Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
Sandburgen und Strandbars statt Schildkrötenbabys
Wien, 27. August 2007– Griechenland, Sonne, Strand und Meer – Was für Urlauber der Inbegriff von Erholung ist, bedeutet für viele Meeresbewohner wie die „Unechte Karettschildkröte“ (Caretta caretta) eine ernstzunehmende Gefahr. Die griechische Insel Zakynthos ist nicht nur ein beliebtes Ferienziel, sie ist gleichzeitig auch Heimat und Nistplatz der vom Aussterben bedrohten Karettschildkröte. Das Aufstellen von Sonnenschirmen und Liegestühlen, das Planieren von Dünen und Stränden sowie die vermehrte Errichtung von Bars, Tavernen und Parkplätzen beraubt die Schildkröten ihrer weltweit wichtigsten Brutstätte.
Die beliebte Urlaubsinsel Zakynthos beherbergt die größte und somit bedeutendste Population der „Unechten Karettschildkröte“ (Caretta caretta) im gesamten Mittelmeergebiet. Bereits 1994 erwarb der WWF zum Schutz der Tiere mehrere Gebiete um die Niststrände. Der Strand konnte dadurch vor zahlreichen touristischen Aktivitäten geschützt werden. Auch der illegale Betrieb von Strandbars und Tavernen konnte dort verhindert und damit die wichtigen Nistplätze der einzigartigen Meeresbewohner gesichert werden.
Doch jetzt ist die Karettschildkröte erneut in höchster Gefahr. Behörden und Touristikunternehmer ignorieren die Schutzvorschriften. Urlauber stapfen wieder über den Strand, Kinder bauen Sandburgen, Sonnenschirme und Liegestühle werden großflächig aufgestellt und ohne Genehmigung Bars und Tavernen eröffnet. Zu den Gefahren an Land kommen die Bedrohungen im Wasser hinzu. Motorboote mit überhöhter Geschwindigkeit fügen den Meereschildkröten schwere Verletzungen zu und rund 200.000 Unechte Karettschildkröten sterben jährlich in den Fischernetzen für den Fang von Shrimps. Als so genannter Beifang geraten die Tiere in die Netze der Fischer und ertrinken auf klägliche Weise.
Der WWF engagiert sich für die Errichtung eines Netzwerkes von geschützten Regionen am Mittelmeer und arbeitet mit Regierungen und lokalen Naturschutzorganisationen zusammen. Um die stark gefährdete Art vor dem Ausrottung zu bewahren, fordert der WWF einen Stopp des illegalen Baus von Strandbars und Tavernen rund um die Schildkrötenstrände. Außerdem sollen das Aufstellen von Sonnenschirmen und Strandliegen direkt neben den Nistplätzen sowie das Befahren der Nistgebiete mit Autos und Motorrädern verboten werden. Weitere Forderungen sind ein Reitverbot in den Brutstränden, das Verbot nächtlicher Strandfeiern, um die Tiere während der Eiablage nicht zu stören und eine strikte Geschwindigkeitskontrolle von Motorbooten.
Weitere Informationen:
Mag. Elke Mühlbachler, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01-48817-210
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.













