Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
Presseaussendung WWF und Lanius
St. Pölten 28. September 2009 – Naturparadies am Truppenübungsplatz des Bundesheeres bedroht: Der ehemaligen Garnisonsübungsplatz Völtendorf südwestlich von St. Pölten zählt zu den artenreichsten Naturräumen des zentralen Niederösterreich. Sogar etliche in Österreich vom Aussterben bedrohte Arten wie Urzeitkrebse, Wachtelkönig oder die Libelle „Glänzende Binsenjungfer“ kommen hier vor. Ihre Zukunft ist durch den geplanten Verkauf und die Privatisierung des Grundstückes sowie durch die Schnellstraße S 34, die das Gebiet zerschneiden wird, akut bedroht. Nun haben die Naturschutzorganisationen LANIUS und WWF bei der EU eine Beschwerde gegen den Verkauf des GÜPl Völtendorf und die geplante Schnellstraße S34 eingereicht. Wird der Beschwerde stattgegeben, dann droht der Republik Österreich eine Verurteilung wegen Verstoßes gegen das EU-Naturschutzrecht.
„Der hohe Naturschutzwert von Völtendorf wird von der Landesnaturschutzbehörde und der SIVBEG (Immobilienverwaltung des BMLVS) gänzlich ignoriert“, ärgert sich LANIUS-Obmann Thomas Hochebner „Auch die Bevölkerung hat großes Interesse daran, dass dieses Naherholungsgebiet erhalten bleibt!“
Der Verkauf der militärischen Liegenschaft und die damit verbundene Nutzungsänderung, sowie der Bau der S34 führen zur unwiderruflichen Zerstörung dieses Naturparadieses und sind ein grober Verstoß gegen EU-Recht. So kommt etwa die Gelbbauchunke in Österreich nirgendwo in so großer Dichte vor, wie in Völtendorf. Wegen ihrer europaweiten Gefährdung ist sie durch die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU geschützt, und muss in ihrem Bestand gefördert und erhalten werden. Auch andere Amphibienarten wie der Kamm-Molch und der Laubfrosch sind auf die naturnahen Flächen des Völtendorfer Übungsplatzes angewiesen. Werden die Feuchtgebiete nach dem Verkauf in Maisäcker umgewandelt, dann verlieren die Amphibien einen ihrer wichtigsten Rückzugsräume.
Gründe genug für LANIUS und WWF, bei der Europäischen Kommission eine umfassende Beschwerde einzureichen. „In Wahrheit geht es um rasche Verkaufserlöse und das Durchboxen von Prestigeprojekten wie der S34“, erklärt Dr. Bernhard Kohler vom WWF. „Dass dabei eines der bedeutendsten Naturparadiese Niederösterreichs unter die Räder kommt, ist den Verantwortlichen offenbar egal“, kritisiert er.
Die NGOs hoffen, dass die EU der Beschwerde letztlich stattgeben wird, weil hier Schutzgüter von europäischem Rang auf dem Spiel stehen.
Druckfähiges Bildmaterial der Arten steht zum kostenfreien Abdruck zur Verfügung.
Rückfragehinweis und Fotos:
Mag. Markus Braun, Obmann-Stv. LANIUS
Dr. Bernhard Kohler, Leiter des Ostösterreichprogramms des WWF Österreich,
Rückfragen
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