Juli-Abflüsse an 90 Prozent der Pegel-Messstellen sehr niedrig – Burgenland, Vorarlberg und Niederösterreich besonders betroffen – WWF fordert mehr Gewässerschutz und Renaturierung
Solarpower für die vogel.schau.plätze in Hohenau a.d. March
Hohenau, 17. Juni 2014 – Die brandneue Photovoltaikanlage am Dach des Vereinshaus Auring in Hohenau an der March wurde dieser Tage in Betrieb genommen. Seit Anfang Juni kann die Energie für die Versorgung des Standortes und die Wasserversorgung der Becken- und Verlandungszonen der vogel.schau.plätze umweltfreundlich erzeugt werden. Das erhöht nicht nur deren naturschutzfachlichen Wert sondern ist auch ein weiterer Schritt für die langfristige Sicherung dieses Naturjuwels. Gesponsert wurde das Kooperationsprojekt von WWF und Auring von der Firma Fronius.
Die vogel.schau.plätze in Hohenau sind der Energieautarkie ein großes Stück näher. Die Becken- und Verlandungszonen der ehemaligen Zuckerfabrik werden mit Hilfe von zwei elektrisch betriebenen Pumpanlagen vom Verein Auring regelmäßig mit Marchwasser geflutet. Den benötigten Strom erzeugt nun eine eigene Photovoltaikanlage am Dach des Vereinshauses – direkt vor Ort und umweltfreundlich aus Sonnenenergie. Je nach Wetterlage produziert die Anlage bis zu 5.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr – das entspricht in etwa dem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch einer vierköpfigen Familie. Ursprünglich für die Klärung der Abwässer genutzt, entstand aus einer Industrielandschaft wertvoller Lebensraum für zahllose Tier- und Pflanzenarten. Obmann des Vereins Auring, Rainhard Brandstetter, dazu: „Wir freuen uns, dass wir dank Fronius nun unseren eigenen umweltfreundlichen Strom produzieren können. Das ist nicht nur ein wichtiger Schritt für die langfristige Sicherungen der vogel.schau.plätze, sondern auch ein Aushängeschild für das Hand-in-Hand Gehen von Umwelt- und Naturschutz.“
Im dem 38 ha großen Feuchtgebiet wurden schon über 210 Vogelarten festgestellt und auch eine Reihe streng geschützter Arten, wie etwas das Blaukehlchen, nutzen das Areal als Brutgebiet. Auch für eine Vielzahl an Amphiben dienen die einst künstlich angelegten Becken als Lebensraum. Donau-Kammmolch, Rotbauchunke und Wasserfrösche beziehen im Frühjahr hier ihre Fortpflanzungsgewässer. Viele Zugvögel, wie etwa Sumpf- und Schilfrohrsänger, finden in den Verlandungszonen reichlich Nahrung für ihre weite Reise in ihre Winterquartiere in Afrika.
Die March-Thaya-Auen sind eine der bedeutendsten Flusslandschaften Mitteleuropas. Mit Tschechien und der Slowakei teilt sich Österreich ein 60.000 Hektar großes Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. Durch die Regulierungen der großen Fließgewässer in Europa im 19. und 20. Jahrhundert sind ausgedehnte Aulandschaften heute eine Seltenheit. Auch an der March sind durch die Regulierungen Rückzugsräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten verloren gegangen. Umso wertvoller sind Ersatzstandorte – wie die vogel.schau.plätze in Hohenau-Ringelsdorf.
Rückfragehinweis:
Theresa Gral MA, Pressesprecherin WWF Österreich
Tel.: +43-1-48817-216, E-Mail: theresa.gral@wwf.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Toni Innauer wirbt für den Lech als „Fluss des Jahres“
Tiroler Wildfluss steht beim österreichweiten WWF-Voting zur Wahl – Olympiasieger mobilisiert für den Schutz der letzten naturnahen Flusslandschaften
Klimakrise als Brandbeschleuniger: WWF fordert mehr Tempo bei Waldumbau
Klimakrise erhöht Waldbrandgefahr in Österreich dramatisch – Monokulturen besonders anfällig – WWF fordert Stärkung der Wasserspeicher-Funktion naturnaher Wälder durch “Schwammwald-Offensive”
Good News: Nashorn-Wilderei in Namibia geht zurück
In Namibia wurden 2025 so wenige Nashörner gewildert wie seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Der Rückgang um 53% zeigt, dass konsequenter Artenschutz wirkt.
Tag des Tigers: WWF ortet Licht und Schatten beim Schutz der bedrohten Großkatzen
Nur mehr 5.500 wilde Tiger weltweit – Wilderei und illegaler Handel weitgehend ungestraft – Verlagerung von Handel mit Tiger-Präparaten ins Internet – Neue Schätzungen aus Nepal und China geben Hoffnung
WWF: Europas Meere in dramatischem Zustand – EU muss endlich handeln
Bericht zeigt alarmierende Entwicklung: Artensterben, Klimakrise und Verschmutzung setzen europäischen Meeren massiv zu – WWF fordert verbindlichen Meeresschutz im EU Ocean Act
Wasserkrise und Tiersterben: WWF fordert Krisengipfel zur Rettung der Unteren Lobau
Bürgermeister, Umweltstadträtin und Umweltminister sollen Sofortmaßnahmen gegen die Wasserkrise vereinbaren – Weiteres Zuschauen wäre völlig verantwortungslos
Tiefsee in Gefahr: Staaten entscheiden über Moratorium für Rohstoffabbau am Meeresgrund
Vollversammlung der internationalen Meeresbodenbehörde startet am Montag in Jamaika – Massiver Druck könnte Moratorium gefährden – WWF fordert das Verhindern einer Umweltkatastrophe
Vorarlberg – WWF kritisiert geplante Bibertötungen scharf
Neue Verordnung soll Tötung von bis zu 32 Tieren jährlich ermöglichen – Naturschutzorganisation fordert Vorrang für Prävention und unabhängige Einzelfallprüfung













