Schlaue Fischereitechnik: WWF stiftet 45.000 Euro für Erfinder

27. Januar 2009 | Presse-Aussendung

Wien/Washington, 27. Jänner 2009 – Der WWF startet heute seinen vierten internationalen Wettbewerb für „Schlaue Netze“. Den Erfindern von innovativem Fischereigerät, mit dem die Umwelt geschont und vor allem die Zahl der ungewollten Beifänge deutlich reduziert werden kann, winken Preisgelder in Höhe von insgesamt 57.000 US-Dollar (knapp 45.000 Euro). Mehr als vier Millionen Delfine, Haie, […]
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Wien/Washington, 27. Jänner 2009 – Der WWF startet heute seinen vierten internationalen Wettbewerb für „Schlaue Netze“. Den Erfindern von innovativem Fischereigerät, mit dem die Umwelt geschont und vor allem die Zahl der ungewollten Beifänge deutlich reduziert werden kann, winken Preisgelder in Höhe von insgesamt 57.000 US-Dollar (knapp 45.000 Euro). Mehr als vier Millionen Delfine, Haie, Marlins, Schwertfische, Meeresschildkröten, Robben, Wale und Seevögel geraten jedes Jahr allein in der Langleinenfischerei im Pazifik als Beifang an den Haken. Die Tiere werden tot oder sterbend zurück ins Meer geworfen. Weltweit werden außerdem Millionen Tonnen von „Nichtziel-Fischarten“ in Netzen oder an Langleinen gefangen und verschwendet. „Der Beifang ist eine der größten Bedrohungen für die Meere, die bereits jetzt bis an die Grenzen leer gefischt sind“, warnt WWF Meeresexperte Georg Scattolin. Weitere Informationen für die Erfinder finden sich unter www.smartgear.org.

Der WWF-Wettbewerb, der mit insgesamt 57.500 US-Dollar dotiert ist, sucht nach realistischen und praktisch anwendbaren Lösungen, die Fischern erlauben, intelligent und zielgerichtet zu fischen. Der Fanganteil der „Zielarten“ wird dadurch erhöht und gleichzeitig Seevögel, Delfine, Meeresschildkröten und andere Meereslebewesen geschützt. „Der Wettbewerb für die `schlauen Netze` hat sich als Plattform für kreative Denker aus aller Welt etabliert um innovative Fischereigeräte zu entwickeln, damit Fischer ökologisch nachhaltiger fischen können“, erklärt Scattolin.

Der Wettbewerb steht auch österreichischen Teilnehmern aus der Fischereiindustrie ebenso offen wie Ingenieuren, Forschern, Studenten oder interessierten Laien. Die Vorschläge für innovatives Fischereigerät sollen umweltschonend und praktikabel sein. Die Neuentwicklungen müssen bis zum 30. Juni 2009 als einsatzfähiger Prototyp vorliegen. Die Teilnahmebedingungen finden sich unter www.smartgear.org. Eine internationale Jury aus Fischern, Wissenschaftlern, Ingenieuren und Umweltschützern wählt dann die Preisträger aus. Zusätzlich zum Hauptpreis (30.000 US-Dollar) gibt es jeweils 10.000 US-Dollar für den zweiten und dritten Platz. Außerdem wurde ein spezieller Preis für die Meeresökoregion Ostafrika gestiftet. Dieser ist mit 7.500 US-Dollar dotiert und widmet sich Einsendungen, die sich mit den schweren Beifangproblemen an der ostafrikanischen Küste beschäftigen. Alle Einsendungen werden nach Innovation, Anwendbarkeit, Kosteneffizienz, ihrer Fähigkeit Beifang jeder Art zu reduzieren, und ihrem Beitrag zum Naturschutz bewertet.
Die Gewinner des großen Preises von letztem Jahr, ein Team von Erfindern aus den USA, haben eine Fischereimethode zu Schellfisch entwickelt, die den Beifang von anderen Fischarten, wie dem Atlantischen Kabeljau reduziert. Das Prinzip macht sich die Eigenart von Schellfisch zu Nutze bei Annäherung des Netzes nach oben zu schwimmen. Andere Fischarten schwimmen nach unten und können so über eine Fluchtklappe aus dem Netz entkommen. Diese innovative Fischereimethode für Schellfisch wurde sofort in der industriellen Fischerei der US-Nordostküste eingesetzt und läuft jetzt im Testbetrieb in Großbritannien wie auch bei anderen europäischen Fischereien.
Es ist schon das zweite Mal, dass der WWF einen speziellen regionalen Preis ausschreibt – diesmal für Ostafrika – um Erfindungen zu fördern, die Lösungen zu Problemen in besonders kritischen Fischereiregionen aufzeigen. Die Curtis and Edith Munson Stiftung, die SeaWorld Busch Gardens Stiftung und die Lemelson Stiftung unterstützen den diesjährigen Wettbewerb.

Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, WWF Pressesprecher, Tel. 01-48817-231

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