Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
Protest von GLOBAL 2000, Greenpeace, WWF: Kein Plattwalzen von Umweltrechten
Wien, 12.12.2016 – Heute protestierten Aktivistinnen und Aktivisten der Umweltorganisationen GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF vor dem Umweltministerium am Wiener Stubenring gegen die geplanten Änderungen im Bundesgesetz zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-G). Mit einer Straßenwalze, gekennzeichnet mit Logos des Umweltministeriums, wurde dabei der Schriftzug ‚Umweltrechte‘ plattgewalzt, um die drastischen Auswirkungen bildlich darzustellen. Auf Drängen von Umweltminister Andrä Rupprechter sollen die UVP-G-Änderungen bereits morgen Dienstag im Ministerrat verabschiedet werden.
„Unter dem Deckmantel einer Verwaltungsvereinfachung plant Minister Rupprechter ein Plattwalzen hart erkämpfter und essenzieller Umweltrechte. Ist er damit erfolgreich, werden die Mitsprache- und Kontrollrechte von Umweltorganisationen, Bürgerinitiativen, Gemeinden sowie der Landesumweltanwälte massiv beschnitten“, warnt Thomas Alge, Geschäftsführer von ÖKOBÜRO – Allianz der Umweltbewegung.
GLOBAL 2000, Greenpeace, WWF und ÖKOBÜRO fordern die sofortige Rücknahme der UVP-Reform. „Dieses Gesetz darf in dieser Form weder morgen noch sonst irgendwann beschlossen werden“, so Alge im Namen aller Organisationen.
Im vorliegenden Änderungsvorschlag zum UVP-Gesetz sollen massive Behinderungen und bürokratische Hürden für Bürgerinnen und Bürger sowie für Umweltorganisationen eingeführt werden, obwohl das ganze Gesetzespaket unter dem Deckmantel der Verwaltungsvereinfachung läuft. Bei UVP-Beschwerden, die bisher in Österreich für Umweltorganisationen eher günstig waren, drohen mit der Änderung in Zukunft zusätzliche Kosten in fünfstelliger Höhe pro Verfahren. Auch sollen der UVP-Behörde Fristen für Verbesserungsaufträge derart verkürzt werden, dass ein Einholen von Gutachten praktisch nicht mehr möglich wäre.
Für den Gesetzesentwurf, der am 18. Oktober 2016 veröffentlicht wurde, waren ursprünglich sogar nur fünf Tage Begutachtungsfrist zur Eingabe von Stellungnahmen vorgesehen. Erst nach heftigen Protesten der Zivilgesellschaft wurde die Frist bis zum 18. November verlängert.
„Es passt ins Bild, dass Minister Rupprechter diese UVP-Änderung noch schnell vor Weihnachten auf Biegen und Brechen durchpeitschen will. Offenbar handelt er hier auf Geheiß von Wirtschaftslobbys, die ihre Großprojekte ungehindert und ohne Rücksicht auf Umwelt, Natur und Bürgerbeteiligung durchziehen wollen“, so Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons. „Sollten Rupprechter und die ÖVP-Minister nicht zur Vernunft kommen, so muss der Koalitionspartner, allen voran der auf SPÖ-Seite zuständige Infrastrukturminister Jörg Leichtfried, diesen Kahlschlag bei Umwelt- und Mitspracherechten abwehren.“
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.













