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„Rettet den Amazonas!“ WWF startet Kampagne für den Regenwald
Wien, 10. Juli 2007 – Im Rahmen des weltweiten WWF-Projekts zur Rettung des Amazonas-Regenwaldes startet auch der WWF Österreich heute eine groß angelegte Kampagne. Im Rahmen des größten Tropenwaldschutzprojekts der Welt soll ein WWF-Schutzgürtel mit einer Gesamtfläche von 500.000 Quadratkilometern in Brasilien unter dauerhaften Schutz gestellt werden. Innerhalb von drei Jahren will der WWF in Österreich dafür eine Million Euro sammeln. An dem Projekt ist auch die brasilianische Regierung, die Weltbank und weitere internationale Organisationen beteiligt. Im Juli organisiert der WWF dazu zahlreiche Aktivitäten im Wiener Museumsquartier. Eine Amazonasausstellung wird in den nächsten Monaten durch die Bundesländer touren. „Wenn der Amazonas-Regenwald zerstört wird, hat das katastrophale Auswirkungen auf den gesamten Planeten. Dieses weltweite Projekt ist die letzte Chance, den Amazonas dauerhaft vor der Entwaldungsfront zu retten“, warnt WWF-Amazonassprecher Franko Petri.
Täglich werden 59 Quadratkilometer Regenwald vernichtet
Der Amazonas ist heute so bedroht wie nie zuvor. Viehzüchter und Soja-Farmer brennen die Wälder nieder um Platz für ihre Herden und Plantagen zu schaffen. Der Großteil des für die EU-Tierfabriken benötigten Soja-Futtermittels kommt direkt von den insgesamt mehr als 40 Millionen Hektar großen Anbauflächen aus Südamerika. Der Ausbau der Überlandstraßen, die mitten durch den Regenwald führen, reißt tiefe Wunden in den großteils noch intakten Lebensraum. Illegale Abholzung, der Handel mit bedrohten Tierarten, Bergbau, Waldbrände und der Klimawandel bedrohen die Millionen Jahre alten Regenwälder zusätzlich. Die Rodung des tropischen Regenwaldes ist schon jetzt für ein Viertel des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen verantwortlich. Täglich werden allein in Brasilien durchschnittlich 59 Quadratkilometer Regenwald vernichtet, das entspricht einer Waldvernichtung von fünf Fußballfeldern pro Minute. Die Speicherkapazität des Amazonaswaldes von Kohlendioxid entspricht dem weltweiten Ausstoß von CO2 durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe in 15 Jahren.
Verdopplung der Größe des Naturschutzgürtels bis 2012
Auf Initiative des WWF wurde im Jahr 2002 das ARPA-Netzwerk gegründet, ein seit heuer 235.000 Quadratkilometer großer Schutz-gürtel aus Naturreservaten. Bis 2012 soll dieser größte Naturschutzgürtel der Welt auf eine halbe Million Quadratkilometer anwachsen – das sind etwa 12 Prozent des brasilianischen Amazonaswaldes. Die Umsetzung des Projekts wird etwa 400 Millionen Dollar kosten. Zusammen mit der brasilianischen Umweltbehörde IBAMA, der brasilianischen Regierung und internationalen Organisationen arbeitet der WWF an der Erstellung von Management-plänen und deren Umsetzung. In die Schutzgebietsbetreuung wird die lokale Bevölkerung aktiv miteinbezogen und so gleichzeitig auch die Armut verringert. Mit nachhaltiger Holzbewirtschaftung und Fischerei-projekten konnte schon jetzt die Abholzung verringert werden. Mit Unterstützung des WWF wurde neben weiteren Schutzgebieten 2005 der 19.000 Quadratkilometer große Juruena-Nationalpark gegründet, der besonders für seine Artenvielfalt bekannt ist.
Bis 2050 könnten 40 Prozent des Regenwalds vernichtet werden
Der Amazonas-Fluss ist die 6.400 Kilometer lange Lebensader des mit mehr als fünf Millionen Quadratkilometern größten Regenwaldgebietes der Erde. 60 Prozent davon befinden sich in Brasilien. 13 Prozent des weltweit verfügbaren Süßwassers sind dort gebunden. Zehn Prozent aller weltweit bekannten Tier- und Pflanzenarten leben in diesen Wäldern. Viele Gebiete sind noch unerforscht und ständig werden neue Arten entdeckt. 17 Prozent des Waldes in Brasilien sind heute bereits unwiederbringlich vernichtet. „Wenn die Abholzung nicht in diesem Jahrzehnt gestoppt wird, werden bis 2050 etwa 40 Prozent des Amazonas-Regenwaldes für immer verloren sein. Wir laden alle ÖsterreicherInnen ein, zusammen mit dem WWF diesen Prozess der Zerstörung aufzuhalten“, ruft Petri die Bevölkerung zum Spenden auf.
Die WWF-Amazonas-Ausstellung mit mehreren Programmpunkten an verschiedenen Tagen wird bis 29. Juli im Fürstenhof des Museumsquartiers in Wien zu sehen sein. Am 14. Juli findet dort ein Regenwald-Fest mit zahlreichen Mitmachaktionen für Kinder statt. Ab Ende Juli tourt die Ausstellung dann mit einem Rätselzelt für Kinder durch die Bundesländer.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Amazonassprecher WWF, Tel. 01-48817-231
www.sueli-menezes.com
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