Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Lebensmittelverschwendung befeuert Klimakrise: WWF fordert Reform des Mindesthaltbarkeitsdatums
Die EU arbeitet derzeit an einem Gesetz zur Reform des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Denn jedes Jahr werden in der EU bis zu neun Millionen Tonnen Lebensmittel aufgrund der aktuellen Haltbarkeitskennzeichnung weggeworfen – das sind etwa zehn Prozent der gesamten Lebensmittelabfälle. “‘Mindestens haltbar bis’ bedeutet nicht ‘tödlich ab’. Leider wird das Mindesthaltbarkeitsdatum häufig missverstanden und noch genießbare Lebensmittel landen unnötig im Müll. Die Politik muss endlich für Klarheit sorgen, um diese Verschwendung zu stoppen”, fordert Dominik Heizmann vom WWF Österreich. Neben der Abschaffung und dem Ersatz des Mindesthaltbarkeitsdatums durch ein Produktionsdatum hat die EU-Kommission eine Ausweitung der Produkte ohne MHD-Aufdruck als mögliche Maßnahme präsentiert. Dies wäre insbesondere bei trockenen Lebensmitteln wie Nudeln, Reis und Mehl sinnvoll, da diese bei richtiger Lagerung de facto nicht verderben. Auch Säfte, Saucen, Öle und Konserven sind meist noch Monate bis Jahre nach dem Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums bedenkenlos genießbar.
Darüber hinaus könnte eine sprachliche oder bildliche Ergänzung für besseres Verständnis sorgen. “Die Lösungen liegen bereits auf dem Tisch – wir können uns keine Verzögerung mehr leisten. Die EU-Kommission muss rasch einen konkreten Vorschlag zur Überarbeitung des MHD vorlegen und die österreichische Bundesregierung muss diese Reform im Sinne von Klimaschutz und Versorgungssicherheit aktiv unterstützen”, fordert Heizmann. Lebensmittelhersteller und der Handel sollten bereits jetzt vermehrt aufklärende Hinweise zur Haltbarkeit wie „Schauen, Riechen, Probieren“ auf Lebensmittelverpackungen und am Regal anbringen. Die Lebensmittelindustrie ist zudem gefordert, Verantwortung im Kampf gegen die Verschwendung zu übernehmen und das MHD nach rein gesundheitlichen Kriterien festzulegen. Auch der Handel sollte sich bei seinen Lieferanten dafür einsetzen, dass das MHD nicht kürzer als nötig angegeben wird.
Unnötige Verschwendung befeuert Klimakrise
Weltweit werden etwa 40 Prozent aller produzierten Lebensmittel nie gegessen. Diese unnötige Verschwendung von Ressourcen befeuert die Klimakrise und das Artensterben massiv: So sorgen die Verluste von der Landwirtschaft, über den Handel bis in die Gastronomie und privaten Haushalte für rund zehn Prozent der gesamten globalen Treibhausgasemissionen. Wäre Lebensmittelverschwendung ein Land, so wäre sie nach China und den USA der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen weltweit.
Allein in Österreich fallen jährlich etwa eine Million Tonnen an Lebensmittelabfällen an – pro Kopf sind das rund 100 Kilogramm. Sowohl die EU als auch Österreich haben sich bis 2030 das Ziel gesetzt, die Lebensmittelabfälle auf Ebene des Handels und des Verbrauchs zumindest zu halbieren und entlang der gesamten Lieferkette zu reduzieren. “Ein achtsamer Umgang mit Lebensmitteln ist essentiell für die globale Ernährungssicherheit und ein entscheidender Hebel im Kampf gegen die Klimakrise. Die Politik muss daher rasch in allen Sektoren der Wertschöpfungskette Maßnahmen und verbindliche Ziele gegen die unnötige Verschwendung beschließen”, sagt Heizmann.
Tipps gegen Lebensmittelverschwendung
Konsument:innen rät der WWF einen guten Überblick über die eigenen Vorräte zu bewahren und nur das Notwendige einzukaufen, denn Spontan- und Hamsterkäufe führen oft zu unnötigen Lebensmittelabfällen. “Falls Produkte das MHD überschritten haben, gilt es den eigenen Sinnen zu vertrauen. Lebensmittel, die wir optisch, geruchlich und geschmacklich als einwandfrei empfinden, können auch ohne Bedenken verzehrt werden”, sagt Dominik Heizmann vom WWF. Richtige Lagerung kann Verderb zudem vorbeugen. Eine Kühlschranktemperatur von durchschnittlich 7°C hilft dabei, dass Lebensmittel länger genießbar bleiben. Durch vorausschauendes Einfrieren werden Lebensmittel, für die gerade kein Bedarf besteht, monatelang haltbar gemacht. So wird unnötige Lebensmittelverschwendung vermieden und gleichzeitig Geld gespart.
Weitere Tipps und Infos zu Lebensmittelverschwendung gibt es hier.
5-Punkte-Plan gegen Lebensmittelverschwendung des WWF Österreich hier.
Bilder zum Download hier.
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung
WWF: Österreich verschwendet täglich rund 140 Lkw-Ladungen Lebensmittel
Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
WWF warnt vor Ausweitung von Kärntens rechtswidriger Abschusspolitik
Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen
WWF: Renaturierungsprojekte auf über 67 Kilometern im „Amazonas Europas“
WWF-Bilanz zu fünf Jahren UNESCO-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau: Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von über 67 Kilometern Flussabschnitten und Seitenarmen teils abgeschlossen oder in Umsetzung – Pläne für weitere 270 Flusskilometer liegen vor
Good News: Nachwuchs in Inas ausgewilderter Bison-Herde
Vor 8 Monaten wurden die Tiroler Bison-Kuh Ina und ihre Herde nach Aserbaidschan umgesiedelt. Und das Projekt zeigt Erfolge: Die Herde hat sich gut eingelebt und es wurde sogar bereits das erste Kalb geboren.
WWF: Vorarlberg schwächt Naturschutz und Rechtssicherheit
Scharfe Kritik zum Begutachtungsende: Kontrollrechte bei Großprojekten fallen weg – Naturschutzanwaltschaft an 20 Stellen beschnitten – Schutzstreifen an naturnahen Ufern auf fünf Meter reduziert
WWF-Umfrage: Führungskräfte sehen ökologischen Umbau als Wettbewerbsvorteil
Europäische Führungskräfte befragt: 55 Prozent bewerten Folgen der EU-Deregulierung negativ oder gemischt – WWF fordert verlässliche Umweltpolitik statt Zick-Zack-Kurs










