Der 5-jährige Rüde hilft mit seiner Spürnase dabei, Fälle von Wildtierkriminalität aufzudecken. Er gilt als besonders ausgeglichen und arbeitsfreudig.
Isel: Umweltminister muss Isel nun unter Schutz stellen
Innsbruck, am 18. Juni 2012 – Am Sonntag fand die Bürgerbefragung zum Kraftwerk Obere Isel in Virgen und Prägraten in Osttirol statt. Bei dieser hat sich eine Mehrheit für die Fortführung der Planungen ausgesprochen. „Dorfinterne Abstimmungen sind eine Sache der Gemeinden und werden von uns zur Kenntnis genommen“, so Christoph Litschauer vom WWF. „ Das Ergebnis kann aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass das Kraftwerk ökologisch nicht genehmigungsfähig ist“, so Litschauer weiter. So hat die Europäische Kommission vor wenigen Tagen festgehalten, dass die Isel österreichweit einer der zwei bedeutendsten Vorkommensgebiete der streng geschützten Deutschen Tamariske ist und deshalb Natura 2000 Gebiet werden muss. „Vor wenigen Wochen hat auch der Nationalparkbeirat die Einzigartigkeit und Besonderheit der Isel gewürdigt und sich gegen Wasserkraftprojekte an diesem Flussjuwel ausgesprochen“, untermauert Adolf Berger, Sprecher der Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk Virgental deren ökologische Bedeutung. WWF und Bürgerinitiative fordern Umweltminister Berlakovich nun auf, die entsprechenden Schritte zum Schutz der Isel einzuleiten.
Kritik an der Vorgangsweise der Projektwerber im Vorfeld der Bürgerbefragung übt Adolf Berger: „Das Projekt wurde zwei Tage vor der Befragung vorgestellt, die Befragung selbst um vier Monate vorgezogen. Schwerpunkt der Überzeugungsarbeit der Projektwerber waren die utopischen Gewinne für die Gemeinden, statt Naturverträglichkeit und Weitblick.“ Die Projektwerber rechnen mit jeweils 400.000 Euro pro Jahr für die verschuldeten Gemeinden Virgen und Prägraten. „Gemeindepolitik mit in Aussicht gestellten Geldkoffern statt Argumenten ist hart an der Grenze der Geschmacklosigkeit“, gibt sich Berger verärgert.
Auch der Schritt der Projektwerber, eine Bürgerbefragung noch vor der kommenden Sommersaison durchzuführen hat System: „So wird die Diskussion mit Sommertouristen vermieden, die nach Osttirol kommen um die unberührte Natur zu genießen“, meint Berger. „Die meisten Gäste wären schockiert von den Plänen, unterhalb der Umbalfälle ein Kraftwerk zu errichten“, so Berger weiter.
WWF und Bürgerinitiative halten an ihrer Botschaft fest: Ein Kraftwerk am letzten frei fließenden Gletscherfluss der Ostalpen würde nicht nur einen gravierenden Einschnitt in dieses einzigartige und sensible Ökosystem bedeuten, sondern auch dem Tourismus in der Region schaden.
Nun ist Umweltminister Berlakovich gefordert. Litschauer: „Der Umweltminister muss sich nun für einen Schutz des Flussheiligtums Isel aussprechen und der Tiroler Landesregierung erklären, dass ein Kraftwerksprojekt an einer derart ökologisch hochwertigen Fließstrecke nicht möglich ist. Sowohl im Tiroler Kriterienkatalog als auch im Bundeskriterienkatalog fällt das Kraftwerksprojekt in Sachen Ökologie eindeutig durch.“
Die Gemeinden Prägraten und Virgen planen gemeinsam mit der INFRA Development GmbH ein Kraftwerk an der Oberen Isel unterhalb der Umbalfälle. Natur- und Umweltschutzorganisationen, darunter auch der WWF, sowie Bürgerinitiativen treten gegen die Kraftwerkspläne auf. Neben der freien Fließstrecke sind auch geschützte Arten wie die Deutsche Tamariske und der Flussuferläufer betroffen.
Rückfragehinweis:
Christoph Litschauer, Flussexperte des WWF , Tel. 0676/83488213, Email: christoph.litschauer@wwf.at
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