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Kaiseradler im leichten Aufwind
Wien, 11.2.2019 – Bereits zum zweiten Mal fand im Jänner der so genannte „Pannonian Eagle Census” statt. Diese internationale Adlerzählung hat zum Ziel, ein möglichst vollständiges Bild über den Bestand und die Verbreitung der im Pannoischen Raum überwinternden Adlerarten zu bekommen. Herzstück sind die nationalen Adlerzählungen, auch jene in Österreich. Der Kaiseradler scheint seinen Platz hier gefunden zu haben, seine Bestandszahlen gehen leicht bergauf.
In Summe beteiligten sich mehr als 500 Personen aus den Ländern Österreich, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Serbien und Rumänien an der Zählung im Rahmen des EU geförderten PannonEagle LIFE Projekts. „Durch die internationale Zusammenarbeit ist es möglich, einen recht vollständigen Überblick über Bestand und Winterverbreitung des streng geschützen und bedrohten Kaiseradlers zu bekommen”, berichtet Greifvogelexperte Matthias Schmidt von BirdLife Österreich. „Durch die Zählung wird nahezu das gesamte mitteleuropäische und somit sein weltweit westlichstes Verbreitungsareal abgedeckt. Derart großräumige Erhebungen von seltenen Arten erfordern einen beträchtlichen Aufwand und ich möchte mich herzlich bei allen Zählern sowie den Nationalparks Donau-Auen und Neusiedler See – Seewinkel für die Mitarbeit und Unterstützung bedanken.”
Kaiseradler-Zahlen
Im Zuge der Zählung wurden im gesamten Verbreitungsgebiet 509 bis 538 Kaiseradler erfasst. Damit ist beim Kaiseradler ein leichter Bestands-Anstieg zu beobachten (448 bis 462 Kaiseradler im Jahr 2018). Das gilt auch für Österreich: Hier wurden heuer 55 Kaiseradler gezählt, man geht von bis zu 70 geschätzten Kaiseradlern aus. (2018 waren es in Österreich 32 bis 54 Indviduen). Die höchste Dichte des streng geschützen Greifvogels liegt im Bereich des Nordburgenlandes, wo 32-40 Individuen beobachtet werden konnten. „Aber auch das Dreiländereck Österreich-Tschechien-Slowakei hat als Lebensraum hohe Bedeutung für den Kaiseradler, ebenso wie der Offenlandbereich im Weinviertel”, weiß Schmidt. In Niederösterreich wurden in Summe 23-30 Individuen gezählt. „Wenn diese Anzahlen auch relativ hoch erscheinen, so ist der Kaiseradler im Verbreitungsgebiet immer noch relativ selten. Selbst in den Kerngebieten in Ungarn konnten im Schnitt nicht mehr als 2,5 Kaiseradler pro 100km² gezählt werden”, berichtet Matthias Schmidt.
Menschliche Verfolgung
Die mitteleuropäische Kaiseradlerpopulation wurde im 19. und 20. Jahrhundert aufgrund von menschlicher Verfolgung auf wenige Paare reduziert. Erst durch umfangreiche Schutzbemühungen erholten sich die Bestände und seit 1999 brütet der Kaiseradler auch wieder in Österreich. Trotzdem stellt die Illegale Greifvogelverfolgung nach wie vor die Todesursache Nr.1 bei jungen Kaiseradlern dar. BirdLife Österreich und der WWF haben sich daher im Rahmen des EU-geförderten PannonEagle LIFE Projekts (LIFE15/NAT/HU/000902) gemeinsam mit neuen Organisationen aus fünf Ländern die Bekämpfung der illegalen Greifvogelverfolgung zum Ziel gesetzt. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus.
„Greifvögel und Greifvogelschutz kennen keine Ländergrenzen. Gemeinsam mit unseren nationalen und internationalen Partnern werden wir weiterhin dafür kämpfen, dass der Greifvogelverfolgung endlich ein Ende gesetzt wird!“, sagt Christina Wolf-Petre, Projektleiterin vom WWF Österreich. „Sollten Sie tote oder verletzte Greifvögel finden, bitten wir Sie, diese uns über unsere Meldeplattform Kaiseradler.at, die APP birdcrime oder die birdcrime Hotline +43 660 869 2327 zu melden!“
Rückfragehinweis:
Dr. Susanne Schreiner
Pressesprecherin BirdLife Österreich
Tel. 0699/181 555 65
E-Mail: susanne.schreiner@birdlife.at
www.birdlife.at
Claudia Mohl
WWF-Pressesprecherin
Tel. 0676/83 488 203
E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
www.wwf.at
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