Online-Voting über neun Flüsse aus allen Bundesländern bis 1. September – Fachleute wählten Kandidaten nach Artenvielfalt, Gefährdung und Schutzbedarf aus
Katzen: Eine ganze Tierfamilie in Gefahr
Leipzig, Frankfurt, Wien, am 3. August 2010 – Über acht Millionen Hauskatzen gibt es Schätzungen zufolge allein in Deutschland. Um deren wildlebende Verwandte ist es einem WWF-Statusreport zufolge weit weniger gut bestellt. Gerade einmal 34 Amur-Leoparden streifen noch durch Russland. Nur 400 Tiger finden sich auf Sumatra; höchstens 143 Pardelluchse leben in Spanien. Anlässlich des Weltkatzentags am 08. August warnen der Zoo Leipzig und der WWF in einer gemeinsamen Erklärung davor, dass zahlreiche Großkatzen weltweit vom Aussterben bedroht sind. Von den insgesamt 36 Arten der Felidae (lateinisch für Katzen), die alle auf der Roten Liste stehen, verzeichneten 30 Arten einen Bestandsrückgang. Um diesen Abwärtstrend umzukehren müssten, so WWF und Zoo Leipzig, die Wilderei auf Großkatzen wie Tiger und Leopard effektiver bekämpft werden. Auch gelte es den stetig voranschreitenden Lebensraumverlust aufzuhalten.
„Katzen zählen zu den am stärksten bedrohten Tiergruppen überhaupt“, warnt WWF-Artenschutzreferent Stefan Ziegler. Zahlreiche Unterarten wie Sumatra-Tiger, Amur-Leopard oder der Asiatische Löwe seien akut vom Aussterben bedroht. „Wir dürfen nicht zulassen, dass diese majestätischen Tiere von unserem Planeten verschwinden“, bekräftigt Dr. Jörg Junhold, Direktor des Zoos Leipzig. „Moderne Zoos als Archen der Vielfalt müssen die Chance nutzen, über den emotionalen Kontakt zum Tier auch für Artenschutz zu sensibilisieren.“ Nur ein breiter Rückhalt in der Bevölkerung, so die gemeinsame Einschätzung von Ziegler und Junhold, verschafft dem Artenschutz ein entsprechendes Gewicht in der Politik.

Als besonders prekär bewertet der WWF die Lage des Tigers, der größten Katzenart weltweit. Von den geschätzten 100.000 frei lebenden Tigern, die noch Anfang des 20. Jahrhunderts durch Asien streiften, sind höchstens 3.200 übrig geblieben. Dem Zoo Leipzig, der sechs Amur-Tiger beheimatet, kommt als Halter des Internationalen Tigerzuchtbuchs eine besondere Rolle zu. Von Leipzig aus, wird der Austausch der zoologischen Gärten untereinander koordiniert. So sollen Inzucht vermieden und die Paarung über Unterart-Grenzen hinweg unterbunden werden. Für manche Tiger könnte dies die letzte Hoffnung sein. So gilt der Südchinesische Tiger nach WWF-Angaben als „praktisch ausgestorben“. Seine Zukunft hängt von den wenigen Individuen in chinesischen Zoos ab, deren Nachkommen vielleicht einmal wieder ausgewildert werden könnten.
Auch die WWF-Tigerbotschafterin Elisabeth Lanz (bekannt aus der ARD-Serie „Tierärztin Dr. Mertens“) fordert anlässlich des Weltkatzentages: „Wir müssen den Tiger schützen, denn damit bewahren wir auch einmalige Ökosysteme, die zugleich Lebensgrundlage für zahllose Menschen sind.“ Lanz, die gerade zu den Dreharbeiten für eine neue Staffel ihre TV-Serie in Leipzig ist, engagiert sich im Rahmen des „Jahr des Tigers“ für die weltweiten Schutzbemühungen des WWF.
Rückfragehinweis:
Roland Gramling, Pressesprecher WWF Deutschland, Tel.: 0049 69-79144 -216, roland.gramling@wwf.de
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Neue Zahlen: Möglicher Stromverbrauch entspricht fast einem Drittel des Stromverbrauchs von ganz Oberösterreich – Gesamter Ausbau muss Umweltprüfung durchlaufen – Stromhunger darf nicht auf Natur abgewälzt werden
Huchensterben in der Ybbs: WWF warnt vor tödlichen Wanderhindernissen
Fotos zeigen stark gefährdete Fische vor Kraftwerksbarrieren – WWF fordert funktionsfähige Fischaufstiege und durchgängige Flüsse als Schutz vor zunehmender Hitze
WWF-Erfolg: Tiwag muss Gefahrenanalysen herausgeben
Das Tiroler Landesverwaltungsgericht gibt dem WWF recht: Die Tiwag muss wichtige Dokumente rund um den geplanten Ausbau des Kraftwerks Kaunertal herausgeben. Dazu zählen auch Flutwellenberechnungen und Gefahrenszenarien.
WWF-Untersuchung: Wildfluss-Heuschrecken am Tiroler Inn verschwunden
Drei stark gefährdete Arten nur noch am Zubringer Ötztaler Ache nachweisbar – Flussverbauungen und Wasserableitungen setzen letzte Lebensräume unter Druck – WWF fordert großflächige Renaturierungen
WWF: Gericht verpflichtet Tiwag zur Herausgabe von Gefahrenanalysen
Landesverwaltungsgericht gibt WWF recht: Landesenergiekonzern muss Untersuchungen zu klimabedingten Naturgefahren, Flutwellenberechnungen, Alarmpläne und Gefahrenszenarien zum Gepatsch-Speicher herausgeben
Google-Rechenzentrum ohne UVP: WWF fordert rasche Gesetzesreform
Rechenzentren als eigenen Tatbestand im UVP-Gesetz verankern – Umweltorganisation verlangt Gesamtprüfung und strenge Umweltauflagen für Google-Ausbau in Kronstorf
Good News: Mehr Luchse in den Südostalpen
Im Dreiländereck Italien-Slowenien-Österreich beobachten wir einen Anstieg der Luchspopulation. Eine schöne Bestätigung für den grenzüberschreitenden Artenschutz!
WWF-Studie: Massiv gefährdete Donaustöre beinahe täglich Opfer von Wildtierkriminalität
In zehn Jahren über 3.300 Störe in der Unteren Donau illegal getötet – WWF warnt vor Kollaps dieser wichtigen Vorkommen in Europa und fordert konsequentere Strafverfolgung













