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Rio+20 muss Wasser, Nahrung und Energie für alle bis 2030 garantieren
Wien, Montag, 11. Juni 2012 – Auf der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro vom 20. bis 22. Juni müssen die Staats- und Regierungschefs der Welt garantieren, dass alle Menschen genügend sauberes Wasser haben und ausreichend Nahrung und Zugang zu Energie bis 2030 bekommen. Das sind die zentralen Forderungen des WWF für Rio+20, der eine gleichzeitige nachhaltige Entwicklung für möglich und notwendig hält. „Die Entscheidungen, die in Rio getroffen werden, können den globalen Umweltschutz für die nächsten Jahrzehnte beeinflussen. Auch wenn nach dem Erdgipfel 1992 in Rio epochale internationale Vereinbarungen zustande kamen, hinken wir bei den Lösungen für die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen 20 Jahre später noch weit hinterher“, so WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger.
Die Finanzkrise der letzten Jahre hat in relativ kurzer Zeit gezeigt, wie sich ein schlechtes Management des Finanzkapitals zu einer weltweiten Krise auswirken kann. Die Finanzkrise kann eine Chance für den Neubeginn eines nachhaltigen Managements unseres Naturkapitals sein, so der WWF. Nahrung, Wasser und die Energieversorgung sind die Grundelemente unserer Existenz, die alle miteinander verwoben sind. Der 2012 veröffentlichte Living Planet Report des WWF zeigt die Zusammenhänge und daher fordert die Umweltorganisation eine ganzheitliche Lösung für unseren Planeten.
Derzeit haben 2,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu sanitären Anlagen. Eine Milliarde Menschen sind unterernährt und 1,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu modernen Formen von Energie. Die Nachfrage nach Wasser, Nahrung und Energie wird weiter steigen, während sich der Klimawandel verschlimmert und die Bevölkerungszahl des Planeten steigt. Bis 2030 wird die Welt 50 Prozent mehr Nahrung und Energie und 30 Prozent mehr Wasser brauchen, berechnete der WWF. „Um diese Herausforderungen zu bewältigen muss unser natürliches Kapital, die Ökosysteme und die Artenvielfalt erhalten werden“, so Aichberger. Der WWF fordert von der Konferenz in Rio klare Ziele und einen Zeitplan um bis 2030 alle Menschen mit genügend Nahrung, Wasser und Energie zu versorgen. Bis zu diesem Jahr soll 40 Prozent des globalen Energiebedarfs aus nachhaltigen erneuerbaren Energien kommen.
Um dieses Ziel zu erreichen schlägt der WWF vor das Naturkapital als Wert in die wirtschaftliche Entwicklung in Form einer Vollkostenrechnung einzukalkulieren. Für die Internalisierung dieser externen Umweltkosten braucht es weltweit einheitliche, vergleichbare sowie klare, transparente und messbare Indikatoren. Diese sollen sowohl für die Volkswirtschaften ganzer Länder wie auch in die Bilanzen von Unternehmen integriert werden. Alle Subventionen für umweltzerstörerische Wirtschaftsaktivitäten sollen bis 2020 abgeschafft werden. Dies soll besonders für die fossilen Energieträger und für die nicht nachhaltige Landwirtschaft und Fischerei gelten. Der WWF verlangt dafür einen transparenten Fahrplan und jährliche Berichterstattung der Länder. Umgekehrt braucht es Steueranreize und globale Zertifizierungssysteme für ökologisches Wirtschaften. Für weltweit gültige nachhaltige Entwicklungsziele unterstützt der WWF die Einrichtung einer UN-Umweltorganisation, die Einführung eines Rates für nachhaltige Entwicklung und den dauerhaften völkerrechtlichen Schutz der Meere auf Hoher See.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
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