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Mindestens fünf Große Hufeisennasen in Tirol daheim!
Innsbruck/Wien, am 26. Mai 2010 – Die Große Hufeisennase zählt zu den seltensten Fledermausarten Europas. Auch in Österreich sind nur wenige Kolonien in den südlichen Bundesländern bekannt. Die Art ist in Österreich somit vom Aussterben bedroht. Umso erfreulicher, dass nun nach Forschungsarbeiten in Tirol im Rahmen der Kampagne vielfaltleben feststeht: Im Oberland leben mindestens fünf Einzeltiere, die jedoch nicht isoliert sind, sondern mit einer größeren Population in Südtirol im Austausch stehen. „Ein schöner Erfolg, und eine wichtige Ergänzung zu den Schutzbemühungen der Tiroler Landesregierung für die Fledermäuse“, freut sich auch Umweltminister und vielfaltleben-Initiator Niki Berlakovich.
Im Tiroler Oberland hatte der Fledermausschutzbeauftragte der Tiroler Landesregierung, Anton Vorauer, bislang immer wieder Einzeltiere, aber kein Fortpflanzungsquartier gefunden. Um zu untersuchen, wo die Tiroler Hufeisennasen ihre Jungtiere zur Welt bringen und wie weit sie fliegen, griff man zu einem innovativen Mittel: Im April wurden ein Weibchen und ein Männchen jeweils direkt in ihren Höhlen im Inntal südlich von Landeck mit einem fingernagelkleinen Sender zwischen den Schulterblättern ausgestattet.
Mittels des Peilsenders führte die vom WWF „Gitsch“ genannte weibliche Hufeisennase die Forscher aus der Höhle südlich von Landeck 40 Kilometer weit über den Reschenpass bis ins Südtiroler Schluderns in eine Fledermaus-Wochenstube. „Eine gewaltige Leistung für solch ein kleines Tier!“, attestiert Vorauer. In dieser Wochenstube zählte man 90 Weibchen, die dort gemeinsam mit „Gitsch“ im nächsten Monat ihre Jungen großziehen werden. Es ist zu erwarten, dass ihr einige dieser Weibchen im Herbst zurück nach Tirol folgen werden. „Dass unsere Fledermäuse mit den Quartieren in Südtirol Austausch pflegen, ist sehr erfreulich weil solch eine Durchmischung die Population langfristig gesund erhält“, erklärt Vorauer.
Anton Vorauer verknüpft mit diesen Forschungsergebnissen die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbesiedelung der Art in Tirol. Nun gelte es, gemeinsam mit Italien abgestimmte Schutz- und Fördermaßnahmen zu setzen, so der Fledermausexperte.
Der Erhalt besonders gefährdeter heimischen Arten wie der Fledermäuse ist Ziel der vielfaltleben-Kampagne des Lebensministeriums gemeinsam mit dem Naturschutzbund, dem WWF und BirdLife.
Rückfragehinweis:
Anton Vorauer, Fledermausschutzbeauftragter der Tiroler Landesregierung/Abt. U, Tel. 0676/83 488 401
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17 250 oder claudia.mohl@wwf.at
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