WWF begrüßt Konzessionsentzug für acht geplante Wasserkraftwerke an der Mur an der Grenze zur Steiermark – Weg frei für Renaturierung im UNESCO-Biosphärenpark
Neue parlamentarische Bürgerinitiative: Gesetzliche Umsetzung der Energiewende in Österreich gefordert!
Presseaussendung OTS
Wien – Freitag, 5 vor 12 Uhr und eine Woche bevor der Klimavertrag in New York mit einer feierlichen Zeremonie unterzeichnet wird, reichen GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF bei Nationalratspräsidentin Doris Bures eine parlamentarische Bürgerinitiative mit dem Titel „Energiewende für Österreich!“ ein. Sie soll die wesentlichen Gesetzesinitiativen anstoßen, die in Österreich jetzt zur Umsetzung des Klimaschutzabkommens von Paris notwendig sind. „Der Klimavertrag von Paris gibt die Richtung zum Ausstieg aus fossiler Energie klar vor.
Es reicht aber nicht, schöne Worte auf internationalen Zeremonien zu sprechen, wir müssen die gesetzlichen Grundlagen für die Energiewende in Österreich jetzt schaffen. Wir rufen die Bundesregierung und alle im Parlament vertretenen Parteien daher auf, die notwendigen Beschlüsse für den Umstieg auf 100 % erneuerbare Energie jetzt zu fassen“, so Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000, Adam Pawloff, Klimasprecher von Greenpeace und Karl Schellmann, Leiter Klima und Energie beim WWF.
Fünf Schritte für den vollständigen Ausstieg aus fossiler Energie
Für die Umweltschutzorganisationen sind jetzt fünf wesentliche Schritte notwendig, damit der Ausstieg aus fossiler Energie in Österreich gelingen kann:
1. Das Ziel, vollständig auf 100 % erneuerbare Energie umzusteigen
muss gesetzlich verankert werden. Aktuelle Studien zeigen, dass wir bis spätestens 2050 in allen Bereichen zu 100 % auf erneuerbare Energie setzen können. Österreich soll den vollständigen Ausstieg aus fossiler Energie daher jetzt beschließen. Dieses Ziel soll mit konkreten Zwischenschritten versehen im Klimaschutzgesetz festgeschrieben werden.
2. 100 % Ökostrom bis 2030.
Bundeskanzler Werner Faymann und Umweltminister Andrä Rupprechter haben bereits in Paris erklärt, dass der vollständige Umstieg auf erneuerbare Energie im Strombereich bis 2030 vollzogen sein soll. Dieses Ziel soll nun im Ökostromgesetz verankert und mit konkreten technologischen Ausbaupfaden versehen werden.
3. Abbau von umweltschädlichen Subventionen.
Derzeit werden nach einer aktuellen WIFO-Studie in Österreich umweltschädliche Subventionen in Höhe von 3,8 bis 4,7 Mrd. Euro pro Jahr gewährt [1]. Diese Subventionen belasten Umwelt und SteuerzahlerInnen. Die Bundesregierung muss in allen Fällen innerhalb von sechs Monaten Reformvorschläge auf den Tisch legen.
4. Energieeffiziente Gebäude.
Es braucht ein neues Programm zur Gebäudesanierung in Österreich, um die Sanierungsrate dauerhaft auf 3 Prozent anzuheben. Gebäude, wo Menschen in Energiearmut leben, sollen vorrangig behandelt werden. Neubauten sollen bereits ab 2017 nur noch „Nahe-Null-Emissionen“ aufweisen, neue fossile Heizanlagen dürfen nicht länger eingebaut werden. Dafür muss eine 15a-Vereinbarung mit den Bundesländern ausgearbeitet werden.
5. Mobilität soll leistbar, komfortabel und umweltfreundlich sein.
Mindeststandards für den öffentlichen Verkehr müssen für jede Stadt und jeden Ort festgelegt werden. Nach diesen Standards müssen sich die Ausbauprioritäten richten. Im Rahmen einer Gesamtstrategie zur Dekarbonisierung des Verkehrs sollen zudem alternative Antriebe wie Elektromobilität gefördert werden.
Erst diese Woche hat das Umweltbundesamt ein Energiewende-Szenario mit konkreten Umsetzungsschritten aufgezeigt. Diese müssen jetzt aber auch gesetzlich umgesetzt werden, damit Österreich den Weg in eine nachhaltige Zukunft beschreiten kann. „Wir dürfen die Energiewende in Österreich nicht länger verzögern, sondern müssen die notwendigen Beschlüsse jetzt fassen. Nur dann haben innovative Unternehmen die Sicherheit zu investieren und zehntausende Arbeitsplätze zu schaffen. Je länger wir zögern, desto weniger profitieren wir und desto teurer wird die Umsetzung von Schritten, die ohnehin notwendig sind,“ so die Vertreter von GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF abschließend.
Fotos der Übergabe mit Doris Bures sind ab 13:30 Uhr auf https://www.flickr.com/photos/global2000 verfügbar.
Rückfragehinweis:
Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000-Klimasprecher, johannes.wahlmueller@global2000.at, Tel.: 0699 14 2000 41
Adam Pawloff, Klima- und Energiesprecher, Greenpeace, adam.pawloff@greenpeace.org, Tel.: 0650 37 22 524
Karl Schellmann, Leitung Klima und Energie WWF, karl.schellmann@wwf.at , Tel.: 0676 83 488 2 49
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Slowenien stoppt Kraftwerkspläne an der Mur
Aufatmen an einem der letzten großen, frei fließenden Flüsse Mitteleuropas: 8 geplante Wasserkraftwerke an der Mur werden doch nicht gebaut.
WWF-Hilferuf: Amphibien in Not am Tiroler Inn
Neue Untersuchung zeichnet drastisches Bild vom Zustand der Frosch- und Schwanzlurche – INNsieme connect setzt Hilfsmaßnahmen für bedrohte Amphibienarten
Good News: Rekordverdächtige Tiger-Großfamilie in China gesichtet
Extrem seltene Sichtung in Nordchina: Eine Amur-Tigerin streift dort mit gleich 5 Jungtieren durch die Wälder.
WWF: Neuer IPBES-Bericht sollte Weckruf für Politik und Wirtschaft sein
Report zeigt wirtschaftliche Risiken des Verlusts von Arten und Ökosystemen – WWF fordert Gegensteuern – „Wer ohne Rücksicht auf planetare Grenzen wirtschaftet, sägt am eigenen Ast“
WWF renaturiert einen der längsten natürlichen Flussabschnitte Österreichs
Naturschutzorganisation bereitet Abbruch von zwei Dämmen vor und vernetzt 57 Flusskilometer – Radlbach und Lieser damit für Fischarten wieder verbunden
Neue Petition: Umwelt-Allianz warnt vor Kahlschlag im EU-Naturschutz
WWF: Sauberes Wasser, geschützte Arten und Naturschätze durch EU-Pläne massiv bedroht – Über 50 Umweltverbände mobilisieren gegen Angriffe
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
WWF-Auswilderungsprojekt: Tiroler Wisent-Kuh „Ina” erfolgreich im Kaukasus freigelassen
Naturschutzorganisation siedelt Wildrinder in ihrer Heimat Aserbaidschan an – Kuh „Ina” aus Innsbruck ist eines von 18 Tieren – WWF: „Paradebeispiel für internationalen Artenschutz”












