7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
NÖ Jägerschaft und WWF verurteilen illegale Vergiftung von Greifvögeln
Wien, 13. März 2019 – Im Bezirk Gänserndorf gibt es – nachdem dort bereits in den vergangenen Jahren Giftköder gegen Beutegreifer ausgelegt wurden – einen neuen Verdachtsfall: Ein Seeadler, drei Rotmilane sowie sechs Mäusebussarde sind qualvoll verendet. Auch ein Kolkrabe sowie Füchse und Marder wurden gefunden. Mehrere Giftköder wurden sichergestellt. Der Niederösterreichische Landesjagdverband (NÖLJV) und die Natur- und Umweltschutzorganisation WWF Österreich verurteilen das illegale Auslegen von Giftködern. „Kriminelle Taten wie diese unterminieren nicht nur die Artenschutzbemühungen für Greifvögel und andere geschützte Wildtiere, sondern stellen auch eine Gefahr für Haustiere dar“, betonen die Organisationen in einer gemeinsamen Reaktion.
„Ein Gifteinsatz gegen Wildtiere ist ein offener Rechtsbruch“, unterstreicht Sylvia Scherhaufer, Generalsekretärin des NÖLJV. „Daher unterstützt die NÖ Jägerschaft bei Giftverdachtsmeldungen die Polizei bei den Ermittlungen, sei es durch die rasche Anzeige, bei der Beweissicherung oder mit Expertise zu Wildtieren.“ Christina Wolf-Petre vom WWF ergänzt: „Im Gebiet von Zistersdorf häufen sich solche Fälle. Dort darf nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden und braucht es stärkere Kontrollen, um weitere Fälle von Giftködern gegen Beutegreifer zu verhindern und diese auch schneller zu finden. Der Schutz der Wildtiere muss gewährleistet werden“, fordert Wolf-Petre.
Bereits am 16. Februar hatte ein Spaziergänger in Zistersdorf am Feldrand einen toten Seeadler neben einem offensichtlich als Giftköder präparierten Feldhasen entdeckt. Der zuständige Jagdaufseher erstattete umgehend Anzeige und polizeiliche Ermittlungen wurden aufgenommen. Der seltene Adler und weitere, in Folge gefundene verendete Tiere werden nun am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der VetMed Uni Wien untersucht. Um Hinweise auf den Täter zu erhalten, wurden auch DNA-Spuren genommen.
Bevölkerung zur Mithilfe aufgerufen – Gifthotline eingerichtet
Seit 2003 engagieren sich der WWF und der NÖLJV mit der Aktion „Vorsicht – Gift“ gemeinsam gegen das illegale Auslegen von Giftködern gegen Wildtiere. Seither ist die Zahl an ausgelegten Giftködern deutlich zurückgegangen. WWF und NÖLJV appellieren an die Jägerschaft und Spaziergänger, tote oder verletzte Tiere – meist handelt es sich um Greifvögel – zu melden. Verdachtsfälle können bei der Gifthotline unter der Mobilnummer 0664/925 50 70 auch anonym bekannt gegeben werden.
Seeadler und Rotmilan brauchen Schutz vor skrupellosen Tätern
Der Seeadler ist Europas größter Adler. Obwohl sich der Bestand etwas erholt hat und derzeit bei insgesamt 35 Brutpaaren in Österreich liegt, ist der Greifvogel ebenso wie der Rotmilan auf der Roten Liste des Umweltbundesamtes als vom Aussterben bedroht gelistet.
„Wir bemühen uns seit Jahren um Aufklärung und den Schutz dieser seltenen Tierarten, die eine wertvolle Bereicherung der heimischen Artenvielfalt sind. Teil dessen ist auch der Kampf gegen illegales Auslegen von Giftködern insbesondere gegen geschützte bzw. ganzjährig geschonte Greifvögel“, so Scherhaufer vom NÖLJV abschließend.
Rückfragehinweis:
Niederösterreichischer Landesjagdverband
GEN.SEKR. MAG. SYLVIA SCHERHAUFER,
E-Mail: s.scherhaufer@noeljv.at
WWF Österreich
Claudia Mohl
Pressesprecherin WWF
Tel. 0676/83 488 203,
E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima
Durchbruch an der Grenzmur: WWF zeigt, wie Renaturierung gelingt
WWF Österreich und slowenische Projektpartner stellen natürlichen Fluss der Mur wieder her – Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Flusslebensräume
Hitzetod bedroht Amazonas-Delfine: Studien zeigen gefährliche neue Normalität
Anhaltende Überhitzung von Flüssen gefährdet seltene rosa Flussdelfine – Klimakrise als Ursache für “thermische Fallen” von bis zu 41 Grad Celsius – WWF fordert besseren Schutz von Flüssen
Hunde-Spaziergang am Inn: Wie man Vogel-Nachwuchs schützen kann
An den Kiesbänken des Inns brüten derzeit wieder seltene Vogelarten. Doch Spaziergänger:innen und freilaufende Hunde können den Nachwuchs unwissentlich gefährden.
Statusbericht Wolf: 121 Wölfe in Österreich nachgewiesen, weniger Rudel, kaum Nachwuchs
Neuer Bericht des Österreichzentrums: Rückgang auf acht Wolfsrudel im Vorjahr, nur wenige Welpen, Rekordzahl an Abschüssen – WWF fordert mehr Herdenschutz













