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Kampf gegen Plastikmüll: WWF weitert Offensive gegen Geisternetze im Mittelmeer aus
Das Mittelmeer erstickt im Plastikmüll: Rund 500.000 Tonnen gelangen jedes Jahr ins Meer. Eine besonders gefährliche Form der Verschmutzung sind sogenannte Geisternetze – verlorene oder absichtlich entsorgte Fischereiausrüstung. „Es gibt kaum einen Kilometer Küste im Mittelmeer, an dem wir keine Geisternetze finden. Sie treiben im Meer herum oder verhaken sich an Felsen und Riffen und fischen wahllos weiter. Schildkröten, Haie, Delfine und zahlreiche weitere Arten verenden darin qualvoll, daher ist es dringend nötig sie restlos aus dem Meer zu bergen”, sagt WWF-Meeresexperte Axel Hein. Geisternetze stellen nicht nur eine direkte Gefahr für Meeresbewohner dar, sondern können auch für Menschen riskante Folgen haben: Mit der Zeit lösen sie sich auf und zersetzen sich zu Mikroplastik, das über die Nahrungskette auf unsere Teller gelangt.
Um die Geisternetz-Verschmutzung gar nicht erst entstehen zu lassen und den Druck durch die intensive Fischerei auf die Meeresökosysteme zu verringern, fordert der WWF die Verdreifachung von Schutzgebieten im Mittelmeer. Denn derzeit stehen nur rund zehn Prozent des artenreichen Binnenmeers unter Schutz. Gerade die obere Adria müsse als “Hotspot der Artenvielfalt” – aber auch als besonders unter Tourismus und Überfischung leidende Region – dringend besser geschützt werden.
Neue Tauchausbildung zur Bergung von Geisternetzen in Kroatien
Seit 2024 hat der WWF Österreich gemeinsam mit dem WWF Adria und Partnerorganisationen in Kroatien bereits vier Tonnen Geisternetze geborgen, darunter drei Tonnen besonders gefährlicher Kiemennetze und eine Tonne Reusen. Eine neue Spezialausbildung für Taucher:innen soll die Bergungskapazitäten nun zusätzlich erweitern. Sie umfasst den Umgang mit Spezialausrüstung sowie Notfallszenarien in Tiefen von bis zu 40 Metern. Ziel ist es noch bis Ende dieses Jahres zumindest acht Tonnen Geisternetze aus dem Meer zu entfernen.
Neben der neuen Tauchausbildung setzt der WWF auf präventive Angebote für lokale Fischer:innen: „Wir ermöglichen es Fischer:innen, ihre alten Netze gebührenfrei abzugeben, um zu verhindern, dass sie diese im Meer entsorgen. Zudem können sie uns melden, wenn sie ihre Netze unabsichtlich verlieren. Wir spüren sie dann wieder auf.”, sagt Axel Hein vom WWF.
Binnenland Österreich trägt Verantwortung
Der durchschnittliche Fischkonsum in Österreich liegt bei etwa acht Kilogramm pro Kopf und Jahr. Da rund 95 Prozent dieses Fisches importiert werden, trägt Österreich eine große Verantwortung für die Folgen der globalen Überfischung und die Verschmutzung der Meere. „Durch den Konsum von Fisch und Meeresfrüchten trägt Österreich trotz seiner Binnenlage erheblich zur Verschmutzung des Mittelmeers bei. Hinzu kommen zahlreiche Belastungen durch den Tourismus. Umso wichtiger ist es, gemeinsam Lösungen für den Schutz der Meere voranzutreiben“, sagt Axel Hein vom WWF Österreich.
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Tipps für einen möglichst umweltschonenden Urlaub hier und für bewussten Fischkonsum hier.
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