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Spendengipfel: Katastrophe für Umweltorganisationen
Wien, 16. 12. 2008 – Die drei größten Umweltorganisationen Österreichs – WWF, Greenpeace und GLOBAL 2000 – erwarten nun die schwierigste Zeit seit ihrer Gründung, weil Finanzminister Josef Pröll die Bereiche Umwelt-, Natur-, und Tierschutz beim heutigen Spendengipfel aus der Spendenabsetzbarkeit ausgeschlossen hat. Die Umweltorganisationen wurden darüber hinaus auch ausdrücklich von dem heutigen Spendengipfel ausgeladen.
Die Teuerungswelle und die Finanzkrise werden die Umweltorganisationen im Jahr 2009 nun mit voller Wucht treffen. „Für uns bedeutet dies eine finanzielle Katastrophe, denn wir werden manche Projekte nicht durchführen können – zum Schaden der Natur in Österreich aber auch weltweit. Für den WWF und für seine mehr als 100.000 Spender ist es völlig unverständlich, was Pröll zu diesem Ausgrenzungsschritt bewegt hat. Die Umweltorganisationen erwartet eine doppelte Spendenkatastrophe, erstens durch die Finanzkrise, zweitens durch die Verlagerung des Spendenvolumens auf Organisationen, die nun durch die Spendenabsetzbarkeit begünstigt wurden. Pröll will uns offenbar aushungern“, befürchtet die WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger.
„Österreich steht mit dem Ausschluss der Umweltorganisationen in ganz Europa alleine da. Wir gehen davon aus, dass das nicht haltbar ist“, erklärte Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer von GLOBAL 2000. „Wir werden jetzt die Zeit bis zum Beschluss des Einkommenssteuergesetzes vor Ostern 2009 nutzen, um die Einbeziehung des Umweltschutzes zu erreichen. Dazu werden wir alle Mittel des Dialogs, aber auch alle rechtlichen Mittel, ausschöpfen“, kündigte Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit heute nach dem Spendengipfel an.
„Das von Pröll vorgeschlagene Modell würde 90 Prozent der Spenden einschließen. Da Umweltorganisationen nur fünf Prozent der Spenden bekommen, ist die Ausgrenzung von Umweltschutzorganisationen ökonomisch nicht zu rechtfertigen. Der Ausschluss der Umweltorganisationen ist rein politisch motiviert und demokratiepolitisch höchst bedenklich“, protestieren die Geschäftsführer der drei größten Umweltorganisationen, DI Dr. Hildegard Aichberger (WWF), Mag. Alexander Egit (Greenpeace) und Dr. Klaus Kastenhofer (Global 2000) unisono.
Die drei großen Umweltorganisationen stellen noch einmal klar, dass sie – wie das Lebensministerium bestätigt hat – keine Basisfinanzierungen erhalten, wie Pröll in der ORF-Pressestunde fälschlich behauptete. Besonders betroffen sind die Umweltorganisationen, dass sie zum Spendengipfel nicht einmal eingeladen wurden. „Wir empfinden dies als eine Missachtung der fast 1,5 Millionen Menschen in Österreich, die für Umwelt- und Naturschutz spenden“, so die drei Vertreter der Organisationen enttäuscht. „Obwohl wir hier offensichtlich ausgegrenzt werden sollen, bieten wir weiterhin den Dialog mit beiden Regierungsparteien an. Wir hoffen immer noch auf ein Einsehen von Bundesminister Pröll“, so die drei Organisationen.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01/488 17 231.
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