Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen
Internationaler Tag des Tigers am 29. Juli: Wie viele Tiger hat die Welt?
Kuala Lumpur/Malaysia, 29. Juli 2013 – Zum internationalen Tag des Tigers am 29. Juli ruft der WWF die 13 asiatischen Staaten, in denen heute noch wild lebende Tiger vorkommen, zu einer Zählung der Bestände in den Jahren 2016, 2020 und 2022 auf. In der Deklaration von St. Petersburg haben sich diese Staaten 2010 verpflichtet, bis 2022 die Zahl ihrer wild lebenden Tiger zu verdoppeln und dazu umfassende Naturschutzmaßnahmen umzusetzen. Nur so kann gezeigt werden, ob die Bemühungen der Regierungen Erfolg haben werden. Daher müssen die umfassenden Zählungen schon zur Halbzeit 2016 durchgeführt werden. Zum Zeitpunkt der Deklaration gab es einen Gesamtbestand von 3.200 Tigern. In den zwölf Jahren bis 2022 soll die Zahl auf mehr als 6.000 Exemplare steigen. „Dieses ambitionierte Ziel kann nur erreicht werden mit dem Schutz der Lebensräume der Großkatzen und dem Kampf gegen die Wilderei von Tigern und ihren Beutetieren“, so WWF-Sprecher Franko Petri.
„Die Vertragsstaaten haben sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt und der WWF wird darauf achten, dass dieses Ziel verwirklicht werden kann“, versichert der Leiter des internationalen Tigerprogramms des WWF, Mike Baltzer. „Erst mit den genauen Zahlen können wir erkennen, wo die einzelnen Länder in ihren Bemühungen stehen. So sehen wir auch, was noch getan werden muss um den Fortbestand der Tiger bis 2022 zu gewährleisten und sie vor dem Aussterben zu retten“, so Baltzer.
Die Zahl der Tiger ist in manchen Gegenden schwer nachzuweisen, da sie oft in unzugänglichen Regionen leben. Das bringt meist hohe Kosten mit sich. Mit modernen Beobachtungstechniken, neuer Ausrüstung und billigeren Kamerafallen kann dies leichter gelingen. So haben Indien und Nepal zum ersten Mal heuer eine gemeinsame Zählung im Terai-Gebiet unternommen. Erste Ergebnisse wird die nepalesische Regierung am Internationalen Tag des Tigers am 29. Juli präsentieren. Ein umfassender Report wird Ende 2013 veröffentlicht. Auch Russland beobachtet seine Tigerbestände kontinuierlich. Die Trends zeigen, dass die Maßnahmen zum Tigerschutz in diesen drei Ländern greifen. Von den anderen zehn Tigerstaaten ist dies aber noch unklar. Daher fordert der WWF Zählungen der Bestände in allen Tigerstaaten. Für die Wissenschaftler sind die Zählungen äußerst wichtig um weitere Maßnahmen zu setzen und deren Finanzierung durch die Regierungen und Partnerorganisationen zu sichern.
Der Internationale Tag des Tigers wird in vielen Staaten gefeiert. In Bhutan finden im Beisein von hohen Würdenträgern zahlreiche kulturelle Aktivitäten sowie Kunst- und Skiwettbewerbe statt. Schüler, Lehrer, Mönche und Behördenvertreter sind eingeladen. China begeht den Tag mit einer Konferenz zum grenzüberschreitenden Artenschutz und gegen illegalen Wildtierhandel in Kunming. In Indien wird der Tag in fünf Tigerregionen zusammen mit Schulen zelebriert und Parkranger werden geehrt. In Nepal präsentiert Premierminister Khil Raj Regmi die aktuellen Bestandszahlen in Katmandu. Der in Nepal berühmte Schauspieler Rajesh Hamal ruft die nepalesische Bevölkerung zum Kampf gegen Wilderei und illegalen Artenhandel auf.
Der WWF arbeitet seit vielen Jahren für die Rettung der wilden Tiger. Seit den 1980er Jahren sind die Bestände aber bedrohlich bis 2010 auf nahezu ein Drittel geschrumpft. Daher kämpft der WWF in einer weltweiten Kampagne für die Finanzierung und Durchführung von zahlreichen Tigerprojekten in allen 13 Tigerstaaten. Auch der WWF Österreich ist in dieser Kampagne im burmesisch-thailändischen Grenzgebiet aktiv. Neben dem Kampf gegen Wilderer und der Organisation von Bildungsprogrammen in Dörfern und Schulen werden zahlreiche wissenschaftlichen Studien zu Tigern und ihren Beutetieren vor Ort mit österreichischen Spendengeldern unterstützt.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at. Tigerfotos auf Anfrage bei Manuela Janosch, Tel. 01-48817-239, E-Mail: manuela.janosch@wwf.at.
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