Analyse des Wegener Centers zeigt steigende Kosten und fiskalische Risiken durch fehlende Klimaschutz-Maßnahmen – WWF fordert Kurswechsel in der Budgetpolitik
Rauswurf des Holzgiganten
Wien/Berlin, 17.02.2017: Das Forest Stewardship Council (FSC) hat heute bekannt gegeben die Zusammenarbeit mit Holzindustrie Schweighofer (HS) zu beenden. Der WWF begrüßt die Entscheidung als überfällig, aber richtig. Hintergrund des Rauswurfs aus dem FSC-System ist die anhaltende Kritik an dem österreichischen Unternehmen. Umweltschützer werfen HS seit Jahren vor, in Rumänien systematisch illegal geschlagenes Holz einzukaufen. „Der Rauswurf von Holzindustrie Schweighofer ist ein wichtiges Signal an alle Unternehmen“, sagt Johannes Zahnen, Referent für Forstwirtschaft beim WWF Deutschland. „Wer die Prinzipien nachhaltiger Forstwirtschaft mit Füßen tritt, darf sich nicht mit einem Siegel schmücken.“
Seinen Anfang nahm der Prozess im November 2015, als der WWF beim FSC offiziell Beschwerde gegen das Unternehmen einlegte. Eine vom FSC eingesetzte Kommission kam ein knappes Jahr später zu dem Ergebnis, dass HS an illegalem Holzhandel beteiligt ist, den illegalen Holzeinschlag gefördert hat und dass seine Geschäftspraktiken den Zielen des FSC widersprechen. Anders als vom WWF gefordert, entschied der FSC jedoch zunächst, die Zusammenarbeit nicht aufzukündigen. Stattdessen gewährte man HS eine Bewährungsfrist mit Auflagen. Eine erneute Prüfung der Beschwerde des WWF führte laut FSC jedoch zwischenzeitlich weitere mögliche Verstöße zutage. Sie bezogen sich auf Falschmessungen von eingehendem Holz. Der FSC¬-Vorstand gelangte daraufhin zu der Einschätzung, dass die Bewährung von HS nicht aufrechterhalten werden kann.
„Wir hoffen, dass Holzindustrie Schweighofer diese FSC-Entscheidung als Chance versteht, um jetzt grundlegende Veränderungen der Unternehmenskultur in Richtung Legalität und Nachhaltigkeit vorzunehmen. Wir empfehlen dem Unternehmen, rasch einen klaren und transparenten Aktionsplan zu entwickeln“, so Zahnen. „Der WWF wird den illegalen Holzhandel weiter bekämpfen. Der Rauswurf von Holzindustrie Schweighofer ist eine gute Nachricht für die Wälder in Rumänien und ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie große Probleme durch die Zusammenarbeit internationaler Umweltorganisationen, aktiver Zivilgesellschaft und unter Nutzung von freiwilligen und glaubwürdigen Prüfinstrumenten angegangen werden können.“
Rückfragehinweis:
Johannes Zahnen, Waldexperte WWF Deutschland, Tel. 0049 30 311 777 252, E-Mail: johannes.zahnen@wwf.de
Gerhard Auer, Pressesprecher WWF Österreich, Tel. 0676/83 488 231, E-Mail: gerhard.auer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Persischer Leopard überwindet Grenzzaun zwischen Iran und Aserbaidschan
Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai
WWF fordert „Schwammwald-Paket“ gegen zunehmende Trockenheit
Wasserspeicher-Funktion der heimischen Wälder stark belastet – Folgen der Klimakrise machen sich immer stärker bemerkbar
Neuer Bericht: Waldzerstörung trotz Rückgang auf alarmierendem Niveau
2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF-Erfolg: Durchbruch bei Renaturierung an der Mur
Der WWF hat drei große Renaturierungsmaßnahmen in Slowenien erfolgreich abgeschlossen – mit spürbaren Effekten bis nach Österreich. Davon profitieren zahlreiche Arten wie Eisvögel und Uferschwalben.













