Drei stark gefährdete Arten nur noch am Zubringer Ötztaler Ache nachweisbar – Flussverbauungen und Wasserableitungen setzen letzte Lebensräume unter Druck – WWF fordert großflächige Renaturierungen
Ischler Traun: Bagger ziehen ab – Fische können wieder wandern
Bad Ischl, am 25. April 2008 – In Bad Ischl gehen dieser Tage die Arbeiten an der Fluss-Baustelle im Bereich der alten Eisenbahnbrücke zur Ende. Hier waren die Bagger in den letzten Monaten für den ökologischen Hochwasserschutz am Werk: Das Flussbett der Traun wurde um einen Meter eingetieft und neue, flachere Uferböschungen angelegt, die nun begrünt werden. Zwei neue Gefällsrampen wurden gebaut, die Bachforellen und Äschen die Laichwanderung wieder ermöglichen. Eine Besonderheit dieser Hochwasserschutzmaßnahme ist die Errichtung einer Fischaufstiegshilfe in den einmündenden Sulzbach. „Davon werden anspruchsvolle Flussbewohner wie Bachforelle, Äsche, Koppe und Co. profitieren “, freut sich Flussraummanager Leopold Feichtinger. Auch die Bad Ischler gewinnen durch die Umbauten wertvollen Fluss-Erholungsraum zurück.
Im Hochwasserfall wird nun das Risiko für Überschwemmungen maßgeblich reduziert. „Mit der Absenkung der Traun verbessern wir die Hochwassersicherheit für den Ortsteil Sulzbach in entscheidendem Maße“, erklärt Ing. Wilhelm Laimer, Leiter des Gewässerbezirks Gmunden. Im Unterschied zu den angrenzenden, hart verbauten Ufern flussabwärts sind die neu gestalteten Böschungen wesentlich flacher. Die Uferlinie verläuft nicht monoton und gerade, sondern weist kleine Buchten und Stillwasserbereiche auf. „Die neue entstandenen Schotterbereiche am Ufer werden im Sommer zur Abkühlung einladen, da die Traun über die flacheren Böschungen nun auch für Spaziergänger wieder leichter zugänglich wird“, so Laimer.
Die Umbauarbeiten dauerten von Oktober 2007 bis Februar 2008 und finden nun mit der Auftragung von Humus und der Anpflanzung von rund 4.000 Stecklingen standortgerechter Pflanzen wie Weiden und Erlen ihren Abschluss. Die Eintiefung der Traun führte zu rund 18.000 Kubikmetern Aushub. Für die neuen Rampen, den Fischaufstieg und die Gestaltung der Uferbereiche wurden etwa 12.000 Tonnen Bruchsteine verbaut. Mit Hilfe des neuen Fischaufstiegs und den daran anschließend geplanten Renaturierungsmaßnahmen der Wildbach- und Lawinenverbauung kann der Sulzbach nun seine ursprüngliche Funktion als Laich- und Jungfischgewässer wieder einnehmen.
Der Flussraummanager Leopold Feichtinger wurde 2007 vom Land Oberösterreich, dem Lebensministerium und dem WWF gemeinsam eingesetzt, um im Rahmen des Gewässerbetreuungskonzepts Obere Traun (GBK) für mehr Lebensraum- und Artenvielfalt am Fluss zu sorgen. Zahlreiche Maßnahmen des GBK sollen in den nächsten 15 Jahren dafür sorgen, dass an der Traun nachhaltiger Hochwasserschutz mit der Wiederbelebung wertvoller Auwald-Lebensräume einhergeht.
Rückfragehinweis und Fotos:
Ing. Helmut Huber, Bundeswasserbauverwaltung, Tel. 07612/66337409
Leopold Feichtinger, Flussraummanager Obere Traun, Tel. 0676/83 488 219
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 01 488 17 250
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