Neuer Rekord in Österreich: 123 territoriale Seeadler-Paare konnten gezählt werden. Ihr Lieblingsplatz ist das Waldviertel.
Kampf gegen Plastikmüll: WWF weitert Offensive gegen Geisternetze im Mittelmeer aus
Das Mittelmeer erstickt im Plastikmüll: Rund 500.000 Tonnen gelangen jedes Jahr ins Meer. Eine besonders gefährliche Form der Verschmutzung sind sogenannte Geisternetze – verlorene oder absichtlich entsorgte Fischereiausrüstung. „Es gibt kaum einen Kilometer Küste im Mittelmeer, an dem wir keine Geisternetze finden. Sie treiben im Meer herum oder verhaken sich an Felsen und Riffen und fischen wahllos weiter. Schildkröten, Haie, Delfine und zahlreiche weitere Arten verenden darin qualvoll, daher ist es dringend nötig sie restlos aus dem Meer zu bergen”, sagt WWF-Meeresexperte Axel Hein. Geisternetze stellen nicht nur eine direkte Gefahr für Meeresbewohner dar, sondern können auch für Menschen riskante Folgen haben: Mit der Zeit lösen sie sich auf und zersetzen sich zu Mikroplastik, das über die Nahrungskette auf unsere Teller gelangt.
Um die Geisternetz-Verschmutzung gar nicht erst entstehen zu lassen und den Druck durch die intensive Fischerei auf die Meeresökosysteme zu verringern, fordert der WWF die Verdreifachung von Schutzgebieten im Mittelmeer. Denn derzeit stehen nur rund zehn Prozent des artenreichen Binnenmeers unter Schutz. Gerade die obere Adria müsse als “Hotspot der Artenvielfalt” – aber auch als besonders unter Tourismus und Überfischung leidende Region – dringend besser geschützt werden.
Neue Tauchausbildung zur Bergung von Geisternetzen in Kroatien
Seit 2024 hat der WWF Adria mit Unterstützung der Segré Foundation 4 Tonnen Geisternetze geborgen. Mit der Unterstützung des WWF Österreich wurde bereits eine Tonne aus dem Meer geholt, darunter 700 Kilogramm der besonders gefährlichen Kiemennetze sowie eine Tonne Reusen. Eine neue Spezialausbildung für Taucher:innen soll die Bergungskapazitäten nun zusätzlich erweitern. Sie umfasst den Umgang mit Spezialausrüstung sowie Notfallszenarien in Tiefen von bis zu 40 Metern. Ziel ist es noch bis Ende dieses Jahres zumindest acht Tonnen Geisternetze aus dem Meer zu entfernen.
Neben der neuen Tauchausbildung setzt der WWF auf präventive Angebote für lokale Fischer:innen: „Wir ermöglichen es Fischer:innen, ihre alten Netze gebührenfrei abzugeben, um zu verhindern, dass sie diese im Meer entsorgen. Zudem können sie uns melden, wenn sie ihre Netze unabsichtlich verlieren. Wir spüren sie dann wieder auf”, sagt Axel Hein vom WWF.
Binnenland Österreich trägt Verantwortung
Der durchschnittliche Fischkonsum in Österreich liegt bei etwa acht Kilogramm pro Kopf und Jahr. Da rund 95 Prozent dieses Fisches importiert werden, trägt Österreich eine große Verantwortung für die Folgen der globalen Überfischung und die Verschmutzung der Meere. „Durch den Konsum von Fisch und Meeresfrüchten trägt Österreich trotz seiner Binnenlage erheblich zur Verschmutzung des Mittelmeers bei. Hinzu kommen zahlreiche Belastungen durch den Tourismus. Umso wichtiger ist es, gemeinsam Lösungen für den Schutz der Meere voranzutreiben“, sagt Axel Hein vom WWF Österreich.
- Fotos der Geisternetzbergung und Tauchausbildung zum Download hier.
- Spektakuläre Unterwasser-Videos zum Download hier.
- Weitere Infos zum Thema Geisternetze hier.
Tipps für einen möglichst umweltschonenden Urlaub hier und für bewussten Fischkonsum hier.
News
Aktuelle Beiträge
WWF zu CloudHQ: Großrechenzentren brauchen verpflichtenden Umweltcheck
Umweltschutzorganisation begrüßt UVP für 6,7-Hektar-Projekt in Leopoldsdorf – WWF fordert einheitliche Bundesregeln statt Fleckerlteppich
Neuer Seeadler-Rekord in Österreich: WWF-Zählung erfasst so viele Paare wie noch nie
Konsequenter Schutz zeigt Wirkung: 123 territoriale Seeadler-Paare in Österreich – Hotspot im Waldviertel – Illegale Verfolgung bleibt große Bedrohung
WWF zu Klimaneutralität 2040: Fossile Abhängigkeit ist die wahre Standort-Hypothek
Umweltschutzorganisation weist IV- und WKO-Kritik zurück – Verbindliches Klimaziel schafft Planungssicherheit, senkt Energieabhängigkeit und stärkt Innovation – WWF fordert wirksame Maßnahmen für die Umsetzung
WWF zu Wolfsabschuss im Pitztal: Verdacht auf Straftat rasch aufklären
Mutmaßlicher Fall von Wildtierkriminalität – Naturschutzorganisation fordert konsequente Ermittlungen
WWF warnt vor Artenverlust in der Unteren Lobau
Aktueller WWF-Artencheck: Langjähriger Wassermangel bedroht Bitterling, Donau-Kammmolch, Sumpfschildkröte und Flussmuscheln – Anhaltende Dürre verschärft die Lage und bedroht lokale Vorkommen
WWF-Ausblick: Österreichs Flüsse gehen stark geschwächt in den Herbst
Im August rund 90 Prozent der Pegelmessstellen mit sehr niedriger Wasserführung – Niederösterreich, Burgenland und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert Schutzprogramm und Renaturierung
Ende der Begutachtung – WWF fordert Rücknahme der Vorarlberger Biber-Verordnung
Naturschutzorganisation legt Stellungnahme vor – Entwurf sieht jährliche Tötungskontingente von bis zu 32 Tieren vor – WWF fordert Vorrang für Prävention
Biokunststoffe auf dem Prüfstand: Neue Studie untersucht tatsächliche Abbaubarkeit in der Natur
Neue Forschungsinitiative testet Zersetzbarkeit von Biokunststoffen in über 20 natürlichen Lebensräumen – Kooperation des WWF Österreich und der Technischen Universität Bratislava










