Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen
Logo-Missbrauch durch TIWAG: Der Panda fährt die Krallen aus
Wien, Innsbruck, am 3. Dezember 2013 – Bereits seit April fordert der WWF das Land Tirol und die TIWAG schriftlich und mündlich dazu auf, sein Panda-Logo aus den Einreichunterlagen für den Ausbau des Kraftwerks Kühtai zu entfernen. Trotzdem ziert es immer noch die neuen UVP-Unterlagen und erweckt damit den völlig falschen Anschein, der WWF würde das Kraftwerksvorhaben befürworten. „Alle gütlichen Versuche, unser Logo zu entfernen, sind fehlgeschlagen“, bedauert WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides. Günther Platter, Landeshauptmann und oberstes Aufsichtsorgan der TIWAG, kann die missbräuchliche Verwendung des WWF-Logos noch abstellen, bevor die UVP-Unterlagen diese Woche öffentlich zum Edikt aufgelegt werden. Andernfalls sieht sich die Naturschutzorganisation gezwungen, den Landesenergieversorger zu klagen. „Für den WWF ist das ein außergewöhnlicher, aber notwendiger Schritt“, erklärt Johanides und führt aus: „Eine so dreiste Verletzung unserer Rechte und unseres guten Rufes hat es in Österreich noch nie gegeben.“
Trotz der ausdrücklichen Ablehnung des WWF und ohne Zustimmung des Landes Tirol, hat die TIWAG die Flussrevitalisierung in Langkampfen am Inn als Ausgleichsmaßnahme für den Ausbau der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz vorgeschlagen – und diese Pläne auch noch mit dem Panda-Logo illustriert. Das Rückbauprojekt Langkampfen ist jedoch Teil der Initiative „der.inn – lebendig und sicher“, die das Land Tirol, das Lebensministerium und der WWF seit 2008 gemeinsam durchführen. Im Rahmen dieser Offensive für mehr Sicherheit und Lebendigkeit am Inn, wurden in den letzten Jahren etliche Projekte umgesetzt. So hat der Tiroler Landesfluss bei Serfaus, Telfs und Radfeld mehr Platz bekommen, indem Uferverbauungen entfernt und Altarme wieder angebunden wurden.
Weil die TIWAG das Panda-Logo im Alleingang für ihre Zwecke missbraucht, steht nun auch die Glaubwürdigkeit des gesamten Inn-Projektes auf dem Spiel. „Hier liegt der Tatbestand einer Markenrechtsverletzung und Kreditschädigung vor“, sagt Rechtsanwalt Dr. Josef Unterweger, der den WWF in dieser Causa vertritt und unterstreicht: „Durch die Vorgehensweise der TIWAG wird nach außen hin der Eindruck erweckt, dass der WWF das Kraftwerk Kühtai unterstützt, obwohl er dieses Projekt als unökologisch ablehnt.“
Das Unternehmen TIWAG steht zu 100 Prozent im Eigentum des Landes Tirol. Für den WWF ist nicht nachvollziehbar, weshalb ein Bundesland über seine Tochtergesellschaft das Logo einer privaten Umweltorganisation missbraucht.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, Pressesprecherin WWF, Tel. 0676/83 488 203, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Christoph Walder, WWF-Flussexperte, Tel. 0676/92 55 430, E-Mail: walder@ecotone.at
Dr. Josef Unterweger, Rechtsanwalt des WWF, Tel. 01/405 42 67
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