensterben, Klimakrise und Verschmutzung setzen europäischen Meeren massiv zu – WWF fordert verbindlichen Meeresschutz im EU Ocean Act
Wasserkrise und Tiersterben: WWF fordert Krisengipfel zur Rettung der Unteren Lobau
Bürgermeister, Umweltstadträtin und Umweltminister sollen Sofortmaßnahmen gegen die Wasserkrise vereinbaren – Weiteres Zuschauen wäre völlig verantwortungslos
Tiefsee in Gefahr: Staaten entscheiden über Moratorium für Rohstoffabbau am Meeresgrund
Vollversammlung der internationalen Meeresbodenbehörde startet am Montag in Jamaika – Massiver Druck könnte Moratorium gefährden – WWF fordert das Verhindern einer Umweltkatastrophe
Vorarlberg – WWF kritisiert geplante Bibertötungen scharf
Neue Verordnung soll Tötung von bis zu 32 Tieren jährlich ermöglichen – Naturschutzorganisation fordert Vorrang für Prävention und unabhängige Einzelfallprüfung
Amazonas: Neue Studie warnt vor 1,4 Millionen Hektar zusätzlicher Entwaldung
Science-Studie untersucht Folgen des Rückzugs großer Sojahändler aus freiwilligem Soja-Moratorium – WWF-Umrechnung: Prognostizierte Rodungsfläche entspricht rund 34-mal Wien – Entwaldungsfreie Lieferketten gefordert
WWF startet Biodiversitäts-Training für Lehrlinge
Neues Weiterbildungsangebot verbindet Naturerlebnis, Artenschutz und Wirtschaft – Pilotphase mit Wien Energie und Caritas Wien im WWF-Auenreservat Marchegg in Niederösterreich
WWF startet erstmals Wahl zu Österreichs Fluss des Jahres
Online-Voting über neun Flüsse aus allen Bundesländern bis 1. September – Fachleute wählten Kandidaten nach Artenvielfalt, Gefährdung und Schutzbedarf aus













