Analyse des Wegener Centers zeigt steigende Kosten und fiskalische Risiken durch fehlende Klimaschutz-Maßnahmen – WWF fordert Kurswechsel in der Budgetpolitik
Protest von GLOBAL 2000, Greenpeace, WWF: Kein Plattwalzen von Umweltrechten
Wien, 12.12.2016 – Heute protestierten Aktivistinnen und Aktivisten der Umweltorganisationen GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF vor dem Umweltministerium am Wiener Stubenring gegen die geplanten Änderungen im Bundesgesetz zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-G). Mit einer Straßenwalze, gekennzeichnet mit Logos des Umweltministeriums, wurde dabei der Schriftzug ‚Umweltrechte‘ plattgewalzt, um die drastischen Auswirkungen bildlich darzustellen. Auf Drängen von Umweltminister Andrä Rupprechter sollen die UVP-G-Änderungen bereits morgen Dienstag im Ministerrat verabschiedet werden.
„Unter dem Deckmantel einer Verwaltungsvereinfachung plant Minister Rupprechter ein Plattwalzen hart erkämpfter und essenzieller Umweltrechte. Ist er damit erfolgreich, werden die Mitsprache- und Kontrollrechte von Umweltorganisationen, Bürgerinitiativen, Gemeinden sowie der Landesumweltanwälte massiv beschnitten“, warnt Thomas Alge, Geschäftsführer von ÖKOBÜRO – Allianz der Umweltbewegung.
GLOBAL 2000, Greenpeace, WWF und ÖKOBÜRO fordern die sofortige Rücknahme der UVP-Reform. „Dieses Gesetz darf in dieser Form weder morgen noch sonst irgendwann beschlossen werden“, so Alge im Namen aller Organisationen.
Im vorliegenden Änderungsvorschlag zum UVP-Gesetz sollen massive Behinderungen und bürokratische Hürden für Bürgerinnen und Bürger sowie für Umweltorganisationen eingeführt werden, obwohl das ganze Gesetzespaket unter dem Deckmantel der Verwaltungsvereinfachung läuft. Bei UVP-Beschwerden, die bisher in Österreich für Umweltorganisationen eher günstig waren, drohen mit der Änderung in Zukunft zusätzliche Kosten in fünfstelliger Höhe pro Verfahren. Auch sollen der UVP-Behörde Fristen für Verbesserungsaufträge derart verkürzt werden, dass ein Einholen von Gutachten praktisch nicht mehr möglich wäre.
Für den Gesetzesentwurf, der am 18. Oktober 2016 veröffentlicht wurde, waren ursprünglich sogar nur fünf Tage Begutachtungsfrist zur Eingabe von Stellungnahmen vorgesehen. Erst nach heftigen Protesten der Zivilgesellschaft wurde die Frist bis zum 18. November verlängert.
„Es passt ins Bild, dass Minister Rupprechter diese UVP-Änderung noch schnell vor Weihnachten auf Biegen und Brechen durchpeitschen will. Offenbar handelt er hier auf Geheiß von Wirtschaftslobbys, die ihre Großprojekte ungehindert und ohne Rücksicht auf Umwelt, Natur und Bürgerbeteiligung durchziehen wollen“, so Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons. „Sollten Rupprechter und die ÖVP-Minister nicht zur Vernunft kommen, so muss der Koalitionspartner, allen voran der auf SPÖ-Seite zuständige Infrastrukturminister Jörg Leichtfried, diesen Kahlschlag bei Umwelt- und Mitspracherechten abwehren.“
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Persischer Leopard überwindet Grenzzaun zwischen Iran und Aserbaidschan
Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai
WWF fordert „Schwammwald-Paket“ gegen zunehmende Trockenheit
Wasserspeicher-Funktion der heimischen Wälder stark belastet – Folgen der Klimakrise machen sich immer stärker bemerkbar
Neuer Bericht: Waldzerstörung trotz Rückgang auf alarmierendem Niveau
2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF-Erfolg: Durchbruch bei Renaturierung an der Mur
Der WWF hat drei große Renaturierungsmaßnahmen in Slowenien erfolgreich abgeschlossen – mit spürbaren Effekten bis nach Österreich. Davon profitieren zahlreiche Arten wie Eisvögel und Uferschwalben.













