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Kriterienkatalog Wasserkraft: WWF kritisiert Berlakovich
Wien, Dienstag, 31. Jänner 2012 – Der WWF kritisiert, dass der heute in Kraft tretende Wasserkatalog nach langen Verhandlungen dennoch keine No-Go-Zonen enthält. Die Forderung der EU-Wasserdirektoren, solche Zonen als zentrales Element für eine strategische Planung einzurichten, wird von Umweltminister Niki Berlakovich beharrlich ignoriert. „Für den WWF ist hier keine strategische Planung erkennbar. Ohne die Errichtung von Ausschlussgebieten bleibt eine klare und nachvollziehbare Zonierung der österreichischen Gewässer durch die Wasserkraft zahnlos und ist aus Sicht des WWF nicht ausreichend. Der Wasserkatalog ist keine Entscheidungsgrundlage für den vernünftigen Ausbau der Wasserkraft, sondern ein Ermöglichungskatalog für die Pläne der E-Wirtschaft“, so WWF-Experte Christoph Walder.
Der WWF kritisiert auch die fehlende Rechtsverbindlichkeit des Katalogs. „Im Grunde handelt es sich bei dem Katalog um einen Erlass des Ministers, der von den Wasserbehörden umgesetzt werden kann oder auch nicht. Außerdem ist inakzeptabel, dass das Hauptaugenmerk des Kataloges auf der Umsetzung von Einzelprojekten liegt und eine ausreichende strategische Ebene fehlt. Das war mit dem Minister anders vereinbart“, erklärt Walder. Dieser Eiertanz des Umweltministers um den Profitaltar der E-Wirtschaft kann das Aus für die letzten Flussjuwele wie Isel oder Sulm bedeuten. „Die prinzipiell richtigen fachlichen Kriterien im Katalog wurden durch den Einfluss der E-Wirtschaft wieder zur Makulatur“, so Walder.
In Österreich sind nur mehr 30 Prozent der Fließgewässer in einem natürlichen oder naturnahen Zustand. Rund 60 große und hunderte kleine Kraftwerksprojekte bedrohen nun die letzten natürlichen und naturnahen heimischen Flüsse. Der WWF hat bereits deutlich gemacht, dass der Totalausbau der Flüsse dem Stromhunger in Österreich nicht gewachsen ist und den Bedarf nur für einige Jahre abdecken kann. Das Rezept für die Erhaltung unserer Flüsse liegt im Energiesparen und im Ausbau der Effizienz, so der WWF.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 Email: franko.petri@wwf.at.
Mag. Christoph Walder, WWF-Flussexperte Email: walder@ecotone.at
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