660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
Schulumweltinitiative: Jugendliche aus zehn Ländern präsentieren Öko-Projekte
Wien, 4. Juni 2010 – Im Don Bosco Haus in Wien fand heute die Abschlussveranstaltung der internationalen Schulumweltinitiative von WWF und ERSTE Stiftung statt. Unter dem Titel „European Schools for a Living Planet – Gemeinsam handeln für Europas Zukunft“ setzten Schulklassen aus Österreich und neun weiteren Ländern Naturschutzprojekte um. Die Ideen reichten von Straßenevents über Theaterstücke bis hin zu Ausstellungen und Schüler-lehren-Schüler-Aktionen. Sogar ein Flussmuseum wurde gegründet. Der Preis für das beste Projekt – eine Naturerlebniswoche in Österreich – ging an das Cakovec Gymnasium in Kroatien. „Mit ′European Schools for a Living Planet′ möchten wir Schülerinnen und Schülern vor allem zeigen, wie sie ihre Meinung in der Öffentlichkeit vertreten und andere dazu motivieren können aktiv zu werden“, so Barbara Tauscher, Leiterin des WWF-Umweltbildungsprogramms. „Das überwältigende Engagement der Kids ist die schönste Bestätigung für das Projekt.“
30 Schulklassen aus Bulgarien, Kroatien, Österreich, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine und Ungarn folgten dem Aufruf des WWF sich gemeinsam für die Natur und Zukunft Europas stark zu machen. Acht Monate lang arbeiteten die 11- bis 17-jährigen an Öko-Projekten zu den Themen „Donau – Europas Lebensader“ und “Ökologischer Fußabdruck“. Es wurde geforscht, recherchiert, Entscheidungsträgern auf den Zahn gefühlt, Naturexpeditionen unternommen, gemalt und gebastelt. Die Ideen und Umsetzungen der Naturschutzprojekte entstammen dabei ganz der Kreativität der SchülerInnen. Die LehrerInnen unterstützten ihre Klassen nur als Coaches.
Jeweils ein Lehrer und ein Schüler jeder Klasse reisten dieses Wochenende nach Wien, um ihre Projekte vorzustellen. Gewonnen hat die Projektgruppe des kroatischen Gymnasiums in Cakovec. Die 11- bis 15-jährigen SchülerInnen begeisterten mit ihren Aktivitäten zum Thema „Ökologischer Fußabdruck“. Unter dem Titel „Grandma’s Apples“ beschäftigten sie sich mit der, die Region prägenden Apfelproduktion und den Möglichkeiten wie jeder Konsument durch den Kauf lokaler Produkte seinen ökologischen Fußabdruck senken und die Umwelt schonen kann. Sie erforschten den Bestand alter, heimischer Apfelsorten, analysierten die Herkunft der angebotenen Produkte in Geschäften und Märkten und führten bei Straßenverkostungen Umfragen durch. Die Ergebnisse ihres Projekts präsentierten sie unter anderem an der Pädagogischen Hochschule in Graz im Rahmen eines internationalen Lehrerseminars wie auch in mehreren kroatischen Print-, TV-, Radio- und Online-Medien.
In der European Schools Jury saßen neben Bildungsexperten des Interkulturellen Zentrums und des United World College Network Austria, auch LehrerInnen die im Schuljahr 2008/2009 an der ersten European-Schools-Runde teilgenommen hatten. Für sie wurde ein Mentorenworkshop organisiert, damit sie ihren nachfolgenden KollegInnen zukünftig mit Erfahrungen und Tipps beratend zur Seite stehen können. „So soll ein länderübergreifendes Lehrernetzwerk entstehen“, erklärt Tauscher. „Langfristig wünschen wir uns, dass die Lehrerinnen und Lehrer nach ihrer European Schools Teilnahme selbst Öko-Projekte initiieren.“
„Junge Menschen haben die Kraft die Zukunft zu gestalten und wir wollen sie ermutigen sich um die Umwelt zu kümmern und ständig nach neuen kreativen Ideen zu suchen. Deshalb unterstützt die ERSTE Stiftung die grenzüberschreitende Initiative ’European Schools for a Living Planet’, und wir sind vom Engagement der Schüler und Lehrer sehr beeindruckt“, so Boris Marte, Vorstand der ERSTE Stiftung. „Bildung zu fördern, heißt die Zukunft Europas Ernst zu nehmen. Sensibilität für ökologische Zusammenhänge in einem internationalen Projekt zu vermitteln ist für junge Menschen, aber auch für Lehrerinnen und Lehrer eine besonders nachhaltige Erfahrung."
Die Schulumweltinitiative „European Schools for a Living Planet“ fand dieses Schuljahr bereits zum zweiten Mal statt. Der Startschuss fiel im Oktober 2009 mit einer einwöchigen Schüler-Lehrer-Akademie im Nationalpark-Zentrum in Illmitz im burgenländischen Seewinkel. Dort wurden SchülerInnen und LehrerInnen im Rahmen von Workshops und Outdoor-Aktionen von WWF-Experten in die Projektthemen eingeschult und erhielten Methoden für die Umsetzung im Unterricht. Der Fortschritt der Naturschutzprojekte konnte während des Schuljahrs über den öffentlich zugänglichen Weblog www.foralivingplanet.eu verfolgt und kommentiert werden. Auf der interaktiven Website führten die Teilnehmerklassen Projekttagebücher, posteten Bilder und Videos zu ihren Projekten und hatten die Möglichkeit sich gegenseitig auszutauschen.
Rückfragehinweis:
WWF Österreich: Lisa Simon, Pressesprecherin, Tel.: +43-1-48817-215 bzw. +43-676-83488-215, E-Mail: lisa.simon@wwf.at
ERSTE Stifung, Kommunikation: Maribel Königer, Jovana Trifunovic
Tel. +43 50100 15105, E-Mail: press@erstestiftung.org
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz
Budget: WWF kritisiert Kürzungen bei Umwelt und Klima
Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt
WWF: Österreichs Luchsbestand auf nur mehr rund 30 Tiere geschrumpft
Tag des Luchses: Aktueller FFH-Bericht an die EU-Kommission zeigt weitere Verschlechterung der bislang größten Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel – WWF fordert rasche Bestandsstützung
WWF: Neun von zehn Flusspegeln mit Niedrigwasser
90 Prozent der Pegelmessstellen mit niedrigen bis sehr niedrigen Abflüssen – Flüsse in Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert mehr Renaturierung und Schutz für Gewässer
Welttag der Ozeane: WWF fordert Verdreifachung der Schutzgebiete im Mittelmeer
Rund 90 Prozent der Meeresfläche im Mittelmeer derzeit nicht geschützt – Überfischung, Verschmutzung und Klimakrise bedrohen einzigartige Artenvielfalt
WWF-Check: Rund ein Drittel der Grillfleisch-Angebote ohne österreichische Herkunft
95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget
WWF-Erfolg: WWF weitet Monitoring von Seeadlern aus
So viele besenderte Seeadler wie noch nie zuvor helfen dem WWF, die Rückkehr der Art zu begleiten. Die Daten liefern spannende Einblicke und zeigen, welche Schutzmaßnahmen besonders wichtig sind.













