EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
Österreichs Flüsse sind in Gefahr!
Der WWF kämpft für den Erhalt unserer Wasserheiligtümer – dafür brauchen wir Ihre Hilfe!
Unterschreiben Sie jetzt unsere Online-Petition zum Schutz des Lech!
Innsbruck, am 25. Februar 2010 – WWF, Greenpeace und Arbeitsgemeinschaft Tiroler Lechtal, sowie sieben weitere nationale und internationale Umweltorganisationen präsentierten heute vor dem Innsbrucker Hauptbahnhof das Lech-Manifest. „Hände weg vom Lech“ war auf dem Banner der Naturschützer zu lesen. Mit dem Manifest treten sie für die Rettung des Flussheiligtums Lech vor den Kraftwerksplänen der ÖBB am Spullersee ein. In einem Schreiben an den ÖBB-Vorstand Peter Klugar fordern die Kraftwerksgegner die Bundesbahnen auf, das von ihnen angestrebte Enteignungsverfahren gegen die Bergbauern der Alpgemeinschaften Pazüel-Tritt und Zürs, bis zum 8. März zu stoppen und in weiterer Folge von der Erweiterung des Kraftwerks Spullersee abzusehen.
100 Vorarlberger Bergbauern, deren Gebirgsbäche das Wasser für den geplanten Speicher-Ausbau liefern sollen, müssen der Wassernutzung durch die Bundesbahnen bis zum 16. März zustimmen. Andernfalls droht ihnen eine Zwangsenteignung. „Dass die ÖBB das Projekt nur umsetzen können, wenn sie Bauern enteignen, ist beschämend“, so Pfarrer Karlheinz Baumgartner von der Arbeitsgemeinschaft Tiroler Lechtal.
Gegen das Kraftwerksprojekt wächst eine immer breitere Koalition aus Naturschutzorganisationen, Initiativen und Fachexperten. Gemeinsam bekundeten sie heute ihre Solidarität mit den Eigentümern der Quellbäche.
„Es darf nicht sein, dass die ÖBB Naturzerstörung als Klimaschutz ausgeben“, kritisiert Greenpeace-Sprecherin Melanie Beran. „Wenn ÖBB-Vorstand Klugar glaubt, die Anliegen der Bauern und die Naturgefährdung einfach übergehen zu können, dann werden wir durch vehementen Widerstand – sowohl rechtlich als auch vor Ort – dafür sorgen, dass den Bundesbahnen damit das nächste ökonomische Waterloo droht“, so Beran weiter.
„Die Realisierung des ÖBB-Kraftwerks Spullersee hätte eine verheerende Signalwirkung zur Folge“, ergänzt Anton Vorauer vom WWF. „In einem strengen Schutzgebiet wie dem Lech, in dem das Schutzgut das Flussökosystem selbst ist, darf es keine Verschlechterung durch Wasserkraftanlagen geben!“ Durch die Erweiterung des ÖBB-Kraftwerks Spullersee, würden dem Tiroler Flussjuwel Lech 24 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr entzogen werden.
Die Naturschutzorganisationen befürchten, dass die Erweiterung des Kraftwerks Spullersee einen Präzedenzfall für den weiteren rücksichtslosen energiewirtschaftlichen Ausbau des Lechs und seines Einzugsgebiets schaffen würde. Der Lech als eine der letzten Referenzen eines „wilden“ Alpenflusses müsse jedoch unantastbar und für die Nachwelt erhalten bleiben, so die Naturschützer im Lech-Manifest.
Unterschreiben Sie jetzt unsere Online-Petition zum Schutz des Lech!
Rückfragehinweis:
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace Österreich, Tel. 0664/612 67 18
Claudia Mohl, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel. 0676/ 83 488 203
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Tigerinnen in Thailand ziehen erfolgreich Nachwuchs groß
Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn













