Neuer Bericht des Österreichzentrums: Rückgang auf acht Wolfsrudel im Vorjahr, nur wenige Welpen, Rekordzahl an Abschüssen – WWF fordert mehr Herdenschutz
Morgen ist Weltnashorntag: Nashörner im Fadenkreuz der Wilderei
Wien, 21. September 2012 – Anlässlich des morgigen Weltnashorntages am 22. September weist die Naturschutzorganisation WWF darauf hin, dass zwei von drei asiatischen Nashornarten kurz vor der Ausrottung stehen. Das Java-Nashorn zählt zu den hundert meistbedrohten Arten der Welt. In Afrika, wo andere Unterarten leben, ist die Nashorn-Wilderei seit 2007 um 3.000 Prozent gestiegen. WWF und TRAFFIC (Organisation zur Beobachtung des illegalen Artenhandels) haben nun eine internationale Kampagne gegen den Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten aus der Wildnis gestartet. Sie wollen eine Verschärfung der Gesetze erreichen, damit Wilderer und Händler abgeschreckt werden und die Nachfrage nach Rhino-Horn sinkt. Die Regierungen der Nashornländer ruft der WWF zu verstärktem Einsatz gegen Wilderei und illegalen Handel auf.
In Asien ist derzeit nur der Nashornbestand in Nepal stabil, wo kein Fall eines gewilderten Nashorns im Vorjahr gemeldet wurde. Das Annamiten-Nashorn in Vietnam ist vor zwei Jahren ausgestorben. Vom Java-Nashorn leben nicht einmal mehr 50 Exemplare. Auf Sumatra und Borneo sind nur noch weniger als 200 Sumatra-Nashörner zu finden. Die abnehmende Populationsgröße ist gefährlich für den Fortbestand der Art, weil sich die Tiere nicht schnell genug fortpflanzen können, um Lebensraumverlust und Wilderei zu kompensieren. Krankheiten, Vulkanausbrüche oder ein Tsunami können den sensiblen Bestand an den Rand des Aussterbens bringen. Der indonesische Präsident erklärte das Jahr 2012 zum internationalen Jahr des Nashorns und kündigte strengere Maßnahmen in seinem Land an. In Afrika leben noch ca. 25.000 Nashörner in der Wildnis. Die Population nimmt zwar bisher zu, aber wenn die Wilderei weiterhin ansteigt, wird sich das in wenigen Jahren umkehren. In Südafrika wurden bis zum September 2012 bereits 381 Tiere gewildert, während es 2007 insgesamt nur 13 Tiere waren.
VIDEO: Die Nachfrage nach Nashorn in Asien nährt die Wildereri-Krise
Die Gier nach Rhinozeros-Hörnern erklärt sich mit dem Wirtschaftsboom in einigen asiatischen Staaten. Das aus dem Horn gewonnene Pulver wird traditionell zu medizinischen Zwecken verwendet. Die Palette der Leiden, gegen die es angeblich hilft, reicht von Fieber und Kopfschmerzen bis hin zu Masern, Epilepsie und Krebs. Dabei besteht das Horn aus dem gleichen Material wie etwa Pferdehufe oder menschliche Fingernägel. Obwohl keine Studie bisher seine medizinische Wirksamkeit nachweisen konnte, erzielt Nashornpulver mittlerweile höhere Preise als Gold. „Dieser gefährliche Aberglaube an die Heilwirkung von Rhinozeros-Hörnern torpediert unsere langjährigen Anstrengungen im Naturschutz”, klagt Brit Reichelt-Zolho, Afrika-Referentin des WWF.
Immer wieder werden auch Hörner von ausgestopften Nashörnern aus Museen und Horn-Trophäen gestohlen. Manche Diebe gehören offenbar zu einem weltweit operierenden Netzwerk von Nashornhändlern, das aus England und Irland gesteuert wird. Das Geschäft mit illegalem Wildtierhandel gehört neben Warenfälschung, Waffen-, Drogen- und Menschenhandel zu den fünf einträglichsten Sparten der internationalen Kriminalität. Schätzungen zufolge verdienen Verbrecherorganisationen jedes Jahr zwischen 7,8 und zehn Milliarden US-Dollar am Ausverkauf der Natur.
Nashornfotos zum Download.
Video zum Download .
Weitere Informationen:
Franko Petri, WWF-Pressesprecher, Tel. 01/488 17-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Brutsaison am Inn: WWF und BirdLife appellieren für mehr Rücksicht auf seltene Kiesbrüter
Gefährdete Vogelarten brüten am Inn – Steigende Bestände bei Flussuferläufern geben Hoffnung – Naturschutzorganisationen warnen vor Störungen durch Menschen
Steiermark: WWF kritisiert Frontalangriff auf den Artenschutz
Naturschutzorganisation warnt vor ökologischen Folgen und rechtlichen Problemen – Umdenken der Landesregierung gefordert
Energieeffizienz: Österreich seit sechs Monaten säumig bei EU-Richtlinie, 2030-Ziel wackelt
Stillstand bei Umsetzung verschärft Energiekrise und erhöht Abhängigkeit von Importen – Anhaltende EU-Vertragsverletzung könnte Österreich Millionen kosten – WWF fordert rasches Gegensteuern
Tennis-Star Dominic Thiem engagiert sich für seltene Donau-Störe
Prominente Hilfe für den Artenschutz – Naturschutzorganisation WWF bekommt Unterstützung im Einsatz für die am stärksten bedrohte Tiergruppe der Welt
WWF warnt vor rechtswidriger Wolfsverordnung in Vorarlberg
Naturschutzorganisation kritisiert Begutachtungsentwurf und befürchtet pauschale Abschüsse durch die Hintertür – Forderung nach Überarbeitung und mehr Herdenschutz
Good News: Schon wieder Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark
Gleich zwei Zwillingsgeburten bei den Berggorillas im Virunga-Nationalpark sorgen für Aufsehen. Feldteams konnten bereits beobachten, dass die Tiere innerhalb ihrer Familie einen bemerkenswerten Zusammenhalt zeigen.
WWF: Neue Salzburger Wolfsverordnung widerspricht europäischem Artenschutzrecht
Naturschutzorganisation kritisiert die geplanten anlasslosen Tötungen von Wölfen – Vorgehen gegen geschützte Wildtiere ist in Salzburg völlig überschießend
WWF: Interne Akten zeigen schwere Mängel beim Kraftwerksausbau Kaunertal
23 Nachforderungen, jede zweite betrifft Sicherheitsfragen – Tiwag-Unterlagen unvollständig, zentrale Risiken trotz Nachreichungen immer noch ungeklärt – WWF fordert Stopptaste für UVP












