Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen
Olympia 2014: WWF präsentiert die besten Athleten der Tierwelt
Wien, 6. Februar 2014 – Vor dem Start der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi präsentiert der WWF die erstaunlichsten Olympioniken aus dem Tierreich. Während die Welt gebannt nach Russland blickt und den sportlichen Sensationen entgegenfiebert, verblasst der Glanz manch einer Goldmedaille im Vergleich zu den Leistungen in der Natur: Pottwale tauchen bis zu 2.500 Meter tief, Schneeleoparden springen bis zu 16 Meter weit, Rentiere wandern 5.000 Kilometer im Jahr. Diese erstaunliche und extrem leistungsfähige Artenvielfalt ist das Produkt der Evolution und ist heute durch Klimawandel, Lebensraumzerstörung und Wilderei so bedroht wie noch nie zuvor.
Tieftauchweltmeister Pottwal
Kein Säugetier taucht tiefer als der riesige Pottwal, der in allen Ozeanen der Erde zuhause ist und sich auch gerne im Südpolarmeer aufhält. Er kann bis zu 2.500 Meter tief tauchen und dabei die Luft über eine Stunde anhalten.
Weitspringer Schneeleopard
Das Dach der Welt ist sein Revier: Der Schneeleopard streift durch die Hochgebirge Zentralasiens vom Himalaya bis zum Altai. Vor Gletscherspalten und Steilhängen muss er sich nicht fürchten: Der Schneeleopard ist unter den Säugern der Weltmeister des Weitsprungs und kann mit einem Satz bis zu 16 Meter Distanz überwinden. Gefährlich wird den Großkatzen vor allem der Mensch. Die illegale Jagd hat die Bestände erheblich dezimiert.
Fastenmeister Kaiserpinguin
Die größte Art aus der Familie der Pinguine kann eine Höhe von bis zu 1,30 Metern erreichen und bringt schon mal 50 Kilogramm auf die Waage – so viel wie manche Skispringer. Der Kaiserpinguin ist das einzige Wirbeltier, das im antarktischen Inlandeis über Monate hinweg leben kann. Die extremen Wetterbedingungen dort erfordern selbstredend extreme Anpassungsfähigkeiten. Die Tiere trotzen nicht nur eisigen Winden, sie können auch drei Monate ohne Nahrung auskommen. Um an ihre Brutplätze zu gelangen watscheln sie mitunter 200 Kilometer über das Eis.
Isoliermeister Polarfuchs
Funktionswäsche, lange Unterhosen oder dicke Ski-Jacken – das alles hat der Polarfuchs nicht nötig. Unter den Landsäugern hat er nämlich das am besten isolierende Fell. Kein Wunder, denn er ist in der Tundra und dem Packeis des Arktischen Ozeans zuhause. Auch modisch ist er stets „en vogue“: Der Polarfuchs ist der einzige unter den weltweit 23 Fuchsarten, der die Fellfarbe mit den Jahreszeiten wechselt.
Kältekaiser Amur-Tiger
Der Amur-Tiger ist auch unter dem Namen „Sibirischer Tiger“ bekannt, obwohl er niemals in Sibirien vorkam. Seine Heimat ist stattdessen der Russische Ferne Osten und Nordchina. Er ist die größte lebende Katzenart auf der Erde und an die extremen Umweltbedingungen in seinem Lebensraum bestens angepasst. Er kann, durch das dichte Haarkleid seines Winterfells geschützt, Temperaturen von bis zu minus 45 Grad trotzen.
Wander- und Schwimmkönig Rentier
Zwischen 50.000 und 500.000 Individuen kann eine regionale Herde von Rentieren umfassen. Auf ihren Wanderungen durch die Taiga-Wälder und Tundren legen die Tiere rund 5.000 Kilometer im Jahr zurück. Unter Druck kann die Hirschart sogar bis zu 10 km/h schnell schwimmen.
Schwergewicht Eisbär
Der größte je gemessene Bär war ein Eisbär: 1.002 Kilogramm brachte er auf die Wage – und das bei einer Länge von 3,65 Metern. Damit hält er den Rekord für das größte, lebende Landraubtier auf der Erde. Die beeindruckenden Maße machen den weißen Riesen zum König der Arktis. Doch in Zeiten des Klimawandels, wenn das Meereis zurückgeht, fehlt ihm seine Hauptnahrung – die Robben – die er zum Überleben braucht.
Gewichtheben-Profi Gorilla
Im Jahr 2000 wuchtete Hossein Rezazadeh 472 kg in die Höhe – das war ein Weltrekord, der bis heute gilt. Nicht schlecht, aber gegen einen Gorilla sollte der Iraner besser nicht antreten: Der kann mit stolzen 900 kg nämlich fast das Doppelte stemmen. Um die bedrohten Primaten vor dem Aussterben zu bewahren, kümmert sich der WWF in Zentralafrika um den Erhalt und die Ausweitung von Schutzgebieten.
Laufmeister Gepard
Der derzeitige Rekordhalter im 100-Meter-Lauf, der Jamaikaner Usain Bolt, bringt es auf eine Geschwindigkeit von umgerechnet rund 39 km/h. Für den tierischen Champion ist das nicht mehr als lockeres Warmlaufen: Wenn der Gepard durch die Savanne rast, beschleunigt er in kürzester Zeit auf über 100 km/h. Damit ist die afrikanische Raubkatze unangefochten der schnellste Sprinter im Tierreich.
Das superfaule Ai
Mit all diesen rekordverdächtigen Anstrengungen kann das südamerikanische Faultier nichts anfangen. Alles an ihm ist langsam – und zwar immer. Wenn es sich beeilt, legt es in einer Minute fünf Meter zurück – an guten Tagen. Doch die haben beim Faultier nur vier Stunden, denn ganze zwanzig Stunden pro Tag schläft es tief und fest. Damit ist das Faultier klarer Champion im Müßiggang, einem Wettbewerb, der allerdings (noch) nicht als olympische Disziplin anerkannt wurde.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-mail: franko.petri@wwf.at.
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