Neuer Rekord in Österreich: 123 territoriale Seeadler-Paare konnten gezählt werden. Ihr Lieblingsplatz ist das Waldviertel.
Regierungsprogramm: WWF fehlen große Würfe
Die Umweltschutzorganisation WWF sieht Licht und Schatten im heute präsentierten Regierungsprogramm der Dreier-Koalition aus ÖVP, SPÖ und Neos. “Das Arbeitsprogramm enthält einige positive Ansätze, aber auch viele Schwächen, Lücken und Widersprüche. Insgesamt wird es der Dringlichkeit der Klima- und Biodiversitätskrise nicht gerecht. Das geht deutlich besser, konkreter und verbindlicher”, analysiert WWF-Programmleiterin Hanna Simons im Zuge einer ersten Bewertung. Kritisch sei zudem das parteipolitisch motivierte Spalten des bewährten Klimaschutzministeriums in drei Ressorts. “Die neue Konstellation hilft potenziell jenen Kräften, die umweltpolitische Fortschritte schwächen oder abdrehen wollen”, befürchtet Hanna Simons.
Kritisch sieht der WWF die geplanten Rückschritte beim Klimaschutz-Budget, während umweltschädliche Subventionen ungebremst weiterlaufen. “Die Bundesregierung bekennt sich richtigerweise zu einer Ökologisierung, aber hier wären schon jetzt konkrete Taten möglich – als Win-Win für die Umwelt und das Budget”, sagt Hanna Simons vom WWF. In die falsche Richtung gehe zudem das Bau-Bekenntnis zu teuren Großprojekten im Straßenbau. “Neue Autobahnen und Schnellstraßen schaffen wissenschaftlich erwiesen wieder nur mehr Verkehr und sabotieren die Klima- und Bodenschutz-Ziele”, warnt Simons.
Als “positive Signale” sieht der WWF das Koalitions-Bekenntnis zur EU-Renaturierungsverordnung, den neuen Anlauf für ein Klimaschutzgesetz sowie das weitere Verankern des Ziels einer Reduktion des Bodenverbrauchs auf 2,5 Hektar pro Tag – darunter eine überfällige Reform der Planungs- und Widmungskompetenzen. “Wir werden auch die neue Bundesregierung regelmäßig daran messen, ob sie ihre Versprechen wirksam erfüllt oder nur Placebos verteilt”, sagt Hanna Simons vom WWF. Erfreulich sei der Erhalt des wichtigen Biodiversitätsfonds, der finanziell unbedingt aufgestockt werden sollte. In die richtige Richtung gehe zudem der Aufbau eines Biodiversitäts-Monitoring-Zentrums beim Umweltbundesamt.
Schutz und Renaturierung der Flüsse
Der WWF begrüßt darüber hinaus das Versprechen der Bundesregierung zur verstärkten Umsetzung des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans (NGP) sowie zur “ausreichenden Finanzierung” des ökologischen Gewässerschutzes insbesondere bei Flüssen und Bächen. “Das schafft wertvolle Lebensräume für bedrohte Arten und schützt uns alle besser vor den Folgen der Klimakrise. Dazu kommen positive volkswirtschaftliche Effekte”, sagt WWF-Programmleiterin Hanna Simons. Dabei sei der strenge Schutz der letzten intakten Flüsse Österreichs genauso wichtig wie die Renaturierung verbauter Strecken.
News
Aktuelle Beiträge
WWF zu CloudHQ: Großrechenzentren brauchen verpflichtenden Umweltcheck
Umweltschutzorganisation begrüßt UVP für 6,7-Hektar-Projekt in Leopoldsdorf – WWF fordert einheitliche Bundesregeln statt Fleckerlteppich
Neuer Seeadler-Rekord in Österreich: WWF-Zählung erfasst so viele Paare wie noch nie
Konsequenter Schutz zeigt Wirkung: 123 territoriale Seeadler-Paare in Österreich – Hotspot im Waldviertel – Illegale Verfolgung bleibt große Bedrohung
WWF zu Klimaneutralität 2040: Fossile Abhängigkeit ist die wahre Standort-Hypothek
Umweltschutzorganisation weist IV- und WKO-Kritik zurück – Verbindliches Klimaziel schafft Planungssicherheit, senkt Energieabhängigkeit und stärkt Innovation – WWF fordert wirksame Maßnahmen für die Umsetzung
WWF zu Wolfsabschuss im Pitztal: Verdacht auf Straftat rasch aufklären
Mutmaßlicher Fall von Wildtierkriminalität – Naturschutzorganisation fordert konsequente Ermittlungen
WWF warnt vor Artenverlust in der Unteren Lobau
Aktueller WWF-Artencheck: Langjähriger Wassermangel bedroht Bitterling, Donau-Kammmolch, Sumpfschildkröte und Flussmuscheln – Anhaltende Dürre verschärft die Lage und bedroht lokale Vorkommen
WWF-Ausblick: Österreichs Flüsse gehen stark geschwächt in den Herbst
Im August rund 90 Prozent der Pegelmessstellen mit sehr niedriger Wasserführung – Niederösterreich, Burgenland und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert Schutzprogramm und Renaturierung
Ende der Begutachtung – WWF fordert Rücknahme der Vorarlberger Biber-Verordnung
Naturschutzorganisation legt Stellungnahme vor – Entwurf sieht jährliche Tötungskontingente von bis zu 32 Tieren vor – WWF fordert Vorrang für Prävention
Biokunststoffe auf dem Prüfstand: Neue Studie untersucht tatsächliche Abbaubarkeit in der Natur
Neue Forschungsinitiative testet Zersetzbarkeit von Biokunststoffen in über 20 natürlichen Lebensräumen – Kooperation des WWF Österreich und der Technischen Universität Bratislava










