Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
Kongo: Berggorillas im Krieg haben überlebt
Wien, 29.01.2009 – Trotz des Krieges im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der seltenen Berggorillas gewachsen. Bei der ersten Zählung seit über einem Jahr stießen Ranger im ältesten Nationalpark Afrikas, dem Virunga Nationalpark, auf sechs Gorilla-Gruppen mit insgesamt 81 Mitgliedern. 2007 wurden dort nur 72 Tiere registriert. “Scheinbar wissen die Berggorillas sehr genau, wie sie sich in einer Krise verhalten müssen und dem Krieg der Menschen aus dem Weg gehen”, kommentiert WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl dieses erfreuliche Ergebnis. Der Nationalpark liegt mitten in der umkämpften Krisenregion. “Deshalb hatten wir für die Berggorillas das Schlimmste befürchtet, zumal einige Gorilla-Gruppen für den Naturtourismus systematisch an Menschen gewöhnt worden sind und deshalb möglicherweise auch nicht vor bewaffneten Milizen oder Wilderern flüchten würde.” Mit insgesamt 720 Exemplaren zählen Berggorillas zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Säugetierarten der Erde.
Die Berggorillas wurden von Angestellten des kongolesischen Instituts für Naturschutz gezählt, das für den Virunga-Nationalpark verantwortlich ist und vom WWF finanziell unterstützt wird. Den Wildhütern war es im Dezember nach zähen Verhandlungen mit Kräften des mittlerweile verhafteten Rebellenführers Laurent Nkunda erstmals seit 16 Monaten gelungen, wieder Zugang zum Park zu erhalten. “Die Gorilla-Hüter arbeiten unter Einsatz ihres Lebens”, so die WWF-Artenschützerin. Erst vor zwei Wochen sei ein Ranger im Park getötet, ein weiterer von Milizen entführt worden.
Auch für die Berggorillas ist die Gefahr trotz der neuen Zahlen laut WWF noch nicht gebannt. “Die Scharmützel gehen weiter und auch die Wilderei lässt nicht nach”, sagt WWF-Expertin Jutta Jahrl. Innerhalb von nur fünf Tagen hätten die Wildhüter im Virunga Nationalpark über 400 Wilderer-Fallen aufgespürt. Der Virunga-Nationalpark ist Afrikas erstes Naturschutzgebiet und wurde 1925 gegründet. Er liegt an der Grenze von Ruanda und Uganda.
Der WWF konzentriert sich in seiner Arbeit derzeit vor allem auf humanitäre Hilfe indem er nachhaltig gewonnenes Brennholz und verbesserte Kochstellen zur Verfügung stellt, die nur die Hälfte des Holzverbrauches eines herkömmlichen Ofens erfordern.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231
Fotos zum Download erhalten Sie unter www.wwf.de/presse
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