Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Natürliche Uferböschungen statt monotoner Schutzbauten
Bad Ischl, am 12. Oktober 2007 – Was im heurigen Sommer in Bad Ischl mit dem Abriss der alten Eisenbahnbrücke begonnen wurde, setzen die Bagger nun direkt am Fluss fort: Auf der Länge eines halben Kilometers wird die Traun eingetieft, natürliche Uferböschungen angelegt und das Flussbett neu gestaltet. Zusätzlich soll auch zum ersten Mal ein Seitenbach – der Sulzbach – wieder angebunden werden. Diese Maßnahmen kommen einerseits der Sicherheit und Lebensqualität der Bad Ischler zu Gute und verbessern andererseits die Flussstruktur. „Der heutige Spatenstich ist ein wichtiger Schritt in Richtung lebendige Traun. Er verbindet nachhaltigen Hochwasserschutz bestens mit der Wiederbelebung wertvoller Auwald-Lebensräume", so Umweltminister Josef Pröll zu den natürlichen Uferböschungen.
Durch die Umbauten wird für den Fluss mehr Raum geschaffen, und so im Hochwasserfall das Risiko für Überschwemmungen maßgeblich reduziert. „Mit der Absenkung der Traun verbessern wir die Hochwassersicherheit für den Ortsteil Sulzbach in entscheidendem Maße“, erklärt Ing. Wilhelm Laimer, Leiter des Gewässerbezirks Gmunden. Gleichzeitig werden die Lebensräume in der Traun ökologisch aufgewertet. Stark bedrohte Tierarten gewinnen wertvollen Lebensraum, der durch den technischen Hochwasserschutz der letzten Jahrzehnte verloren gegangen war, zurück.
„Von der Wiederanbindung des Sulzbachs werden anspruchsvolle Flussbewohner wie Bachforelle, Äsche, Koppe und Co. profitieren “, begrüßt auch Flussraummanager Leopold Feichtinger die Maßnahmen. Feichtinger wurde vom Land Oberösterreich, dem Lebensministerium und dem WWF gemeinsam eingesetzt, um im Rahmen des „Gewässerbetreuungskonzepts Obere Traun“ für mehr Lebensraum- und Artenvielfalt am Fluss zu sorgen.
Ein wesentlicher Teil der Arbeiten ist die Verbesserung der Wandermöglichkeit für Fische und andere Wassertiere durch Auflösung des Querbauwerks im Bereich der alten Eisenbahnbrücke. Es wird im Mündungsbereich der Kaltenbach-Au neu errichtet, allerdings auf zwei kleinere und flachere Stufen aufgeteilt, sodass es keine unüberwindbare Barriere mehr darstellt. Zusätzlich wird dem bestehenden Altarm wieder mehr Leben eingehaucht indem ein Stück oberhalb der Mündung in die Traun eine Rohrverbindung hergestellt wird. „Durch diese Maßnahme erhält der untere Teil des Altarms wieder ausreichend Wasser und somit einen Teil seiner natürlichen Dynamik zurück – ein weiterer Schritt zu einer lebendigen Traun!“, sind sich Laimer und Feichtinger einig.
Im Rahmen des Gewässerbetreuungskonzepts bemühen sich die Partner Bund, Land Oberösterreich, Bundeswasserbauverwaltung und WWF gemeinsam um ein modernes und naturnahes Management der Traun. Zahlreiche Maßnahmen sollen in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass nachhaltiger Hochwasserschutz mit der Wiederbelebung wertvoller Auwald-Lebensräume einhergeht. Nicht nur stark bedrohten Tierarten wird dadurch ein Comeback ermöglicht – auch die Menschen in der Region gewinnen wertvollen Freizeit- und Erholungsraum zurück.
Rückfragehinweis:
Ing. Helmut Huber, Bundeswasserbauverwaltung, Tel. 07612/66337409
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 0676/83 488 203
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung [AL1.1]diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit
WWF: Mehr als 1.300 geschützte Tiere seit 2020 in Österreich getötet
Abschüsse von Bibern, Fischottern, Wölfen und Greifvögeln nehmen deutlich zu – WWF warnt vor „Normalisierung“ der Tötung geschützter Arten – Neue Kampagne gestartet
Almauftrieb am Hundsheimer-und Spitzerberg: Erste Beweidung seit 60 Jahren stärkt Biodiversität
Grasende Rinder sichern Lebensraum für seltene Arten – Vorzeigemodell: WWF fordert Ausweitung naturnaher Beweidungsprojekte in ganz Österreich













