Steigende Klimarisiken erfordern mehr Transparenz und Vorsorge – Minister Totschnig soll bis Jahresende Klima-Sicherheitsbericht vorlegen – Stopp für riskanten Kaunertal-Ausbau gefordert
Sonntag ist Tag des Nashorns: Wildereiexzess in Südafrika
Gland/Schweiz, 20. 9. 2013 –Heuer wurden bereits 668 Nashörner allein in Südafrika Opfer von Wilderern, informiert der WWF zum Internationalen Tag der Nashörner am Sonntag. Im gesamten Jahr 2005 wurden nur ein Dutzend Nashörner in Südafrika gewildert. Kein Wunder – denn der Preis für Nashorn erreicht jetzt Spitzen von 25.000 US-Dollar pro Kilogramm. Der WWF ruft deshalb die Generalversammlung der Vereinten Nationen, die nächste Woche in New York tagen wird, auf, die Exzesse der Wilderer und den illegalen Handel mit geschützten Arten wesentlich stärker zu bekämpfen. „Die internationalen kriminellen Banden gefährden nicht nur Nashörner, Tiger und Elefanten sondern bedrohen auch den Frieden, die Sicherheit und die wirtschaftliche Entwicklung in vielen Ländern der Welt“, warnt Jim Leape, der Direktor des internationalen WWF.
Heute gibt es noch etwa 25.000 Breit- und Spitzmaulnashörner in ganz Afrika. In Asien leben noch 3.200 Nashörner in Indien, Nepal und Indonesien. Die Ursache für die Wildereiexzesse in Afrika liegt vor allem in der Nachfrage in Vietnam, wo der Handel kaum verfolgt wird. Eine kürzlich erschienene Studie von TRAFFIC, einer gemeinsamen Organisation von WWF und Weltnaturschutzunion, hat ergeben, dass die meisten Menschen in Vietnam wissen, dass der Gebrauch von Nashorn in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) illegal ist. Dennoch wird das Horn noch immer mit Reichtum und Macht verbunden. Ein vietnamesischer Minister hatte vor einigen Jahren behauptet durch Nashornpulver von Krebs geheilt worden zu sein. Daraufhin stieg die Nachfrage nach dem menschlichen Fingernägeln und Haaren ähnlichem Material sprunghaft an und sogar aus europäischen Museen wurden Hörner der Dickhäuter gestohlen.
Der illegale Wildtierhandel ist ein internationales Problem. Zwischen den Ursprungs- Transit- und Nachfrageländern liegen ganze Kontinente. Der Kampf gegen die weltweit operierenden Banden erfordert daher nicht nur die Koordination zwischen den Behörden eines Landes sondern eine intensive internationale Zusammenarbeit. Der WWF ruft die Staatschefs auf eigene Spezialeinheiten aus Polizei, Justiz, Abwehr sowie Umwelt- und Spezialbehörden zu bilden. „Die Länder müssen sofort handeln. Nur strengere Strafen, keine Toleranz bei Korruption und die Zerstörung der Schmugglerrouten können dieser Plage ein Ende setzen“, so Leape. Der WWF schlägt weiters auch Kampagnen vor, die auf das Verhalten der Käufer abzielen. Wenn die Nachfrage nach Nashorn und anderen Körperteilen von gefährdeten Arten sinkt, fallen auch die Preise in den Keller und damit wird Wilderei weniger lukrativ, so der WWF.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-mail: franko.petri@wwf.at.
Diese hier zum Download stehenden Fotos stehen Medien zum Abdruck unter der Nennung des Fotocredits und im Zusammenhang mit einer Erwähnung des WWF im Beitrag kostenfrei zur Verfügung und dürfen nicht archiviert werden.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Rechenzentrum Stetten: WWF fordert Stopp der Umwidmung auf der grünen Wiese
4,3 Hektar Ackerfläche sollen zu Bauland werden – Naturschutzorganisation verlangt Prüfung von Brachflächen und Offenlegung aller Umweltfolgen
WWF zu CO₂-Speicherung: CCS nur für unvermeidbare Restemissionen
Umweltschutzorganisation warnt vor Freibrief für fossile Geschäftsmodelle – Vorrang für Emissionsvermeidung – Strenge Grenzen bei geplanter Öffnung für CO₂-Speicherung
Finale bei Österreichs Flusswahl: Noch bis 1. September abstimmen
Neun Flüsse aus allen Bundesländern stehen zur Wahl – Extreme Trockenheit und Hitze setzen Gewässer und Fische unter Druck – WWF ruft zu starkem Zeichen für lebendige Flüsse auf
WWF-Erfolg: Brutflöße sorgen für Jungvogel-Boom an der March
Der WWF baut und renoviert künstliche Brutplätze für die Zugvögel. Nun können wir eine positive Bilanz ziehen: Im Gebiet gibt es so viele Jungvögel, wie seit Jahren nicht mehr!
600 Tötungen pro Jahr: WWF kritisiert geplante Biber-Verordnung in Niederösterreich
Drastische Verschärfung bei Biber-Management vorgesehen – Direkte Eingriffe in Lebensraum und Bestand möglich – WWF ortet Freibrief für pauschale Abschüsse
Klimagesetz: WWF begrüßt Klimaneutralität 2040, kritisiert fehlende Verbindlichkeit
Umweltschutzorganisation fordert ambitionierten und verbindlichen Klimafahrplan, andernfalls droht Etikettenschwindel – Fokus auf natürlichen Klimaschutz und Renaturierung gefordert
WWF kritisiert Blockade der Industriellenvereinigung bei wirksamer Klimapolitik
Rahmenbedingungen für Klimaneutralität 2040 längst überfällig – Industriellenvereinigung verhindert zahlreiche Energiegesetze und schadet sich selbst
Trockenheit in Österreich: WWF fordert Schutz des Platzertal-Moors als wichtigen Wasserspeicher
Feuchtgebiete in der Klimakrise immer wichtiger – Kraftwerkspläne bedrohen einzigartiges, hochalpines Moor – WWF fordert Schutz intakter Moore für wertvollen Wasserrückhalt










