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Kauft österreichische Erdbeeren jetzt im Frühling!
Wien, 4. Juni. 2007 – Der WWF empfiehlt allen Österreichern jetzt in der Erdbeersaison sich mit Erdbeeren auch für den Winter einzudecken, sie einzufrieren oder als Marmelade für den Winter vorzubereiten. Denn die Erdbeeren, die im Winter in der spanischen Provinz Huelva unter Plastikplanen angebaut werden, tragen wesentlich zur Entwässerung des Doñana-Nationalparks bei. Wegen der vielen illegalen Brunnen ist der Grundwasserspiegel schon jetzt um die Hälfte gesunken. Bodenerosion und Waldbrände zerstören die einzigartigen Pinienwälder. Giftstoffe und Dünger schädigen die Bodenwelt. Sechs Millionen Zugvögel aus Europa benutzen den Nationalpark als Zwischenstation auf ihrem Flug nach Afrika. „Auch die Konsumenten in Österreich haben es in der Hand, die schleichende Zerstörung des Doñana-Nationalparks aufzuhalten und sich mit österreichischen Sonmmererdbeeren auf den Winter vorzubereiten“, warnt WWF-Sprecher Franko Petri.
Seit 25 Jahren hat sich in der südspanischen Provinz Huelva eine Erdbeerwirtschaft entwickelt, die heute die zweitgrößte der Welt ist: 2000 Erdbeerfarmer bauen auf 6000 Hektar jährlich bis zu 200.000 Tonnen Wintererdbeeren für ganz Europa an. Diese Erdbeeren werden von den großen Supermarktketten auch nach Österreich exportiert. „Kaum jemand weiß, welche Folgen dieser intensive Erdbeeranbau für den Nationalpark hat“, erklärt Petri, denn „Erdbeeren brauchen dreimal so viel Wasser wie Getreide“. 70 Prozent des Wassers stammen aus illegalen Brunnen, die wegen der stark verbreiteten Korruption von den Behörden nicht geschlossen werden. Die Folge ist ein Absinken des Grundwasserspiegels und des El-Rocio-Flusses um 50 Prozent. Durch Bodenerosion und immer stärkere und häufigere Waldbrände sind bereits große Teile des Pinienwaldes vernichtet. 2005 wurden so 2000 Hektar Wald zerstört. Pestizide und Düngemittel tragen ebenfalls zur Schädigung des Bodens bei.
Der WWF wird sich in den nächsten Jahren verstärkt für die Erhaltung dieses einzigartigen Naturparadieses einsetzen. Der Kampf gegen die Umwandlung von Wald in Erdbeerflächen, die Schließung der illegalen Brunnen und die Reduktion von Düngemitteln und Pestiziden stehen dabei an erster Stelle. Weiters startete der WWF im Herbst 2006 ein Hightech-Pilotprojekt zur intelligenten Bewässerung, mit dem 30 Prozent des Wassers eingespart werden können. Der WWF ist auch im Gespräch mit mehreren europäischen Supermarktketten, damit diese nur noch nachhaltige Erdbeeren anbieten. Vorreiter ist der holländische Supermarkt Albert Hejn.
Der Nationalpark Doñana wurde 1964 vom WWF mitbegründet und ist heute UNESCO-Weltkulturerbe. Auf mehr als 100.000 Hektar findet sich dort eine einzigartige Landschaft aus Pinienwäldern, Feuchtgebieten und die höchsten Sanddünen Europas. Das Gebiet ist Heimat für über tausend Tier- und Pflanzenarten. Im Doñana rasten jährlich sechs Millionen europäische Zugvögel auf ihrem Flug nach und von Afrika, und 60.000 Vögel überwintern im Nationalpark. Die Wälder des Doñana sind die letzten Lebensräume des Iberischen Luchses von dem noch etwa 30 Tiere überlebt haben. Heute sind auch diese letzten Exemplare durch die Umweltsünden des Erdbeeranbaus massiv gefährdet. „Solange die Probleme im Nationalpark Doñana nicht gelöst sind, ist es besser im Winter auf Erdbeeren aus der Region Huelva zu verzichten und auf Tiefkühlerdbeeren aus Österreich zurückzugreifen“, so Petri abschließend.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, WWF Pressesprecher, Tel. 01-48817-231
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