Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai
Kaviar-Genuss ohne Reue: Nur mit CITES Siegel
Wien, 17. Dezember 2013 – In der Weihnachtszeit und zu Sylvester kommt vermehrt echter Kaviar auf den Festtagstisch. Wer das hochpreisige Luxusprodukt des Störs ohne schlechtes Gewissen genießen will, muss darauf achten, nicht zum Aussterben der seltenen Fische beizutragen. Nur ein CITES-Etikett (Zertifikat des Washingtoner Artenschutzübereinkommens) auf der Dose oder dem Glas garantiert, dass der Kaviar aus legalem Handel stammt – auch wenn es sich um Zuchtkaviar handelt. „Jeglicher Kaviar ohne CITES-Etikett ist illegal!“ warnt Jutta Jahrl vom WWF. „Weil alle Störarten extrem gefährdet sind, gilt derzeit außerdem ein internationales Handelsverbot für Wildkaviar aus den wichtigsten Herkunftsgebieten. An der Donau besteht sogar ein generelles Fangverbot für Störe.“ Die Artenschutzexpertin rät den Liebhabern von Fischeiern zu ökologisch weitgehend unbedenklichem Zuchtkaviar aus Aquakultur oder zu MSC-zertifiziertem Rogen vom Lachs oder Hering. MSC ist das weltweit anerkannteste Siegel für nachhaltige Fischerei.
Die starke internationale Nachfrage nach Kaviar hat zu einer jahrzehntelangen Überfischung der Störe geführt. Diese urtümlichen Fische bevölkern seit 200 Millionen Jahren die Erde. Die Donau war noch vor wenigen Jahren eines der wichtigsten Herkunftsgebiete von Wildkaviar. Heute sind bereits fünf von sechs Störarten der Donau – darunter der Hausen, von dem der besonders teure Beluga-Kaviar stammt – vom Aussterben bedroht. Auch im wichtigsten Verbreitungsgebiet, dem rumänischen und bulgarischen Donauabschnitt, sind die Bestände dramatisch zurückgegangen. Deshalb sind dort der Störfang und der Handel mit Wildkaviar bis 2015 verboten.
Allerdings besteht das Gesetz vielerorts nur auf dem Papier. „Kaviar-Schmuggler sind gut vernetzt und operieren mit ausgeklügelten Methoden“, erklärt Jahrl. „Wir arbeiten daher in einem LIFE-Projekt der EU daran, die Wilderei und den illegalen Handel zu stoppen. Dabei erhöhen wir mit Workshops und Trainingskursen das Wissen und Bewusstsein der zuständigen Behörden. Wir besuchen regelmäßig Fischerdörfer um ehemalige Stör-Fischer vom Schutz der Störe zu überzeugen und ihnen andere Einnahmequellen aufzuzeigen.“

Die Länder der EU sind der weltweit größte Importeur von Stör-Kaviar. Beschlagnahmungen zeigen, dass nicht nur legaler Kaviar im Umlauf ist. Auch in Österreich ist illegaler Kaviar erhältlich, wie WWF-Mitarbeiterin Jahrl bei Testkäufen in Wien feststellte. „Damit sie sich nicht unbewusst an der Ausrottung der Störe und am illegalen Handel beteiligen, sollten Konsumenten aber auch Restaurantbesitzer oder Händler darauf achten, nur Kaviar mit CITES-Etikett zu kaufen. Unser Appell richtet sich darüber hinaus an Behörden wie den Zoll, der die Handelsgesetze stärker überwachen sollte.“
Weltweit wurden die Stör-Populationen in den letzten Jahrzehnten um 70 Prozent gemindert. Im Kaspischen Meer, dem Hauptproduktionsgebiet für Stör-Kaviar, sind die Bestände bereits um 90 Prozent zurückgegangen. Im EU-Raum kommen die urtümlichen Fische nur noch in der Donau in Rumänien und Bulgarien in nennenswerten Beständen vor, sind jedoch auch hier vom Aussterben bedroht.
Mehr Informationen zu den Donaustören:
www.danube-sturgeons.org
TV-Tipp:
WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides spricht in „Heute leben“ am 17. 12. um 17:30 in ORF 2 zum Thema Stör-Kaviar.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF fordert „Schwammwald-Paket“ gegen zunehmende Trockenheit
Wasserspeicher-Funktion der heimischen Wälder stark belastet – Folgen der Klimakrise machen sich immer stärker bemerkbar
Neuer Bericht: Waldzerstörung trotz Rückgang auf alarmierendem Niveau
2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF-Erfolg: Durchbruch bei Renaturierung an der Mur
Der WWF hat drei große Renaturierungsmaßnahmen in Slowenien erfolgreich abgeschlossen – mit spürbaren Effekten bis nach Österreich. Davon profitieren zahlreiche Arten wie Eisvögel und Uferschwalben.
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima













