WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Neue Fische für den Inn
Toni Innauer, Fischereiverband und WWF setzen 165.000 junge Äschen aus
Innsbruck, Roppen, am 3. April 2013 – Von ehemals 33 vorkommenden Fischarten am Inn kommen nur noch zwei Arten häufig vor, der Rest ist entweder ausgestorben oder in seinem Fortbestand gefährdet. Nach Ansicht des WWF darf es dort deshalb keine weiteren Verschlechterungen wie Kraftwerksbauten mehr geben. Im Gegenteil: „Wir haben mit dem Land Tirol und dem Umweltminister vereinbart, dass in den nächsten drei Jahren weitere Flussräume am Inn geschaffen werden. Das ist wichtig, damit der Landesfluss noch lebendiger wird und seine umfangreichen Funktionen erfüllen kann", erklärt Christoph Walder vom WWF. „Es ist notwendig, dass in Zukunft nur noch Maßnahmen gesetzt werden, die die Situation am Inn für Natur und Menschen verbessern“, bekräftigt auch WWF-Flussbotschafter Toni Innauer. Gemeinsam mit dem Tiroler Fischereiverband werden heute 165.000 junge Äschen aus heimischer „Produktion“ in den Inn eingebracht.
Die von Fischereiverband und WWF vor einem halben Jahr ins Leben gerufene Aktion für mehr Artenvielfalt am Inn, wird heute entschlossen weitergeführt. Ein Großteil der Jungfische wird im Gemeindegebiet von Roppen ausgesetzt. Dort bietet die Innstrecke noch geeignete Laichplätze, gute Einstände und Fluchtmöglichkeiten im Hochwasserfall. „Das wird den Fortpflanzungserfolg fördern und die Äschenbestände wieder steigen lassen“, hofft Markus Schröcksnadel, Landesobmann des Tiroler Fischereiverbandes.
Die Fischbestände in den heimischen Gewässern wie dem Inn, sind innerhalb der vergangenen Jahrzehnte massiv geschrumpft. Vor allem Wasserkraftwerke und harte Uferverbauungen machen den Fischen, aber auch vielen anderen Arten zu schaffen. Flussrevitalisierungen bilden deshalb die Basis dafür, dass bedrohte Fischarten wie Äschen, Nasen oder Urforellen überleben können.
In das Kooperationsprojekt „der.inn-lebendig und sicher“ von Lebensministerium, Land Tirol und WWF, wurden bisher rund vier Millionen Euro investiert. Maßnahmen im „Oberen Gericht“, aber auch im Mittleren Inn zwischen Telfs und Zirl trugen dazu bei, dass Fische aber auch andere flussbegleitende Tier- und Pflanzenarten wie der Biber, von den verbesserten Lebensräumen profitieren. Um die Bevölkerung bestmöglich zu informieren, werden laufend Schulprojekte, Vorträge und Exkursionen durchgeführt. „Für neue Staumauern wie für das Regionalkraftwerk Mittlerer Inn der Innsbrucker Kommunalbetriebe, ist am Inn einfach kein Platz mehr“, hält Walder vom WWF fest.
Nach Auskunft von Markus Schröcksnadel, hat sich der im vergangenen Jahr im Bereich Pettnau angesiedelte Fischbestand gut entwickelt: "Wir freuen uns, dass der Naturschutz und der WWF so viel Interesse an der heimischen Fischfauna zeigen. Unsere Bestandsmaßnahmen sind jedenfalls erfolgreich gewesen und wir erwarten uns, dass damit der Grundstock gelegt werden konnte, dass sich die Fische auch langfristig etablieren können.“ Die gute Entwicklung der Äschenbestände zeige, dass die wiedergewonnenen Lebensräume als Laichplätze bestens genutzt werden.
Die heute u.a. in Roppen ausgesetzten Äschen wurden in der Fischzucht des Tiroler Fischereiverbandes in Thaur gezogen und aus dem Laich von Elterntieren aus dem Inn erbrütet. Die Maßnahmen sind Teil des Interreg 4Projekts-AlpÄsch mit Italien, in dem es u.a. um die Sicherung natürlicher Äschenpopulationen geht.
Toni Innauer, Flussbotschafter des WWF, unterstützt die Vorhaben: „Flusstypische Arten wie Flussuferläufer, Flussregenpfeifer, Deutsche Tamariske aber auch die heute eingesetzten Fischarten, gehören alle zum Inn dazu. Es ist unsere Verantwortung, dafür zu sorgen, dass auch unsere Kinder und Kindeskinder noch naturnahe Flüsse in ihrer Gesamtheit erleben können.“
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel. 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
Aschermittwoch: WWF empfiehlt heimischen Bio-Fisch als Alternative zu Hering und Co
Weltmeere drastisch überfischt – Nordatlantische Heringsbestände in kritische Bereiche gesunken – 92 Prozent des konsumierten Fischs in Österreich importiert
Schutz der Mur: Slowenische Regierung stoppt endgültig alle Kraftwerkspläne
WWF begrüßt Konzessionsentzug für acht geplante Wasserkraftwerke an der Mur an der Grenze zur Steiermark – Weg frei für Renaturierung im UNESCO-Biosphärenpark










