Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
Klimawandel gefährdet Pinguinbestände in der Antarktis
Barcelona/ Wien, 08. 10. 2008 – Bis zu drei Viertel der großen Pinguin-Kolonien in der Antarktis werden massiv schrumpfen oder vollkommen aussterben, sollte sich das Klima weltweit um mehr als zwei Grad Celsius erwärmen. Das zeigt der neue WWF-Report „Zwei Grad Celsius sind zuviel“, der heute Donnerstag anlässlich der Konferenz der Weltnaturschutzunion (IUCN) in Barcelona veröffentlicht wird. Die Hälfte aller Kolonien der Kaiserpinguine und drei Viertel der Adélie-Pinguinkolonien sind durch die Klimaerwärmung massiv gefährdet.
Die WWF-Studie „Zwei Grad Celsius sind zuviel“ wird heute während des IUCN-Weltnaturschutzkongresses vorgestellt, der diese Woche in Barcelona stattfindet. 7000 Experten aus 150 Ländern nehmen daran teil. Die Modelle der Klimawissenschaftler zeigen, dass eine globale Erwärmung um zwei Grad Celsius in den nächsten 40 Jahren Realität werden könnte. Dies würde zu einem massiven Rückgang der Eisbedeckung im Südlichen Ozean führen. Damit verlieren die Pinguine ihre Nest- und Futterplätze. Das Abschmelzen des Meereises hätte außerdem Auswirkungen auf die Menge an Krill im Ozean. Diese Kleinkrebse sind eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Pinguine.

„Pinguine sind perfekt an die kalten und extremen Wetterbedingungen der Antarktis angepasst. Deshalb reagieren die Tiere sehr empfindlich auf Klimaschwankungen. Die dauerhafte Erderwärmung und der daraus resultierende Verlust an Lebensraum hat bereits zu einer beachtlichen Reduktion der Populationen geführt. Sollte die Temperatur um weitere zwei Grad ansteigen, werden diese Symbole der Antarktis massiv gefährdet sein“, warnt WWF-Meeresexperte Georg Scattolin. Ein Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur um zwei Grad wird weltweit als Schwelle für inakzeptable Risiken eines gefährlichen Klimawandels angesehen. Jüngste Klimawandelprognosen gehen sogar von einem noch höheren Anstieg der Durchschnittstemperatur aus.

Der einzige Weg um das Risiko eines Klimawandels sowohl in der Antarktis als auch global zu verringern, ist ein wesentlicher Rückgang der Treibhausgasemissionen. Der WWF fordert daher alle Nationen auf, gemeinsam an einem neuen Vertrag zu arbeiten, der dem Kyoto-Protokoll folgt und den Klimawandel nach 2012 begrenzen kann. Dieser Vertrag muss für entwickelte Länder die Auflage enthalten, ihren CO2-Aussstoß um bis zu 30 Prozent bis 2020 und mindestens 80 Prozent bis 2050 – verglichen zu den Werten von 1990 – zu verringern.
Der WWF schlägt außerdem die Gründung eines weltweiten Netzwerks der geschützten Meeresregionen vor, um den Druck auf die Arten zu verringern. Weiters braucht es die Implementierung von vorsorglichen Managementplänen, die die Zukunft von Krill und Fischerei sowie sämtlicher Arten des südlichen Ozeans – inklusive Pinguinen – sichern sollen.

„Die Gefährdung der Kaiser- und Adélie-Pinguin-Populationen ist ein deutlicher Impuls für die Welt um sich auf eine Reihe an Maßnahmen zur Reduktion globaler Emissionen zu einigen. Es ist dringend notwendig, dass die internationale Gemeinschaft alle möglichen Wege analysiert, die zu einer Verringerung des Klimawandels und zu einer Verbesserung der Situation der Pinguin-Populationen führen“, fordert Scattolin heute anlässlich des in Barcelona präsentierten Berichts.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 .
Pinguinfotos kostenfrei auf Anfrage: Andreas Zednicek, Presseassistenz WWF, Tel. 01-48817-239.

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