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Jugendliche wandern für mehr Wildnis
Wien, 4. Oktober 2013 – Sechs Tage lang wanderten 24 Jugendliche und junge Erwachsene aus Österreich, Bulgarien, Lettland, Rumänien, Spanien und der Türkei durch den Westen Spaniens, um sich für mehr unberührte Natur stark zu machen. Aus Österreich dabei waren die 20-jährige Miriam und der 19-jährige Moritz, beide Mitglieder der WWF Jugendgruppe „Youth Taking Action for the Earth (YTAE). Das Ziel ihrer 110 Kilometer langen Reise ist die weltgrößte Wildniskonferenz „WILD10“, die vom 4. bis 10. Oktober in Salamanca stattfindet. Die Jugendlichen werden dort Delegierten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Naturschutz aus der ganzen Welt von ihren Erlebnissen in und mit der Natur berichten. „Jugendliche und junge Erwachsene kommen immer häufiger zu uns mit dem Wunsch einmal Wildnis pur zu erleben, einfach Zeit mitten in der Natur fernab von der Hektik des Alltags. Sie suchen einen Ausgleich vom Stress und Konsumdenken in ihrem Leben. Unberührte oder naturnahe Landschaften, die solche Erlebnisse ermöglichen, werden aber leider immer seltener“, so Nathan Spees, Leiter des WWF Jugendprogramms.
Die 19- bis 29-jährigen starteten ihre Wanderung am 28. September 2013 am Rande des Naturparks „Las Batuecas-Sierra de Francia“ 110 Kilometer südlich von Salamanca im Westen Spaniens. Ihr Weg Richtung Norden entlang des „Rio Cuerpo de Hombre” und der alten Römerstraße „Ruta de la Plata“ führte sie durch wilde Berg- und Hügellandschaften, alte Eichenwäldern, riesige Rinderherden und zahleiche mittelalterliche Dörfer. Begleitet wurden die Jugendlichen auf ihrer Reise von erwachsenen Coaches aus jedem Land. Drei bis sieben Stunden waren sie täglich zu Fuß unterwegs. Zusätzlich diskutierten sie bei Workshops mitten in der Natur Themen wie den ökologischen Fußabdruck oder interkulturelle Kommunikation. Einen ganzen Tag wanderte jeder Teilnehmer alleine, um so die Natur noch intensiver zu erleben.
Am 3. Oktober wurde die Wandergruppe vom Bürgermeister Salamancas empfangen und nimmt aktuell an der 10. Weltwildniskonferenz, der WILD10, teil. Vom 4. bis 10. Oktober diskutieren dort über 1.600 Delegierte aus Politik, Wissenschaft, Naturschutz und Wirtschaft aus über 60 Ländern die Notwendigkeit und Möglichkeiten die letzten unberührten Gebiete der Welt zu schützen und bereits durch uns Menschen veränderte Landschaften wieder naturnah werden zu lassen. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Wandergruppe berichten auf der WILD10 mittels Videos von ihrer Zeit in der Natur, treffen Vertreter von internationalen Organisationen, wie der Wild Europe Initiative oder der PAN Parks Foundation, erfahren bei Vorträgen von neuen weltweiten Wildnisprojekten und -initiativen und tauschen Erfahrungen mit Gleichgesinnten aus der ganzen Welt aus.
Entstanden ist das Wanderprojekt „Walking2WILD10“ durch den Wunsch einiger Österreichischer Jugendlicher – unter anderem von der WWF Jugendgruppe YTAE – die letzten wilden Naturschätze Europas zu entdecken und sich für deren Schutz einzusetzen. Bereits 2012 durchwanderten elf Jugendliche in 44 Tagen Österreich von Osten nach Westen, auf der Suche nach den letzten unberührten Naturgebieten. Im Mai 2013 startete die 20-jährige Lisa Klimek gemeinsam mit ihrer Hündin Jala ihren 5.000 Kilometer langen „Walk for Wilderness“ zu Fuß von Österreich bis Portugal. Sie begleitete die 24 Jugendlichen auf ihrem Weg nach Salamanca und nimmt auch an der Weltwildniskonferenz teilnehmen.
WWF Wildnisprogramm
Der WWF setzt sich in Österreich für den Schutz und Erhalt der letzten Wildnisräume sowie die Renaturierung bereits veränderter Landschaften ein. Großflächige, eingriffsfreie Schutzgebiete, in denen sich die Natur vollkommen frei entfalten kann, sind Rückzugsort für bedrohte Tiere und Pflanzen, Naturerlebnisraum für uns Menschen und Forschungsort für Ökosystemprozesse, wie die Anpassung an den Klimawandel. Durch die Schaffung weiterer Wildnisschutzgebiete, entsprechende rechtliche Regelungen, finanzielle Entschädigungssysteme für Landnutzer und Landbesitzer sowie geeignete Managementlösungen sollen Österreichs letzte Naturräume langfristig gesichert werden.
WWF Jugendprogramm „Youth Taking Action for the Earth“
Die WWF Jugendgruppe „Youth Taking Action for the Earth“ (YTAE) besteht aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 25 Jahren aus ganz Österreich. YTAE setzt sich durch Inspiration, Motivation, Bildung und Aktion für die Lösung von Umweltproblemen ein. Dazu organisieren die YTAEs jedes Schuljahr mehrere Veranstaltungen für interessierte Jugendliche und junge Erwachsene: von Naturerlebnistagen über Naturschutzaktionen bis hin zu Workshops zu verschiedensten Themen, wie Umweltschutz, Projektmanagement Teamführung oder Öffentlichkeitsarbeit. Im Laufe der letzten Jahre realisierte die Jugendgruppe unter anderem die Kampagne „Plastiksackerl DISLIKE“ für ein Plastiksackerlverbot in Österreich, die jährliche Donau-Aufräumaktion „Danube-Clean-Up“ oder ein Umwelt-Leader-Camp für Jugendliche aus vier europäischen Ländern. Weitere Informationen zur WWF Jugendgruppe auf www.wwf.at/ytae, www.facebook.com/WWFytae und www.WWFytae.blogspot.com.
Weitere Informationen, Reiseberichte und Fotos
- von der Wanderung der Jugendlichen zur Weltwildniskonferenz: http://walking2wild10.wordpress.com
- von Lisas 5.000 Kilometer langem „Walk for Wilderness“: http://www.walkforwilderness.at/
Link zur Weltwildniskonferenz: www.wild10.org. Interviews mit WWF-Experten sind telefonisch direkt von der Konferenz auf Anfrage möglich.
Der WWF dankt dem EU-Programm „Jugend in Aktion“ für die finanzielle Unterstützung des Projekts „Walking2WILD10“.
Rückfragehinweis und Fotos: Mag. (FH) Lisa Simon, WWF Pressesprecherin, Tel. +43-1-48817-215, Mobil: +43-676-83488215, E-Mail: lisa.simon@wwf.at
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